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22.10.2018

GUSTAV KLIMT - eine Ausstellung anlässlich des 100. Todestages des berühmten Künstlers

 Anlässlich des 100. Todestages des Wiener Jugendstilmeisters veranstaltet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) 2018 die einzige Klimt-Schau in Europa außerhalb Österreichs. Die Ausstellung, die am 14. Oktober 2018 eröffnet wurde und bis 6. Januar 2019 zu sehen ist, steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, und ist die erste große Werkschau zum Schaffen des Künstlers in Deutschland. Sie vereint 63 Zeichnungen und 10 Gemälde von den akademischen Anfängen des Malers und Grafikers in den 1880er Jahren bis in sein Todesjahr 1918 von knapp 30 öffentlichen und privaten Leihgebern aus 7 Nationen von den USA bis Japan. Eine derart umfassende Präsentation außerhalb von Wien und New York, wo sich die größten Bestände seiner Werke befind...


05.10.2018

Wohin das Auge reicht!

 Der 1935 geborene Reinhold Würth, tritt seit Jahrzehnten, neben seiner unternehmerischen Tätigkeit, als Förderer von Kunst und Kultur auf. Vor 33 Jahren gründete er die weltweit erste Kombination eines Verwaltungsgebäudes mit einer Kunstgalerie; seitdem hat er dreizehn Museen gegründet, darunter das Museum Würth und das Museum für Schrauben und Gewinde in Künzelsau sowie die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, die moderne Kunst präsentiert. Die Sammlung Würth ist eine der größten und bedeutendsten Privatsammlungen von Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Deutschland. Sie umfasst über 18.000 Werke, insbesondere der klassischen Moderne, aber auch der Renaissance. Die Bestände reichen von altdeutschen Gemälden über Carl Spitzweg zu Roy Lichtenstein, Georg Baselitz, Jörg ...


05.10.2018

Der alte Künstler und das Meer

 Emil Nolde schrieb über Seebüll, seine selbst erkorene Heimat an der dänischen Grenze: „Gleich einem Märchen war die Heimat mir, im flachen Land, meinem Land, darüberhin die tausende Lerchen jubelnd auf- und niederschwebend, mein Wunderland von Meer zu Meer…“. In Nolde als Emil Hansen geboren, errichtete der Künstler seiner Frau und sich 1927 nach eigenem Entwurf ein Haus in der rauen, unnachgiebigen Weite Nordfrieslands. Wie der Charakter Noldes, der als Vorreiter expressionistischen Kolorits und Meister der Farbe gefeiert wird, zeigt sich auch sein Haus sehr individuell. Die klaren, geradlinigen Formen und das flache Dach bilden eine Allusion an die Bauhausarchitektur und somit einen Kontrast zu den die Region prägenden reetgedeckten Friesenhöfen. Seebüll bot Emil Nolde mannigfache Inspiration für u...


05.10.2018

Florenz und seine Maler – Von Giotto bis Leonardo da Vinci

 Den Malern im Florenz des 15. Jahrhunderts ist die erste Ausstellung in den neuen Sonderausstellungsräumen der Alten Pinakothek gewidmet. Mit rund 120 Meisterwerken präsentiert die Schau von 18.10.2018 bis 27.01.2019 in exemplarischen Gegenüberstellungen von Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen die bahnbrechenden künstlerischen Innovationen am Geburtsort der Renaissance. Eine umfassende Auswahl herausragender Tafelbilder, die für die Kirchen oder Paläste der toskanischen Handelsmetropole geschaffen wurden, führt in das Zeitalter der Medici und zeigt die Entwicklung der neuzeitlichen Malerei von ihren Anfängen mit Giottos Wirken bis hin zu den Schöpfungen von Leonardo da Vinci. Dank zahlreicher internationaler Leihgaben – vor allem aus den großen Sammlungen in Florenz, London, New York, Washington, Wien und B...


05.10.2018

Im Labyrinth der Moderne

 Ab dem 26. September 2018 zeigt das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Victor Vasarely kann heute als eine der zentralen Künstlerfiguren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt werden, deren Bildsprache sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt hat, ohne eine exakte kunsthistorische Verortung erfahren zu haben. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Auseinandersetzung mit der frühen Moderne. Beeinflusst wurde er durch die Theorien des Bauhauses und des Suprematismus. Später sind es seine technoiden und psychedelisch bunten Arbeiten, die durch optische Effekte in den Raum drängen und auf die Täuschung der Wahrnehmung abzielen. Diese Werke stehen stellvertretend für eine zukunftsgläubige Gesellschaft im Aufbruch. Sie prägen das Erscheinung...


05.10.2018

Museen auf Zeit

400 Millionen zum Ersten, 400 Millionen zum Zweiten und verkauft für 400 ­Millionen! Am 15. November 2017 wurde in New York Auktionsgeschichte geschrieben und das Leonardo da Vinci zugeschriebene Ölgemälde „Salvator Mundi“ nach rund 45 Geboten für den oben genannten Rekordpreis zugeschlagen. Dabei handelt es sich um den Hammerpreis, welcher in der Regel noch um Verkaufsgebühren ergänzt wird, sodass sich für „Salvator Mundi“ schließlich ein Verkaufspreis von 450,3 Millionen US-Dollar ergab. Auf diese Weise manifestierte sich das auf Walnussholz ausgeführte Kunstwerk, welches künftig die Louvre-Dependance Abu Dhabis bereichern wird, nach Angaben des mit der Versteigerung beauftragten Auktionshauses Christie‘s als das teuerste auf einer Auktion veräußerte Kunstwerk. Zum vorangegange...


05.10.2018

Vom Buch zum Bild

 Die Ausstellung "Vom Buch zum Bild - Künstler sehen Literatur" in Nordhausen beschäftigt sich mit einer der ergiebigsten Quellen des künstlerischen Schaffens, der bildhaften Umsetzung großer Themen der Weltliteratur. Bekannte und weniger bekannte Texte wurden auf unterschiedlichste Weise von Künstlern in eindrucksvollen, anschaulichen Bildzyklen dargestellt, z.B. von Salvador Dalí „Alice im Wunderland“ und „Faust“. Marc Chagall schuf 1956 expressive Farblithographien zur „Bibel“. Die Ausstellung zeigt, dass sich Pablo Picasso sowohl von Werken der griechischen Antike – „Die ­Metamorphosen“ (Ovid) – inspirieren ließ, als auch von Gedichten Jacques Préverts. Die in der Ausstellung zu sehenden 100 originalen Kunstwerke verdeutlichen, wie Künst...


05.10.2018

Schlachter des guten Gewissens

 Der Name Paul Holz wird von Kennern in ­einem Atemzug mit Paul Klee, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin oder auch George Grosz genannt. In virtuosen Federzeichnungen hielt Holz bevorzugt Bauern-, Schlachter- und Zirkusszenen fest, die seinen ungeschönten und zugleich sensiblen Blick auf das Leben widerspiegeln. Als ­tonangebender Kunstpädagoge wirkte er einige ­Jahre bis zu seiner Entlassung 1933 an der Kunstakademie Breslau. Anlässlich seines 80. Todestages stellt die Regensburger Schau "Schlachter des guten Gewissens - Der Zeichner Paul Holz 1883-1938" den faszinierenden Zeichner Paul Holz und seine künstlerischen wie literarischen Inspirationsquellen vor und führt erstmals zwei große Sammlungen zusammen: den Bestand im KOG Regensburg sowie die Highlights aus der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berl...


05.10.2018

Back to Paradise – Meisterwerke des Expressionismus

 Gut hundert Jahre ist es her, seit die ­bereits von den Umwälzungen des Realismus und des Impressionismus aufgewühlte Kunstwelt von einer ­neuerlichen Explosion erschüttert wurde. Plötzlich gab es Bilder, die sich über die Regeln perspektivisch-naturalistischen Darstellens hinwegsetzten, Gegenstände wild überzeichneten, grobe Formen verwendeten und mit flächigem Farbauftrag ­gegen die gängigen Vorstellungen von Kunstfertigkeit verstießen. Diese Kunst galt den meisten ­ihrer Zeitgenossen als Absturz auf ein „primitives“ Niveau. Heute zählt sie zum unbestrittenen Kernbestand der Moderne. Man nennt sie Expressionismus. Expressionistische Kunst in ganzer Breite In den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU ist die Zusammenführung der Schätze zweier Museen zu sehen, die aus Privatsammlungen exp...


