Die Spurensuche hat ein Ende

Der Ursprungsort des ältesten Wandgemäldes in einem deutschen Museum wurde entdeckt

Die Spurensuche hat ein Ende

 Das Deutsche Burgenmuseum beherbergt seit April 2018 das mit über 800 Jahren älteste Wandgemälde in einem deutschen Museum, das stolze 20 m² misst. Vorher hatte die Darstellung einer Ritterschlacht fast 80 Jahre ein Dasein in Depots gefristet, bevor es durch eine aufwendige Restaurierung gerettet werden konnte. Finanziert wurde die Restaurierung von der Ernst von Siemens Kunststiftung, dem Freistaat Thüringen und der Bundesrepublik Deutschland.

Während sich die kulturelle Bedeutung des Wandgemäldes schnell offenbarte, blieb ihr Ursprungsort bis dato unbekannt. Erst durch die vom Deutschen Burgenmuseum in Verbindung mit der Universität Bonn und der Universität Bamberg (Zemas) ausgerichteten Tagung "Unbekannte Romanik. Ein Wandgemälde in der Sammlung des Deutschen Burgenmuseums" im Juni 2018 konnte diesbezüglich die Spur aufgenommen werden. Aufmerksam gemacht durch den wissenschaftlichen Austausch, stieß der Doktorand Fabian Brenker bei Recherchen auf den Verweis zu einem archäologischen Jahrbuch von 1909, das das Gemälde beschreibt, abbildet und vor allem seinen Herkunftsort benennt.

Ursprünglich schmückte die Darstellung, die die Autoren Clément und Hallopeau damals mit den Kreuzzügen in Verbindung brachten, die Wand der alten, heute profanierten Pfarrkirche von Artins. Die kleine französische Gemeinde befindet sich in der Region Centre-Val de Loire, ca. eine Fahrstunde südöstlich von Le Mans entfernt. Die Entdeckung des Herkunftsortes ist wissenschaftliche eine Sensation und ermöglicht weitere Nachforschungen zu dem Gemälde. Die Kirche war vor über 100 Jahren an einen Kunsthändler verkauft worden, der das Gemälde herausreißen ließ, um es weiterzuverkaufen. Im Zweiten
Weltkrieg gelangte es jedoch in ein Sammeldepot und man fahndete lange Zeit vergebens nach dem Herkunftsort. Inzwischen setzte der Museumsgründer des Deutschen Burgenmuseums, Prof. Dr. G. Ulrich Großmann, den Bürgermeister von Artins und die französischen Fachkollegen über den Fund in Kenntnis. 

 

Fotocredits:

Prof. Dr. G. U. Großmann vor dem romanischen Wandgemälde, Foto © DBM, E.Elbers

pm/red
09.11.2018

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