Eine ganze Menge nie zuvor gehörter Musik

Die 16. Tage der Neuen Musik in Bamberg locken mit einem originellen Festivalprogramm

Eine ganze Menge nie zuvor gehörter Musik

 Jetzt ist sie wieder dran, die Neue Musik, denn seit mittlerweile über 30 Jahren wechseln sich die Tage Alter Musik und die Tage Neuer Musik als die beiden bedeutenden Musikbiennalen Bambergs im Zweijahresrhythmus ab. Seit der Dirigent und Musikmanager Markus Elsner die Leitung dieses kleinen, aber sehr originellen Festivals übernahm (2011), lädt er regelmäßig Künstler ein, die im Rahmen einer „Residence“ während des ganzen Aufführungszeitraumes anwesend sind. Diesmal sind es zwei erstklassige Instrumentalisten: der Akkordeonist Janne Valkeajoki aus Helsinki und die Kontrabassistin Sophie Lücke. Für die ungewöhnliche Kombination dieser Instrumente hat die in Bamberg lebende Komponistin Viera Janarcekova ein Duo geschrieben, das im Eröffnungskonzert am 9. November (in der Johanneskapelle am Stephansberg) uraufgeführt wird.

Austausch und Kooperation mit den Institutionen des Bamberger Kulturlebens ist den Festivalmachern ein wichtiges Anliegen, zumal ja, so Markus Elsner, in der Stadt herausragende Musiker lebten. Diesmal ist das Internationale Künstlerhaus der wichtigste Partner. Gleich zwei Stipendiaten sind mit von der Partie: Klaus Ospald, dessen Werk „…in questa rimota parte…“ für Kammerensemble und Frauenstimme als deutsche Erstaufführung ansteht und vom Münchner Ensemble Zeitsprung interpretiert wird (am 11.11.), sowie die Griechin Konstantia Gourzi, deren Komposition „Eros“ für zwei Soprane und Kammerorchester zum Festivalschluss am 12.11. erklingt. Das aufführende Ensemble besteht übrigens teils aus Bambergern, teils aus Gästen und wird von Janne Valkeajoki geleitet, der nicht nur Akkordeonist, sondern auch ein ausgezeichneter Dirigent ist.

Der Zufall will es, dass auch eine unverhoffte neue Kooperation möglich wurde: Da die Bamberger Gitarrentage sich am 10.11. terminlich kreuzen, hat man aus der Terminnot eine Tugend gemacht und ganz einfach ein gemeinsames Konzert auf die Beine gestellt. Das hochkarätige Duo „steuber-öllinger“ hat ein Werk namens „Stillschreiend anders“ für zwei Gitarren von Gerhard Stäbler im Gepäck und wird es uraufführen. Auch der Kontakt zur jungen Generation wird gesucht, diesmal im Vorprogramm, wenn Schüler der Musikschule auftreten oder Zehntklässler des Claviusgymnasiums eine Einführung (zum Abschlusskonzert) gestalten. Auch die Kinder kommen zu ihrem Recht: in einer vormittäglichen „Erweiterung“ des Festivals am 13.11. in der Alten Seilerei werden vier Schlagzeuger die Lust an Rhythmus und Klang wecken. Man darf also Mitte November auf eine ganze Menge nie zuvor gehörter Musik gefasst sein!

 

Fotocredits:
Sophie Lücke, Foto © Pressefoto

Martin Köhl
04.10.2017

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