05.10.2018

In Ekstase

Erstmals wird sowohl die einzigartige Malerei des für seine Kirchenfenstergestaltungen deutschlandweit bekannten Künstlers Wilhelm Geyer umfassend aufgezeigt, als auch das „furios-ekstatische“ frühe Hauptwerk der in den 1920er-Jahren entstandenen „Altarwerke“ und Triptychen in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt und zusammen in der Ausstellung „In Ekstase“ in der Städtischen Galerie im Museum Zehntscheuer in Böblingen präsentiert. Diese stellen rückblickend Meilensteine der Kunstgeschichte dar, da sie eine sich parallel zu den abstrahierenden Tendenzen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bildende „Figuration in der Zwischenkriegszeit“ verkörpern. Erst heute – immerhin fast 100 Jahre nach deren Entstehung – werden sie als Vorboten für die sich in den Nachkriegsj...


02.08.2018

Kelheim zur Eisenzeit

 Zwischen Donau und Altmühl, dort wo heute die Befreiungshalle steht, errichteten die Kelten schon im 2. Jh. v. Chr. die befestigte Stadt „Alkimoennis“ von ca. 650 Hektar Größe. Sie war von einer fast 10 km langen Stadtmauer gesichert, die in weiten Teilen noch heute im Gelände als große Wälle zu erkennen ist. Das Archäologische Museum der Stadt Kelheim lässt am Sonntag, den 5. August 2018, die keltische Vergangenheit Kelheims wieder aufleben. Ab 11 Uhr gibt das Museum im idyllischen Museumshof einen Einblick in das Leben jener Zeit. „Leibhaftige“ Kelten in voller Tracht zeigen Vorführungen und informieren über ihre authentische Ausrüstung. Ein Lagerplatz mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs aus Eisen, Glas, Holz, Keramik und Leder, mit Kochstelle und Mobiliar rundet die Szen...


02.08.2018

Von Hochstaplern und Seiltänzern – wie das Bauhaus nach Weimar kam

 Wie vielgestaltig, kompliziert und produktiv das Verhältnis von Kunst, Gesellschaft und Politik ist, zeigt kaum eine Epoche so deutlich wie die kurze Zeit der Weimarer Republik: Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs befindet sich Deutschland in einem gewaltigen Umbruch. Die alte Gesellschaftsordnung ist noch nicht vollständig untergegangen, die neue noch nicht ganz da. Im Februar 1919 tritt in Weimar die Nationalversammlung zusammen, um der jungen Republik eine demokratische Verfassung zu geben. In dieser Zeit der Unordnung und der gesellschaftlichen Ungleichgewichte wird im Frühjahr 1919 ebenfalls in Weimar eine neue Kunstschule gegründet, das Bauhaus. Mit seinem erklärten Ziel, vor dem Hintergrund des Industriezeitalters Handwerk und Kunst miteinander zu versöhnen, begreift es seine Arbeit als ein Ringen um Fortschritt und Modernität ...


02.08.2018

Wien, Wien, nur du allein ...

 Wenn nicht heuer, wann dann? Wenn nicht zu Klimts Ehren, zu wessen Ehren denn? 2018 wurde uns eine längst überfällige Entscheidung sprichwörtlich aus der Hand genommen – nach Wien fahren um einige der führenden Museen Europas zu besuchen. Gustav Klimts Todestag (6. Februar) jährt sich heuer zum 100. Mal, Egon Schieles auch (31. Oktober). Großartige Sammlungen, die in der österreichischen Hauptstadt präsentiert werden, ebenso wie die Möglichkeit neue (Kunst-)Wege zu beschreiten. Es wäre sträflich, würden wir an dieser Stelle nicht berichten. Drei Tage Hauptstadt mit einem pickepacke vollen Kulturprogramm warteten auf uns. Ganz oben auf ­unserer Liste stand die ­ALBERTINA, jenes Museum, das im Palais Erzherzog Albrecht, einer historischen Residenz der Habsburger, mitten im ersten Wiener Bezirk...


02.08.2018

Drei Monate voller Überraschungen

 Die 27. Meininger Kleinkunsttage werden in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich sein. Da wäre zum einen die lange Laufzeit in diesem Jahr. Heuer können die Kleinkunstfreunde über drei Monate hochwertige Künstlerinnen und Künstler in der Stadt erleben. Dies wird eine Ausnahme bleiben und steht in engem Zusammenhang mit der nächsten Besonderheit. Im Oktober wird mit dem Volkshaus eine neue Bühne eröffnet, die ab 2019 zur Hauptspielstätte der Kleinkunsttage werden soll. Am 27. Oktober wird Max Uthoff mit einem neuen Programm die neue Spielstätte sozusagen „kabarettistisch“ einweihen. Und die Dichte der außergewöhnlichen Künstler, die 2018 bei den Meininger Kleinkunsttagen auftreten werden, darf dann schon auch als außergewöhnlich oder aber zumindest erfreulich bezeichnet werd...


02.08.2018

Nirgendwo strahlt der Himmel so schön grau

 Fährt man in diese exzeptionelle Stadt ein, ist bereits ihr nordisches Flair zu spüren, ihre Schönheit, gepaart mit ihrem leicht rauen, ihrem authentischen Charakter. Hamburg tut nicht nur elegant und hübsch, Hamburg ist es. Aus dem Zug ausgestiegen, weht hier eine leichte Brise und es liegt ein Duft nach Franzbrötchen in der Luft. Vom Bahnhof geht es am besten sogleich zur nächstgelegensten Sehenswürdigkeit: Der Hamburger Kunsthalle. Fußläufig ist das an der Binnenalster gelegene Museum erreicht, das aus der Ferne bereits durch eine imposante Kuppel auf sich aufmerksam macht. Hinter einem neoklassizistisch gehaltenen Bau verbirgt sich noch ein modernes Gebäude aus Beton und Glas in klaren Formen und Farben. Vereint werden beide Bauten durch einen Platz aus rotem Stein, der sich zum Verweilen nutzen lässt, und ein...


05.06.2018

Musikalische Glanzlichter des Barock

Auftakt im Opernhaus Halle Wie kann es sein, dass ein Glanzstück aus Georg Friedrich Händels Opernschaffen zugleich eine Rarität ist? Für die Saison 1736/37 am königlichen Theater Covent Garden in London widmete sich Händel der historisch belegten Geschichte um die ägyptische Königin Kleopatra Berenike III., die aufgrund machtpolitischer Interessen Roms in Kleinasien mit ihrem römisch assimilierten Stiefsohn verheiratet worden sein soll. Ein solcher Stoff bietet natürlich beste Startbedingungen für einen Plot voller Irrtümer, Missverständnisse, Rachegelüste, Macht- und Liebesspiele. Die „Berenice“ war der letzte musiktheatralische Edelstein, der noch nicht in Halle geschliffen wurde. Nun aber ist das Ziel erreicht: Alle 42 Opern Händels wurden bei den Hallenser Händel-Festspielen zur ...


07.06.2018

Wecker, Pohjonen und Ferri in der Sommerkultur

 Musik, Tanz, Theater und sogar Filme genießt man in der warmen Jahreszeit am liebsten draußen – so auch in Meiningen. Vor allem mit dem Musikprogramm kann GRASGRÜN seinem Publikum wieder Hochkarätiges jenseits des Mainstreams bieten. Im Rahmen des MDR-Musiksommers tritt die Formation Elbtonal Percusion am 14. Juli auf und gibt damit den Startschuss für das anschließende Programm. In „Urban Drums“ geht es mit den phänomenalen Percussionisten auf eine Reise quer durch die Musikgeschichte, Stile und Klanglandschaften. Der finnische Akkordeon-Virtuose Kimmo Pohjonen, der gemeinsam mit seinen beiden Töchtern Inka und Saana am 21. Juli auf der Bühne stehen wird, ist bekannt dafür musikalische Genregrenzen nicht nur zu überschreiten, sondern diese auch zu verschieben. Seine zum Teil sphärischen K...


07.06.2018

„Die Päpstin – Der Medicus – Die Schatzinsel“

 Wer auf der Suche nach Hessens erfolgreichstem Bühnenfestival ist, der landet früher oder später beim „Musicalsommer Fulda“. Hier werden ausschließlich Stücke gespielt, die exklusiv in Fulda komponiert und produziert wurden. Damit verfügt der Musicalsommer über ein Alleinstellungsmerkmal, das ­sicherlich dazu beiträgt, dass alle Shows praktisch immer ausverkauft sind. Folgt man den Kundenbewertungen auf einer sehr großen deutschen Ticketplattform, haben die Fuldaer Aufführungen die besten Kundenbewertungen aller ­Musicals in Deutschland. Im Jahr 2018 stehen gleich drei Musicals auf dem Spielplan. Vom 15.6. bis zum 7.7. wird „Die Päpstin – Das Musical“ gezeigt, eine spannende, mittelalterliche Geschichte von höchstem Unterhaltungswert in einer Produktion auf Top-Niveau. &b...


