Keine Theorien mehr

Big Data - Das neue Versprechen der Allwissenheit

Keine Theorien mehr

 Big Data ist ein Schlagwort, das seit einigen Jahren durch die Medien geistert, von Politik und Wirtschaft gerne verwendet wird, gleichzeitig aber eine eher diffuse Bedeutung besitzt.

 

Big Data bezeichnet riesige, hochkomplexe, anwachsende Datenmengen. Datenmengen, die sich in unterschiedlichen Kontexten auswerten lassen, für die man aber eine „vollkommen andere Herangehensweise“ als bisher benötigt, wie der amerikanische Journalist Chris Anderson in seinem Beitrag „Das Ende der Theorie“ schreibt. So lassen sich Informationen, die im Petabyte-Maßstab in der Cloud gespeichert werden, nicht mehr in ihrer Totalität visualisieren. Stattdessen müsse man sie aus einer mathematischen Perspektive betrachten.

 

Big Data ermögliche es, „die Welt auf eine vollkommen neue Weise zu verstehen“, so Anderson. Korrelationen, also statistische Auswertungen, machten Kausalitäten überflüssig. Statt Theorien oder Modelle zu nutzen, brauche die Wissenschaft nur noch die Daten auswerten. Andersons Text ist einer von 18 Beiträgen, die im Essay-Band „Big Data. Das neue Versprechen der Allwissenheit“ im Berliner Suhrkamp-Vertrag erschienen sind. Auf 309 Seiten wird das Thema Big Data von 19 Autoren aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, vom Datenschutz über kulturelle Auswirkungen bis zu Zukunftsszenarien. Sehr empfehlenswert!

 

 

Geiselberger, Heinrich; Moorstedt, Tobias (Hrsg.): Big Data. Das neue Versprechen der Allwissenheit, Suhrkamp Verlag, Berlin, ISBN: 978-3518064535, 2013, 309 Seiten, 14 Euro.

Frank Gundermann
23.03.2016

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