Reverenz an die Exilmusiker

Die Bamberg Rosengartenserenaden warten mit syrischen und russischen Musikern auf

Reverenz an die Exilmusiker

 Die traditionsreichen Serenaden im Rosengarten der Bamberger Residenz finden auch in diesem Sommer eine hochkarätige Fortsetzung. Ab dem 29. Juli und bis zum 9. September sind vier Konzerte vorgesehen, die bei dem erhofften schönen Wetter in der zauberhaften Atmosphäre des Bamberger Rosengartens stattfinden, bei schlechtem Wetter aber auch im schönen Ambiente der Institutskirche am Holzmarkt durchgeführt werden können (im Falle des Abschlusskonzertes in der Martinskirche). Auftakt ist am 29. Juli mit dem Bamberger Kammerorchester und dem Solisten Peter Bechler, einem Geiger aus der ehemaligen Sowjetunion, der sich auch als Dirigent einen Namen gemacht hat. Gespielt werden Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichersinfonie VII in d-moll.

Bereits eine Woche später, also am 5. August, folgt der Auftritt des „Damascus String Quintett of SEPO“, das als erstes Streichquintett syrischer Exilmusiker in Europa gilt. Es wurde 2015 in Berlin gegründet und spielt über das übliche Repertoire hinaus Werke syrischer und anderer arabischer Komponisten. So wird das Ensemble in Bamberg neben Dvoraks Streichquintett G-Dur op.77 Werke vom Primarius Jehad Jazbeh, von Shalan Alhamwy und Elias Aboud vorstellen. Am 12. August folgt unter dem Motto „Schlagzeug zwischen Klassik und Jazz“ ein Auftritt der beiden 1996 geborenen Schlagzeuger Josef Treutlein (Bamberg) und Christopher Olesch (Berlin). Die beiden jungen Musiker stellen ein stilistisch breit gestreutes Programm vor, das von J.S. Bach bis Iannis Xenakis reicht und auch zwei Eigenkompositionen Christopher Oleschs vorsieht. Beim Instrumentarium stehen Vibraphon und Marimbaphon im Vordergrund.

Das Abschlusskonzert der diesjährigen Rosengartenserenaden findet am 9. September statt. Dann konzertiert abermals das Bamberger Kammerorchester unter der Leitung seines Gründers Gerhard Olesch. Solist wird wieder der Primgeiger des Damascus String Quintett sein, also Jehad Jazbeh, der im Übrigen auch Konzertmeister des Syrian Expat Philharmonic Orchestra ist. Er interpretiert Wolfgang A. Mozarts Violinkonzert Nr. 3 G-Dur. Umrankt wird dieser Soloauftritt von zwei gewichtigen Werken der Klassik, Mozarts Sinfonie Nr. 27 G-Dur und Josef Hadyns Sinfonie f-moll mit dem Beinamen „La Passione“. Angesichts dieses attraktiven Programms kann man sich nur einen gnädigen Wettergott wünschen!

 

Fotocredits:
Jehad Jazbeh, Foto © Rolf Schöllkopf

Martin Köhl
03.08.2017

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