07.06.2018

Sommer, Sonne, Weimar!

 Es ist wieder soweit: In Weimar startet die Sommersaison und mit ihr eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen, auf die sich nicht nur der Thüringer, sondern auch der Franke freuen kann. Unter der Überschrift „Weimarer Sommer“ verbergen sich zahlreiche Höhepunkte jedweder Couleur, die überwiegend nach Draußen auf die Plätze und Straßen der Stadt verlagert werden. So wird von Juni bis September jeden Sonntag, 20 Uhr, zum Tango-Tanzen auf den Theaterplatz gebeten. Jeder, der möchte, ist zu diesen Tanzsonntagen eingeladen. Getanzt wird, wie es einem gefällt und was das Tanzbein hergibt. Dabei sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man kein Profitänzer sein muss. Freude an Bewegung und Begegnung sollte man hingegen gerne mitbringen. Die Musik spielt beim Weimarer Sommer ohnehin eine übergeordn...


07.06.2018

Ode an die Kunst-Freude

 „Hier hat Luther disputiert, Bach komponiert, Goethe studiert und Napoleon kapituliert“, heißt es über die Stadt an der Pleiße. Neben einer bemerkenswerten Geschichte hat „das neue Berlin“ eine außerordentlich heterogene Kulturlandschaft zu bieten. Aufstrebende Komponisten arbeiten im Gleichklang mit dem ­großen Rundfunk-Sinfonie-­Orchester und lassen sich zu ­experimentellen ­Stücken inspirieren, die Theater-Szene zeigt klassische Inhalte und moderne Inszenierungen und auch das Kunsthistoriker-Herz fühlt sich an diesem mondänen Ort zu Hause. So lädt das Museum der bildenden Künste, ein 36 Meter hoher gläserner Kubus, welcher sich im belebten Zentrum inmitten von heimeligen Kaffeehäusern und ausgefallenen Boutiquen befindet, dazu ein, über 500 Jahre Kunstgeschic...


09.04.2018

Große Ehre

 Auch in dieser Spielzeit ist das ETA Hoffmann Theater Bamberg erneut bei einem internationalen Theaterfestival vertreten. Erstmalig wird eine Inszenierung des Bamberger Theaters bei den 72. Ruhrfestspielen Recklinghausen, einem der ältesten, größten und renommiertesten Theaterfestivals Europas gezeigt. Am 20. Mai 2018 wird in Recklinghausen das Auftragswerk „DER WESTEN“ von Konstantin Küspert in der Regie von Sibylle Broll-Pape seine Uraufführung feiern. Am 25. Mai wird dann die Bamberger Premiere im Studio des ETA Hoffmann Theaters zu sehen sein.   Mit dieser Einladung stellt das ETA Hoffmann Theater erneut seine überregionale Strahlkraft und künstlerische Relevanz unter Beweis. „DER WESTEN“ ist somit Teil einer programmatischen Ausrichtung, die jährlich Inszenierungen namhafter Regisseure, Darbie...


05.04.2018

Basquiat. Boom for Real

 Jean-Michel Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Mehr als 30 Jahre nach seiner letzten Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Werk des US-amerikanischen Künstlers eine große Ausstellung. Vom 16. Februar bis 27. Mai 2018 wird in über 100 Werken erstmals Basquiats Beziehung zu Musik, Texten, Film und Fernsehen seiner Zeit in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang deutlich. Im New York der 1970er- und 1980er-Jahre hinterließ Basquiat mit seinem Klassenkameraden Al Diaz unter dem Pseudonym SAMO© poetisch-konzeptuelle Graffitis auf Häuserwänden, collagierte Baseball- und Postkarten, malte auf Kleidung, Türen, Möbeln, riesigen Leinwänden und allem, was ihn umgab. Basquia...


05.04.2018

Auf Heinrich Heines Spuren wandeln

 Laue Sommerabende am Rhein, Spaziergänge durch die Altstadt, Flanieren auf der Königsallee. Allein dies trägt zum einzigartigen Zauber der schönen Stadt am Rhein bei. Wen die Landeshauptstadt auf den ersten Blick bereits in ihren Bann zieht, sollte unbedingt auch ihre Kunstschätze betrachten, um vollends von ihrem Charme und ihrer Vielfältigkeit überzeugt zu werden. Wir haben uns hierfür zwei Museen rausgepickt, die mit neuartigen Schauen locken: Die Kunstsammlung NRW und Kunstpalast. 1961 gegründet, hat sich die Kunstsammlung NRW inzwischen zu einer festen Größe in Düsseldorf und der Welt etabliert. Ohne Zweifel sind die drei Häuser der Kunstsammlung eine Institution mit klarem Auftrag: Ihren Besuchern die Kunst der Klassischen Moderne, amerikanischen PopArt und Gegenwart näher zu bringen, mit eine...


26.02.2018

„Say Yes“

 Am Ende war die Entscheidung der Jury eindeutig: Die Gewinner des internationalen Konzertdramaturgie-Wettbewerbs HUGO 2018 kommen von der Hochschule für Musik Nürnberg und gewinnen damit die Uraufführung ihres ausgearbeiteten Konzertkonzepts im diesjährigen Sommerprogramm der Zwischentöne – in der 11. Ausgabe der Montforter Zwischentöne vom 1. sowie 27. bis 30. Juni 2018. „Wir sind begeistert von der innovativen Kraft und dem künstlerisch hohen Niveau der Ensembles, was uns die Entscheidung sehr schwer gemacht hat.“, beurteilen Hans-Joachim Gögl und Folkert Uhde, die beiden Künstlerischen Leiter der Montforter Zwischentöne, das Ergebnis nach dem Finale. In „HUGO – Die Entscheidung“ präsentierten die drei Finalisten am 22. Februar in jeweils 20 Minuten Präsentationszeit ihre K...


05.02.2018

Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen!

 Das Thema Wohnungsbau ist heute so aktuell wie vor hundert Jahren. Aus Anlass des Jubiläumsjahres 2018 „Wir feiern Bayern“ widmet sich die Ausstellung „Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen! Wohnungsbau in Bayern 1918 | 2018“ in der Münchener Pinakothek der Moderne vom 15. März bis 21. Mai 2018 dem Wohnungsbau im Freistaat Bayern im Kontext politischer Maßnahmen sowie wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. In der historischen Betrachtung werden unterschiedliche Raumkonzepte und architektonische Lösungen als Spiegel der jeweiligen Lebensverhältnisse dargestellt. Ein besonderer Aspekt sind die Bau- und Siedlungsprogramme – insbesondere zur Entwicklung des sozialen und geförderten Wohnungsbaus im Freistaat – sowie die Schaffung von kostengünstigen Wohnungen für breite Bevöl...


04.12.2017

Verborgene Schätze aus Wien

Die Gemäldegalerie der 1692 gegründeten Akademie der bildenden Künste Wien gehört zu den großen Sammlungen Alter Meister in Wien. Zunächst waren es ausschließlich die Aufnahmewerke der Akademiemitglieder des 18. Jahrhunderts und die jährlich prämierten Preisstücke der Kunststudenten aus den Abschlussausstellungen der Akademie, die den Grundstock der Sammlung formten. Als aber Anton Franz Graf von Lamberg-Sprinzenstein 1822 seine rund 750 Werke umfassende bedeutende Gemäldesammlung der Akademie als Legat überlässt, hebt dies die der Akademie angegliederte Galerie aus dem Stand in den Rang einer auch international viel beachteten Institution. Noch heute ist diese Wiener Sammlung in den organisatorischen Verbund der Kunstakademie integriert. Durch ihre museale Bedeutung wurde ihre Funktion als Lehrsammlung in de...


07.12.2017

Et kütt wie’t kütt

 Gerhard Richter, Joseph Beuys, Jörg Immendorf. Drei in der Virtuosität ihrer Werke so unterschiedliche Künstler, die dennoch eine Gemeinsamkeit verbindet: ihr Bezug zum Rheinland. Während wir uns in der letzten Ausgabe der Bundeskunsthalle Bonn widmeten, zieht es uns nun nach Köln, bis wir in der übernächsten Ausgabe die nächste Rheinmetropole, Düsseldorf, und ihre Museen betrachten. Ema schreitet unbekleidet und erhaben eine Treppe herab, seichte Vermalungen verstellen den klaren Blick auf diesen einmaligen Akt, welcher das erste Werk der Photomalerei Gerhard Richters darstellt, für welches der Künstler eine selbst aufgenommene Vorlage verwandte. Neben diesem Schlüsselwerk der zeitgenössischen Kunst reihen sich weitere Schätze der Kunstgeschichte an den Wänden und in den Depots des weltber&uum...


