Il Flauto Magico

Der Musikverein Bamberg startet mit Quartetten ins neue Kammermusikjahr

Il Flauto Magico

 Irgendwie passt es zur kalten Jahreszeit, wenn der Bamberger Musikverein seine Konzertreihe im Januar mit dem Boreas-Quartett aus Bremen fortsetzt. Boreas ist nämlich in der nordischen Mythenwelt der Gott des Nordwindes. Dass es am 15. Januar in der Konzerthalle kühl zugehen wird, ist allerdings kaum zu befürchten, denn der warme Klang von Blockflöten wird zu hören sein. Ein Blockflötenquartett in einer hochrangigen Kammermusikreihe, ist das nicht deplatziert? Nein, beileibe nicht, denn die professionelle Blockflötenkunst führt die tradierten Vorurteile vom Schülerinstrument, das Erwachsene tunlichst nicht mehr anrühren, ad absurdum. Übrigens beweist auch die Beliebtheit dieser Besetzung beim Publikum Bände: als vor einigen Jahren bereits das berühmte Loeki Stardust Quartett beim Musikverein in Bamberg gastierte, gab es einen Besucherrekord zu vermelden.

 

Die Virtuosität der Blockflöte wurde nicht nur in der Renaissancezeit bewundert; auch heute schreiben Komponisten aufregende, den Hörer fesselnde Musik für dieses vielseitige Instrument. Das Boreas-Quartett zeichnet sich durch seinen satten und farbigen Consortklang aus. Ihr Programm „Il Flauto Magico“ wird das Publikum auf eine klangsinnliche, von interessanten Kontrasten geprägte Reise vom Mittelalter bis zur Gegenwart mitnehmen. Werke von William Byrd, Hans Leo Haßler, Johann Sebastian Bach, Stefan Thomas, Piet Swerts u.a. stehen auf dem Programm.

 

Nur drei Wochen später steht mit dem Kelemen-Quartett jene Formation auf der Bühne des Keilberthsaales, die man gewohnheitsmäßig mit vier gleichrangig musizierenden Künstlern verbindet: ein Streichquartett. Das 2010 in Budapest gegründete Ensemble hat sich bereits in kurzer Zeit den Ruf als eine der aufregendsten jungen Kammermusikformationen erarbeitet. 2014 wurde es zum Gewinner des renommierten Wettbewerbs „Premio Borciani“. Bereits beim vorherigen Wettbewerb 2011 in Reggio Emilia urteilte die Zeitschrift „Ensemble“ über das Quartett, es sei “eine der größten Entdeckungen dieses Wettbewerbs“. Zu seinen Mentoren zählen unter anderen bedeutende künstlerische Persönlichkeiten wie Günter Pichler vom Alban Berg Quartett und der Pianist András Schiff. Die Kelemens spielen am 5. Februar Werke von Leos Janacek (Streichquartett Nr. 1), Ludwig van Beethoven („Rasumowsky“ op. 59/1), Béla Bartók (Streichquartett Nr. 1 op. 7) und Joseph Haydn (Streichquartett d-moll op. 76/2).

 

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Das „Boreas-Quartett“ aus Bremen, Foto © Pressefoto

Martin Köhl
27.11.2015

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