06.10.2017

Die Bundeskunsthalle Bonn

 Vier Jahre ist es her, dass Schlagzeilen wie “Der Hüter des väterlichen Schatzes” internationale Zeitungsstände zierten und der Name Cornelius Gurlitt in aller Munde war. Und auch heute hat die Gurlitt‘sche Kunstsammlung nichts an Faszination eingebüßt. Nach langen Diskussionen nahm das Kunstmuseum Bern schließlich das Erbe an und ist nun im Besitz von rund 1500 Werken: Gemälde, Gouachen, Zeichnungen und Druckgraphiken von namhaftesten Künstlern der Klassischen Moderne und des 20. Jahrhunderts wie Beckmann, Chagall, Kirchner, Liebermann, Macke, Nolde, Picasso, aber auch Arbeiten aus dem 19. bis hin zum 16. Jahrhundert, beispielsweise von Canaletto und Courbet. So kostbar und einzigartig, atemberaubend und betörend nehmen sich die Artefakte aus, dass sie nicht länger der Öffentlichkeit vorenthalt...


04.08.2017

Wechselndes Klima: Von Berlin nach Aschaffenburg

 Klimawechsel. Ein stetig relevanter werdendes Thema. Veränderung, unmerklich, bisweilen fast Stagnation, und dann die großen Auswirkungen. Was hat dieses uns alle betreffende Naturphänomen aber mit Kunst gemein? Vor allem mit der Kunst Johannes Heisigs, die unter genau diesem Titel, „Klimawechsel“, bis zum 26. November 2017 in der Kunsthalle Jesuitenkirche in Aschaffenburg präsentiert wird? Dies lässt sich am besten durch die Betrachtung des Œuvres herausfinden. Dabei konzentriert sich die Exposition, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, vor allem auf die letzten fünf bis zehn Jahre und legt ihr Augenmerk auf Kunstwerke, die Heisig selbst als im weitesten Sinne politisch versteht. Politisch kann heutzutage alles sein, politisch will heutzutage fast alle Kunst sein. Doch Heisig stellt die Politik...


04.08.2017

Kunstfest Weimar gerettet

 Seit Mitte Mai 2017 gibt es in Sachen Kunstfest nun Sicherheit: Die finanzielle Beteiligung der Stadt Weimar am jährlich stattfindenden Kunstfest in Höhe von 250.000 Euro ist bis 2019 gesichert. Seit dem Frühjahr 2016 bangten die Macher des Festivals, allen voran der künstlerische Leiter Christian Holtzhauer, um dessen Zukunft, denn der Wegfall des städtischen Zuschusses hätte auch die Streichung der 650.000 Euro schweren Zuschüsse des Landes Thüringen bedeutet. Medienberichten zufolge führte zu dieser Entscheidung auch das für Weimar so wichtige Jubiläumsjahr 2019, in dem sich die Gründung der Weimarer Republik und des Bauhauses zum 100. Mal jähren. Man darf also zunächst aufatmen und sich auf das vom 17. August bis 2. September stattfindende Kunstfest vorbereiten und freuen. Das Fest steht für...


04.08.2017

Im Spiegel der Zeit – Die prachtvolle Museumsarchitektur im Florenz des Nordens

 Nachdem wir die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der vergangenen Ausgabe („Auf den kostbaren Spuren der sächsischen Kurfürsten – Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Teil 1“) inhaltlich vorgestellt haben, möchten wir die Museumslandschaft nun von außen betrachten und dazu einen kleinen Exkurs in die Architekturgeschichte unternehmen. Über 700 Jahre Stadtgeschichte gehören zum Elbflorenz, doch die prachtvollsten Bauten, für die Dresden so berühmt ist – jene, die, auf der Carolabrücke stehend, zu einem herüberfunkeln, und deren Panorama geschätzt die Hälfte aller in Dresden erhältlichen Ansichtskarten zieren – entstammen der Zeit der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des Historismus. Kaum ein Gebäude hat die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 u...


02.06.2017

„Der Medicus – Das Musical“

 Im Sommer 2016 erlebte Fulda die weltweit erste Bühnenfassung des Erfolgsromans von Noah Gordon. In Fulda konnten alle 103 Vorstellungen mit 70.000 Zuschauern in nur 3 Monaten komplett ausverkauft werden, darüber hinaus wurde das Musical für das beste musikalische Arrangement mit dem Deutschen Musical Theaterpreis ausgezeichnet. Trotz des großen Erfolges haben sich die Verantwortlichen nicht auf ihren sprichwörtlichen Lorbeeren ausgeruht, sondern versprechen für die neue Inszenierung im kommenden Sommer viel Neues und Überraschendes. Noah Gordons Romanfigur, der junge Engländer Rob Cole, wächst im London des frühen Mittelalters auf und merkt schnell, dass er die Geheimnisse der Medizin erlernen will. In der abendländischen Welt ist dieses Wissen nicht verfügbar und so begibt er sich auf eine gefährliche R...


02.06.2017

Weißer Rauch und ein Tempel aus Büchern – von Athen gelernt?

 In Kassel brennt es. Weißer Rauch steigt aus dem Schornstein des Fridericianums. Doch statt auf ein Feuer im Museum oder eine erfolgte Papstwahl hinzuweisen, verkündet er: Habemus documentam. Zum ersten Mal in der Geschichte der bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst wurde die documenta dieses Jahr nicht in Kassel, sondern am 8. April zunächst in Athen eröffnet. Um auf diesen historischen Moment hinzuweisen, installierte Daniel Knorr unter dem Titel „Expiration Movement“ fünf Nebelmaschinen im Fridericianum, einem der Hauptausstellungsorte Kassels. Denn am 10. Juni öffnet das Museum der 100 Tage ebenfalls in der Heimatstadt der documenta. 1955 rief der Kasseler Künstler Arnold Bode die Schau ins Leben und zeigte als „entartet“ verfemte Kunst des 20. Jahrhunderts, um Deutschland nach dem zweite...


02.06.2017

Auf den kostbaren Spuren der sächsischen Kurfürsten

 „Blühe, Deutsches Florenz, mit Deinen Schätzen der Kunstwelt!“, rief Gottfried Herder 1802 aus. Und auch heute liegt Dresden märchenhaft in seinem Elbtal und wartet nur darauf, all seine Kunstschätze zu offenbaren. Diese haben in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ihre Heimat gefunden, die aus den 1560 begründeten Sammlungen der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige hervorgehen und 14 Museen zählen, welche zu den bedeutendsten der Welt gehören. Eine einzigartige thematische Vielfalt präsentiert sich dem Besucher im Elbflorenz. So lädt der Zwinger nach dem Passieren im Innenhof gelegener verzückender Wasserspiele in eine filigrane Welt aus Porzellan ein und beeindruckt mit der qualitätsvollsten und zugleich umfangreichsten keramischen Spezialsammlung der Welt. Herausragend...


31.03.2017

Die Dreifaltigkeit der Frankfurter Kunstszene

 Ein Museumsbesuch klingt stets nach einem überaus bereichernden Plan für das Wochenende. Wie wäre es dann erst, an einem Samstag bis spät in die Nacht zahlreiche Museen zu besuchen, ihre Ausstellungen zu bewundern und ein buntes Programm zu erleben? Dies ist am 6. Mai von 19 bis 2 Uhr möglich, wenn 50 Ausstellungshäuser zur 18. Nacht der Museen Frankfurt und Offenbach laden, um Kunst und Kultur mit einem außergewöhnlichen Erlebnis zu verbinden. Einen besonderen Höhepunkt der Museumslandschaft entlang des Mains bildet dabei das Dreiergespann aus Schirn, Städel und Liebieghaus. Unter der Leitung von Dr. Philipp Demandt, der 2016 von der Alten Nationalgalerie in Berlin als Direktor nach Frankfurt wechselte, zählen die drei Häuser zu den renommiertesten Europas. So lohnt sich ein Besuch jederzeit, doch am 6. Ma...


28.11.2016

Die Museumsinsel in Berlin

 Der erste Schnee ist gefallen, die ersten Weihnachtsgeschenke sind gekauft und jeder Smalltalk beinhaltet nun die Frage nach etwaigen Silvesterplänen. Wie wäre es, dieses Jahr ganz nonchalant auf einen Berlin-Besuch zu verweisen? Berliner tendieren dazu, zwischen zwei Jahreszeiten zu unterscheiden: Sommer und dem Rest, den man getrost vergessen kann. Dabei ist Berlin im Winter wunderbar – wenn man weiß, wie man verschneite Nachmittage gestaltet. So ist Berlin nicht nur die Bundes-, sondern vor allem die Kunsthauptstadt. Zwischen allerlei renommierten Museen findet sich hier ein ganz besonderes, fünf Häuser umfassendes Ensemble von Weltrang: die seit 1999 zum UNESCO-Kulturerbe gehörende Museumsinsel. Sie zählt zu den erhabensten Museumskomplexen weltweit und beheimatet die von Friedrich Wilhelm III. initiierte Kunstsammlung de...


30.09.2016

Entspannt Zuhören

 Sie werden es sicher schon bemerkt haben: der Leseherbst ist wieder angebrochen. Um sich auf diese gemütliche Zeit einzustimmen, kann man auch erstmal nur zuhören, denn die Zeit der Lesungen beginnt. Und zwar nicht nur in Forchheim und Schwabach (siehe S. 18), sondern auch in Jena. In der Saalestadt findet heuer der 22. Lesemarathon statt. Die Ernst-Abbe-Bücherei, der Lese-Zeichen e.V. und Neue Lesehallenverein präsentieren vom 25.10. bis 17.11.2016 zwölf Lesungen im Volkshaus und Kunsthof Jena. Den Auftakt machen am 25.10.2016 William Shakespeares 154 Sonette. Oder besser: ein Teil davon – sonst müsste man sich wohl für länger im Volkshaus einquartieren. Gelesen wird in deutscher und englischer Sprache von Christine Hansemann und Dr. Sonja Price. Für die musikalische Begleitung sorgen Katharina Schwarz aus Nürtin...


24.08.2016

Ein gelungener Auftakt

Schon die ersten Tage zeigten, der Auftakt des Weimarer Kunstfestes ist gelungen. Nach dem Eröffnungsfest und -konzert am vergangenen Freitag begaben sich am Samstag die ersten Besucher auf Zeitreise durch „500 Meter Weimar“. Markus Fennert, Schauspieler am DNT, fungierte ab 15 Uhr als sogenannter Stadtbilderklärer (der DDR-Begriff für Stadtführer) und bekam dabei tatkräftige Unterstützung von Kollegin Anke Heelemann, die Fennerts Ausführungen mit Fotos und Diabetrachtern oder sogar Schallplatten aus ihrer Fotothek, die sie als rotes Rollköfferchen hinter sich herzog, untermauerte. 2 Stunden für 500 „gewöhnliche“ Meter Weimarer Wegstrecke klingen zwar viel, selten war eine Stadtführung jedoch so kurzweilig. Wohl vor allem deshalb, weil man nicht, wie normalerweise, hunderte Fakten rund um Goethe, S...


28.07.2016

Stellung beziehen in der Kunst

 Als eines der größten und bekanntesten Festivals zeitgenössischer Kunst, findet das Kunstfest Weimar auch in diesem Jahr wieder statt. Wenngleich die Zukunft des Kunstfestes momentan noch auf der Kippe steht (wir berichteten bereits online darüber) und erst im Herbst wieder darüber getagt wird, lassen wir es uns natürlich trotzdem nicht nehmen, über das aktuelle Festivalprogramm zu berichten. In diesem Jahr werden den Besuchern an 17 Festivaltagen vom 19. August bis 4. September 28 Produktionen und Projekte präsentiert. Themengebend für den Veranstaltungskanon anlässlich des 100. Geburtstag von Peter Weiss ist die Frage nach den Aufgaben der Kunst in der heutigen Zeit. Aktueller denn je geht es dabei um ein Europa in der Krise. Der Brexit sitzt den meisten von uns noch immer in den Knochen. Der Migrationsstrom wurde ...


28.07.2016

Von A wie Abdelkarim bis Z wie Zuckerfest für Diabetiker

 Man muss sicher nicht alles mögen, was die Verantwortlichen der Meininger Kleinkunsttage heuer in ihr Programm aufgenommen haben, aber in Summe kann man durchaus von dem diesjährigen Line-Up beeindruckt sein. „Von Stars der Szene bis zu familiärem Lokalkolorit…“ so benennen es die Macher selbst und treffen damit ziemlich genau ins Schwarze. Und dies nicht nur, was die Künstler betrifft, nein, auch bei den Themen wird so ziemlich alles angeschnitten, was gerade mal wieder in deutschen Wohnzimmern oder an Stammtischen Abend für Abend durchdiskutiert wird. Egal ob Politik, Bildung, Emanzipation oder auch Integration, zumindest inhaltlich wird hier wohl jeder auf seine Kosten kommen. Und Angst, dass es bei dieser Themenauswahl zu ernsthaft oder vielleicht auch zu trocken zugehen könnte, braucht auch niemand zu haben, dafü...


28.07.2016

Einmal quer durch die Kunstgeschichte

 Ein Blick über den Tellerrand ist wichtig, das kann man ganz allgemein so stehen lassen. Vor allem aber in Sachen Kultur ist er sicher nicht von Schaden. Was das angeht, haben Deutschlands große Museen so einiges zu bieten. Das wollen wir Ihnen, verehrte Leserschaft, nicht vorenthalten. Damit wir Ihnen gelegentlich immer wieder neue Schätze der Kultur- und Museumslandschaft in einem Rundumblick vorstellen können, begeben wir uns ab sofort für Sie auf Reisen in die Kunst- und Kulturmetropolen der Republik. Beginnen wollen wir dieses Mal im nicht ganz so fernen München mit den drei Pinakotheken. Ein Streifzug gefällig? Das Bermudadreieck des Münchner Museumsareals bilden die drei Pinakotheken. Sie zählen obendrein zu den bedeutendsten Kunstmuseen weltweit. Die Alte und die Neue Pinakothek entstanden auf Bestreben des kunsts...


22.06.2016

Musikalische Starthilfe für ambitionierte Senkrechtstarter

 Während in der Region Nürnberg die Musikerszene gut mit Workshop-Angeboten versorgt ist,  sind die Städte Forchheim, Erlangen und Erlangen Höchstadt noch ein weißer Fleck auf der Poplandkarte. Das möchte das E-Werk Erlangen gemeinsam mit POP! Rot Weiss, vpby, Sound of Erlangen und dem Musikinstitut taktstelle mit dem neu ins Leben gerufenen Music Camp ändern. In der ersten Sommerferienwoche bieten namhafte Dozenten wie Lena Dobler, Thomas Lechner oder Andy Barsekow eine ganz besondere Workshop-Reihe für Nachwuchsmusiker, die auf dem Parkett der Musikszene Fuß fassen möchten. Zu Beginn jeder Musikerkarriere stehen zunächst viele Fragezeichen: Es gibt Musiker, die Gleichgesinnte suchen, um eine Band ins Leben zu rufen. Andere sitzen schon gemeinsam im Proberaum und überlegen, wie sie am besten eigene So...


07.06.2016

Der Turm der Blauen Pferde in der Pinakothek der Moderne

Das legendäre Gemälde des Expressionismus »Der Turm der blauen Pferde« von Franz Marc gilt seit Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen, nachdem es von den Nationalsozialisten 1937 als »entartet« beschlagnahmt wurde. Erhalten hat sich aber der einzige farbige Entwurf des Gemäldes auf einer Postkarte, die Franz Marc Neujahr 1913 an die befreundete Dichterin Else Lasker-Schüler sandte. Als Teil der neuen Sammlungspräsentation und anlässlich des 100. Todesjahrs von Franz Marc (am 4. März 1916 bei Verdun gefallen) ist der »Turm der blauen Pferde« mit weiteren 21 bemalten Postkarten Franz Marcs aus der Fohn-Schenkung in Saal 10 der Pinakothek der Moderne ausgestellt. Die bemalten Postkarten und Briefgrüße von Franz Marc und Else Lasker-Schüler bilden einen Höhepunkt expressionistisch...


01.06.2016

Berlin Calling

 Am Dienstag nach Pfingsten war es endlich wieder soweit. Die Proben zu den Almühlsee Festspielen 2016 haben in Berlin begonnen. Bis zum 16. Juni proben nun neue und bekannte Ensemblemitglieder der Altmühlsee Festspiele in einer restaurierten Fabrikhalle in Berlin Kreuzberg. Zwischen Oranienstraße und Görlitzer Bahnhof schlagen die Muhrer Darsteller ihre künstlerischen Zelte auf. In der ersten Woche stehen musikalische Proben der Musical Produktion „Für mich soll´s Rote Rosen regnen“ über das bewegte Leben des deutschen Weltstars Hildegard Knef im Mittelpunkt der Arbeit. Unter der bewährten musikalischen Leitung von Nico A. Stabel singen, spielen und tanzen Alexandra Martinescu, Tina-Nicole Kaiser und Armin Sengenberger. Ab dem 22. Mai versucht „Der Kleine Prinz“ sein Glück zu finden und all...


24.05.2016

Höhepunkt der Opernsaison

 Sie haben eine lange Geschichte und eine ungebrochene Anziehungskraft für die Melomanen: Die Münchner Opernfestspiele, vor fast 140 Jahren gegründet, gelten als das traditionsreichste Festival seiner Art und ziehen nicht nur die Opernfreunde aus München an, sondern Musiktheater-Begeisterte aus aller Welt. Regelmäßig erweitern die Festspiele sommers das Saisonprogramm der Bayerischen Staatsoper um anspruchsvolle Neuinszenierungen, um eine innovative Festspiel-Werkstatt und um die äußerst beliebten Veranstaltungen der „Oper für alle“. So werden sie zum Höhepunkt der gesamten Opernsaison in München.   Zwei Premieren wird es heuer geben: Zur Eröffnung am 26. Juni wird Fromental Halévys „La Juive“ in einer Inszenierung von Calixto Bieito gegeben, die musikalische Le...


24.05.2016

Der Medicus

 Welturaufführungen scheinen in der hessischen Barockstadt langsam aber sicher zum Musicalalltag zu werden. Nach der „Päpstin“ im Jahr 2011 und der „Schatzinsel“ im letzten Jahr, haben sich die Macher von spotlight Musical auch in diesem Jahr einen Stoff ausgesucht, den es als Musical vorher noch nie zu sehen gab, den Weltbestseller „Der Medicus“ des amerikanischen Star-Autoren Noah Gordon (90). England vor über 1000 Jahren – der junge Rob Cole wird zum Waisen und schließt sich als Lehrling einem fahrenden Bader an. Schon bald entdeckt er seine Gabe und entwickelt den unbändigen Wunsch, Medicus zu werden. So macht er sich auf eine gefährliche Reise, um im persischen Isfahan bei Ibn Sina, dem Arzt aller Ärzte, zu lernen. Da es Christen zu dieser Zeit untersagt ist, an arabischen Universit&aum...


24.05.2016

Der Weimarer Sommer 2016

 Künstler und Publikum erobern Weimars Parks und Plätze, treffen sich zu Kunst und Kultur, feiern und tanzen, lauschen und finden in Weimar eine lässige Eleganz, wie sie nur europäische Kulturstädte ausstrahlen. Der Weimarer Sommer hat sich als beliebte und abwechslungsreiche Reihe etabliert. Neben den ganz großen Ereignissen, wie den Open-Air-Konzerten auf der Seebühne im Weimarhallenpark, dem Video-Fassaden-Festival Genius Loci Weimar oder dem Kunstfest Weimar, sind es viele kleinere Reihen, die unter freiem Himmel und in Konzertsälen höchst unterhaltsame Akzente setzen. I-Tüpfelchen 2016: Die Landesausstellung „Die Ernestiner – Eine Dynastie prägt Europa“ ist bis 28. August zu sehen. Ein großes Publikum wird erwartet, wenn die Staatskapelle Weimar am 2. Juli, unter freiem Himmel und dem...


24.05.2016

Grasgrün 2016

 Die fünfte Auflage der Sommerkultur GRASGRÜN, dessen Titel nicht zufällig das ganze Spektrum sommerlicher Lebensfreude von der grünen Wiesen, bunten Cocktails und Open-Air-Kultur assoziiert, besticht durch ihr ausgesprochen musikalisches Profil. Herausragende und überregional bekannte Künstler wie Vincent Peirani & Émile Parisien (5. August 2016, 20 Uhr im Hof des Schlosses Elisabethenburg), die Sängerin mit der wohl rauchigsten Stimme überhaupt – Marla Glen (30. Juli 2016, 20 Uhr im Hof des Schlosses Elisabethenburg) – werden im Sommer 2016 in Meiningen gastieren. Der fröhliche Musikmix aus Latin, Soul und Dub der Band DePhazz (22. Juli 2016, 20 Uhr im Hof des Schlosses Elisabethenburg) und die in der Stadt bereits gut bekannten Zucchini Sistaz (31. Juli 2016, 18 – 21 Uhr im Park des „Al...


23.03.2016

Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach

 Die Nacht der Museen ist mittlerweile aus dem Rhein-Main-Kulturgeschehen nicht mehr wegzudenken. Zu diesem Termin öffnen über 50 Museen und Ausstellungshäuser in Frankfurt und Offenbach abends ihre Türen, um zu ungewöhnlicher Zeit von 19 Uhr abends bis 2 Uhr früh ihr vielfältiges Angebot zu präsentieren. Dabei können einheimische und auswärtige Gäste nicht nur die laufenden Ausstellungen mit oder ohne Führung besichtigen. Das sehr umfangreiche Programm dieser Nacht beinhaltet auch Musikevents, Tanz, Lesungen, Theatervorführungen, Künstlergespräche, Workshops, Partys und internationale Gastronomie. Auf zwei Events möchten wir unsere Leser an dieser Stelle gerne besonders aufmerksam machen. Vom 23. April bis zum 25. September ist im Museum für Angewandte Kunst Stefan Sagmeister mit seiner...


23.03.2016

700 Jahre Bürgerspital

 Zu Würzburg gehört das Weingut Bürgerspital mittlerweile seit 700 Jahren und ist auch in der Kulturszene vielen ein Begriff, bieten seine Räumlichkeiten nicht zuletzt auch dem Mozartfest eine interessante Spielstätte. 2016, zum 700 jährigen Jubiläum des Weingutes, gehen die Verantwortlichen allerdings noch einen Schritt weiter. Ein besonders umfangreiches Veranstaltungsprogramm bereichert den städtischen Kulturkalender zumindest in diesem Jahr enorm.   Unter den vielen Veranstaltungen möchten wir Ihnen gerne drei besonders ans Herz legen. Mit einem anspruchsvollen Konzertprogramm aus dem Bereich der Film- und Musicalmusik tritt das Projektorchester Würzburg gemeinsam mit den Geiger Florian Meierott am 21.05. im Rahmen eines Benefizkonzertes zugunsten der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist in der K...


23.03.2016

Wie Oma damals Wäsche wusch

 Wie die Menschen einst wohnten, kochten, ihre Wäsche wuschen und Haus und Hof bewirtschafteten – kurzum: wie sie lebten und arbeiteten - lässt sich nirgends so gut nachempfinden wie in einem Freilandmuseum. Es gibt sie nicht oft, diese ganz besonderen Museen, weil Museumsdörfer, aber es gibt sie – allein im Frankenländle gleich vier Mal. In Bad Windsheim, Fladungen, Warmensteinach und in Neusath-Perschen i. d. Oberpfalz (also recht gut verteilt) machen sie Geschichte wirklichkeitsgetreu erlebbar. Wenn von einem Freilandmuseum die Rede ist, bedeutet das vor allem eines: Zum Zweck des Erhalts alter Gebäude (die keine Nutzung mehr erfahren und anders oft nicht zu retten sind), werden sie transloziert, d.h. im Klartext: sie werden aus ihrer alten Umgebung in eine neue versetzt. Klingt nach viel Aufwand und das ist es auch. Anstatt die...


23.03.2016

„Bier in Bayern“

 Das im Jahr 1516 erlassene bayerische Reinheitsgebot feiert 2016 seinen 500. Geburtstag. Dieses für die bayerische Biergeschichte wichtige Ereignis ist der An­lass der Landesausstellung „Bier in Bayern“, die vom Haus der Bayerischen Ge­schichte von 29.04. bis 30.10.2016 im ehemaligen Zisterzienserkloster Aldersbach im Passauer Land gezeigt wird. „Bayern, Bier und das Reinheitsgebot – ein fast heiliger Dreiklang“, sagt Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte. Der Ausstellungsort könne nicht besser gewählt sein, lobt er das ein­malige Ensemble. Auch der Projektleiter der Bayerischen Landesausstellung, Dr. Rainhard Riepertinger, ist begeistert von Aldersbach: „Eine der schönsten Barock­kirchen Bayerns, eine historische sowie eine moderne Brauerei und ein Bräustüberl ...


26.01.2016

Festival- und Veranstaltungsguide 2016

 Das Jahr ist noch jung, wirft aber schon jetzt seine kulturelle Schatten voraus. Auch 2016 hält eine Menge für Kunst- und Kulturbegeisterte, Musik-, Film- und Theaterliebhaber bereit. Es brodelt schon, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn bereits Ende Januar rumort es im Kulturkessel der Metropolregion Nürnberg und darüber hinaus. Die anstehenden Festivals und Veranstaltungen wollen schließlich gut vorbereitet und geplant sein. Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, soll Ihnen unsere Festival- und Veranstaltungsübersicht eine kleine Hilfe sein. Sich angesichts des großen Spektrums und der einzigartigen Vielfalt des Gebotenen entscheiden zu müssen, ist gar nicht so leicht. Zur Auswahl stehen weit über sechzig Events. Den Auftakt macht Weiden i. d. Oberpfalz. Hier finden anlässlich des 100. Todestages von Ma...


09.11.2015

HEATHER PHILLIPSON. EAT HERE

GP 15.00 Ab dem 20. November 2015 wird mit einer Installation in der frei zugänglichen Rotunde der Schirn Kunsthalle Frankfurt die britische Künstlerin Heather Phillipson erstmals in Deutschland präsentiert. Das multimediale Werk, dessen Titel „Eat here“ fast als Anagramm von Heart oder Heather gelesen werden kann, widmet sich sowohl der anatomischen als auch der ästhetischen Seite des Herzens. „Eat here“ umfasst Objekte, Sound und Film: Der Boden der Rotunde ist mit einem dicken roten Stoffteppich bedeckt, in dessen Zentrum sich eine rotierende Plattform befindet, auf der eine berdimensionale Styroporskulptur in Form eines Fußes installiert ist. Von erhöhten Aussichtspunkten, die über Treppen betreten werden können, sieht der Besucher auf zwei von einem quer gespannten Seil gehaltene Leinwä...


13.10.2015

17 000 Inseln der Imagination

Mit einem neuen Konzept und einem neuen Hallenplan wartet im Oktober die Frankfurter Buchmesse auf. So soll aufgezeigt werden, dass die internationale Verlagsszene seit Jahren immer stärker zusammenwächst. Vom 14. Oktober bis zum 18. Oktober ist Indonesien Ehrengast. Das südostasiatische Inselreich gewährt erstmals im deutschsprachigen Raum Einblicke in seine Kultur und Literatur, in seine Küche und seine Lebensart. Der Ehrengast wird auf der Ebene 1 im Forum präsentiert. Jürgen Boos, der Direktor der Messe, sieht in Indonesien einen „wichtigen neuen Mitstreiter im internationalen Publishing-Netzwerk“ und verspricht, dass man in diesem Jahr erleben werde, „wie eine junge Demokratie einen eigenen, innovativen Weg auf den Feldern Bildung, Lesen und Geschichtenerzählen beschreitet“.   „Mit d...


13.10.2015

Eine Museumsumschau in Weimar

Das Neue Museum Weimar geht zurück auf das 1869 fertiggestellte Großherzogliche Museum. Es ist das erste Museum Thüringens überhaupt und wurde anlässlich seiner Eröffnung von der Presse als „prächtiger Bau von seltener Reinheit des Stils und Schönheit der Form“ gefeiert. Der große Sammler, Mäzen, Mann von Welt und Tagebuchschreiber – er führte über nahezu sechs Dekaden, von 1880 bis 1937, fast lückenlos ein Diarium – Harry Graf Kessler übernahm 1903 die ehrenamtliche Museumsleitung. In den frühen Zwanzigern wurden maßstabsetzende Ausstellungen moderner Kunst in Szene gesetzt. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude arg mitgenommen und wurde 1952 geschlossen. Erst 1999 (Weimar war damals europäische Kulturhauptstadt, gemeinsam mit Avi...


28.07.2015

Flöte, Posaune, Klavierduo, Gesang

Bamberg ist mit dem Münchner ARD-Wettbewerb – also einem der bedeutendsten Musikwettbewerbe überhaupt – auf vielfache Art eng verbunden. Diese Verbundenheit reicht zurück mindestens bis ins Jahr 1967, als Otto Winter den 3. Preis im Fach Oboe errang. Er war von 1965 bis 2002 Solo-Oboist der Bamberger Symphoniker. Deren jetziger Solo-Oboist, Ivan Podyomov, gewann 2011 und 2007 jeweils den 2. Preis, während seine Kollegin an der Solo-Flöte, Daniela Koch, 2010 Zweite wurde und Solo-Hornist Christoph Eß 2005 Dritter (der 1. Preis ging an Szabolcs Zempléni, bis 2013 gemeinsam mit Eß Solo-Hornist an der Regnitz; Marie-Luise Neunecker, die diese Stelle 1980/81 innehatte, war 1983 Dritte in München). Der Fagottistin María José Rielo Blanco – sie war Akademistin der Bamberger Symphoniker &ndas...


28.07.2015

24. Meininger Kleinkunsttage

Seit 1992 besteht das in Thüringen einmalige Festival und hat sich zwischenzeitlich zu einem national bekannten Publikums- und auch Künstlermagneten entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, wo rein auf Comedy und Kabarett gesetzt wird, präsentiert man in Meiningen das komplette Spektrum der Kleinkunst. Lesen sich die Line-Ups anderswo wie ein „who is who“ der deutschen Comedyszene, so findet man in der thüringischen Kreis- und Kulturstadt auch Musik, Variety und Schauspiel. Von Torsten Sträter, der am 27. August den Startschuss gibt über Frank Krischek mit seinem Akkordeonkabarett am 10. September bis zum Schlußpunkt am 24. September der Kerim Pamuk & Lutz von Rosenberg Lipinsky vorbehalten ist, reiht sich eine Kleinkunstperle an die nächste.   Und noch etwas unterscheidet die Meininger K...


28.07.2015

Max Reger und böhmisches Musikantentum

Dieses Motto liegt nahe, und das im zwiefachen Sinne: „Geborene Musikanten – Max Reger und die tschechische Musik“ sind die 17. Weidener Max-Reger-Tage überschrieben, und wer das Naheliegende nicht sofort beim Blick auf die Landkarte erkennt, dem bleibt immer noch der Blick auf das kompositorische Schaffen des Spätestromantikers und seine Affinitäten zur Musiktradition des Nachbarlandes. Das oberpfälzische Musikfestival findet heuer vom 13. September bis 4. Oktober an verschiedenen Orten statt, wobei die Max-Reger-Halle und das Rathaus in Weiden bevorzugte Auftrittsorte der eingeladenen Ensembles sind.   Den Auftakt macht jedoch ein Vortrag Wolfgang Ratherts zum oben genannten Motto, dem sich das Eröffnungskonzert mit dem Oxalys-Ensemble anschließt. Natürlich stehen Werke Max Regers und eines der tschech...


28.07.2015

Das Kunstfest in Weimar

Zweieinhalb Wochen geballte, überwiegend zeitgenössische Kultur der unterschiedlichsten Sparten verspricht die 26. Ausgabe des Kunstfestes Weimar vom 21. August bis zum 6. September. Internationale Größen sind dabei ebenso vertreten wie Künstler aus der Region. Die im Erfurter Zughafen angesiedelte STÜBAphilharmonie beispielsweise wird das Eröffnungskonzert in der Weimarhalle ausschließlich mit Uraufführungen von Werken junger Komponisten (Johannes Winde etwa und Steffen Greisiger) gestalten, die unter dem Leitthema Aufbruch und Bewegung entstanden sind und mittels dreidimensionaler Projektionen auch visuell umgesetzt werden. Bachs Partiten für Violine solo wird Midori Seiler mit elektronischer Musik und Tanz in Verbindung bringen. Seine deutsche Erstaufführung wird im Schießhaus das Musiktheaterwerk &...


15.07.2015

Sommerkonzerte mit viel Chormusik in Ingolstadt

 Mit Joseph Haydns „Jahreszeiten“ haben im Festsaal Ingolstadt Kent Nagano, die Audi-Jugendchorakademie und das üblicherweise von Enoch zu Guttenberg dirigierte Orchester der KlangVerwaltung am vergangenen Sonntag das Vorsprung-Festival innerhalb der Audi Sommerkonzerte eröffnet. „Natur und Technik“ lautet das diesjährige Motto des Vorsprung-Festivals. Am heutigen Mittwoch wird Nagano gemeinsam mit dem fabelhaften, 1980 aus Mitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie hervorgegangenen Frankfurter Ensemble Modern und Thomas Zehetmair von 19.30 Uhr an im Theater Ingolstadt musizieren.   Zum Einstieg erklingen in einer Bearbeitung von Ichiro Nodaira Ausschnitte aus der „Kunst der Fuge“ BWV 1080. Hernach (so betitelt sind im Übrigen Gottfried Benns Briefe an Ursula Zierbarth, die 2001 bei Wallstein in Göt...


25.06.2015

Nora Gomringer liest beim Klagenfurter Wettstreit

 Lange währte das Leben der Ingeborg Bachmann wahrhaftig nicht: gerade einmal etwas über viereinhalb Dekaden. Die starke Raucherin und hochgradig Tablettensüchtige war in einer Spätseptembernacht des Jahres 1973 in ihrem Zuhause in der Via Giulia 66 in Rom mit einer glimmenden Zigarette eingeschlafen. Es kam zu einem Zimmerbrand, Bachmann wurde in das Ospedale Sant‘ Eugenio eingeliefert, wo sie am 17. Oktober starb. Die behandelten Ärzte wussten nicht um Bachmanns Barbiturat-Abhängigkeit, sodass sie unter heftigen Entzugserscheinungen zu leiden hatte.   Alfred Grisel, der Bachmann freundschaftlich verbunden war, berichtet von den drei Wochen, die die Schriftstellerin im August in dem von ihm geleiteten Hilton Hotel auf Malta verbrachte: „Ich war zutiefst erschrocken über das Ausmaß ihrer Tablettensucht. Es m&u...


25.06.2015

Tag der Filmmusik in München

 Am Freitag, den 26. Juni, lädt der Bayerische Rundfunk zum siebten Mal zu filmtonart – Tag der Filmmusik ins Funkhaus ein. Einen Tag nach der Eröffnung des FILMFEST MÜNCHEN treffen sich Fachleute wie Komponisten, Filmemacher, Autoren, Regisseure, Journalisten, Schauspieler, Produzenten und Musikverleger, um sich zum Thema Filmmusik zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Filmliebhaber sowie Musikenthusiasten sind ebenfalls herzlich willkommen.   Für alle, die an diesem Freitag nicht bei filmtonart – Tag der Filmmusik im Bayerischen Rundfunk dabei sein können, wird es auch dieses Jahr unter www.br.de/filmtonart mehrere Video-Livestreams im Internet geben. Weitere Höhepunkte von filmtonart werden in verschiedenen Programmen des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt.   Auch im siebt...


22.06.2015

"Grasgrün" in Meiningen

„Grasgrün“ oder, wenn man der hauseigenen Schreibweise folgt, „GRASGRÜN“, nennt sich seit 2012 ein sommerliches Festival im südthüringischen Meiningen. Wie der Name bereits sagt, geht es darum, den Sommer – überwiegend – bei Freiluftveranstaltungen (vom 8. Juli bis zum 28. August) zu genießen. Der Auftakt aber findet drinnen statt: Im Großen Haus des Meininger Theaters. Unter Generalmusikdirektor Philippe Bach interpretiert die Meininger Hofkapelle die „Pastorale d’été“ des Schweizers Arthur Honegger. Zu dieser Tondichtung hat Honegger sich bei einem Sommerurlaub in den Bergen bei Bern im August 1920 inspirieren lassen. Weiters stehen „Les nuits d’été“ (nach Gedichten von Théophile Gautier; es singt Karolina Krogius, Mezzoso...


16.06.2015

Erfolgreicher Tag der offenen Türen in der Berliner Philharmonie

Der Tag der offenen Türen in der Berliner Philharmonie war mit 12.000 Besuchern ein großer Erfolg. Für die UNICEF-Erdbebennothilfe in Nepal kamen durch Spenden und Losverkäufe 8.000 Euro zusammen.   Bei gutem Wetter besuchten am 14. Juni 12.000 Besucher die Philharmonie zum Tag der offenen Türen. Zu den Höhepunkten des Tages zählte eine von Sir Simon Rattle geleitete offene Probe von Jonathan Doves Kinderoper „Was lauert da im Labyrinth?“ mit dem Vokalhelden-Projektchor und vielen anderen Mitwirkenden. Philharmonische Kammermusikensembles spielten in allen Räumen, und in den Foyers präsentierte die Education-Abteilung ein Programm für die ganze Familie. Dazu gab es Workshops, Führungen hinter die Kulissen der Philharmonie, ein Gemeinschaftssingen und vieles mehr. Der philharmonische Garten stand im Z...


09.06.2015

„Leichen im Keller“ des Deutschordensmuseums

 Die neue Museumsabteilung „Vor 4.500 Jahren. Im Taubertal zuhause“ im Deutschordensmuseum Bad Mergentheim verspricht – in zwei mittelalterlichen Gewölbekellern des Schlosses – interessante und hochaktuelle Blicke auf die hiesigen Lebensbedingungen der Menschen in der späten Jungsteinzeit. Das Taubertal weist zum einen die höchste Funddichte aus der Zeit der Schnurkeramik im gesamten süddeutschen Raum auf, gleichzeitig gibt es für den Übergang zur Bronzezeit im Taubertal bisher nur einen einzigen Metallfund; beides wird nun in der neuen Abteilung angemessen präsentiert.   Hat die Tauberregion wegen ihrer zahlreichen Fundorte aus der Zeit der Schnurkeramik bisher nur bei Archäologen eine herausragende Bedeutung erfahren, so kann ab sofort jeder Museumsbesucher das „liebliche Taubertal“ au...


01.04.2015

Monet und die Geburt des Impressionismus

Teils von Weltruf sind die Leihgaben, mit der das Frankfurter Museum Städel in seiner vom 11. März bis zum 21. Juni währenden, „Monet und die Geburt des Impressionismus“ geheißenen Sonderausstellung aufwarten kann. Vom Hudson River, aus dem Metropolitan Museum of Art, den Weg an den Main gefunden hat „La Grenouillère“ (1869), und von der Seine, aus dem Musée d’Orsay, kommen das um 1873 entstandene „Mittagessen: dekorative Tafel“ wie auch „Camille auf dem Totenbett“ von 1879. Zweifelsohne ist diese Ausstellung zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten rund um die zwei Jahrhunderte zu zählen, die das Städel Museum besteht.   Es war der Frankfurter Bankier und Mäzen Johann Friedrich Städel, der in seinem auf den 15. März 1815 datierten Testament bestimmte, d...


01.04.2015

Wir gehen baden!

Badefreuden sind oft besungen worden, beispielsweise von Conny Froboess („Pack die Badehose ein“) oder von Chris Howland, der einen alten Schlager der Comedian Harmonists revitalisierte („Ich hab‘ das Fräulein Helen baden sehn“). Auch in der bildenden Kunst ist das Baden ein beliebtes Sujet. Vom 28. März bis zum 14. Juni kann man sich davon im Erfurter Angermuseum einen Eindruck verschaffen. Ausgestellt werden mehr als eine Hundertschaft Werke, die von Dürer und Rembrandt über Degas bis in die Gegenwart hinein reichen, bis zu Georg Baselitz und David Hockney.   Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, wo die Bilderschau im zurückliegenden Sommer zu sehen war, deckt mithin einen Zeitraum von fünf Jahrhunderten ab. Die Originalarbeiten auf Papier stammen aus...


03.02.2015

Leipzig ist eine Stadt der Literatur

 In wohl keiner zweiten Stadt in diesem Lande hat das Buch, hat die Literatur (und das Verlegen und das Drucken derselben) derart Gewicht wie in Leipzig. Alljährlich im März steht die am Zusammenfluss von Weißer Elster, Pleiße und Parthe gelegene Universitätsstadt – die selbstverständlich auch eine Stadt der Musik ist (Bach, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Wagner, Mahler) – ganz im Zeichen des Lesens. „Leipzig liest“ nennt sich denn auch selbstbewusst das Motto der Buchmesse, die in diesem Jahr vom 12. März bis zum 15. März nach Sachsen lockt. Anders als bei deren herbstlichem Pendant in Frankfurt am Main versteht sich das Leipziger Ereignis als eine Publikumsmesse: Kein einziger Tag ist in Leipzig Fachleuten vorbehalten. Im Blickpunkt stehen ein halbes Jahrhundert deutsch-israelische diplomati...