J.B.O. - Nur die besten werden alt

21.11.14 Würzburg/Posthalle & 28.12.14 Nürnberg/Rockfabrik

J.B.O. - Nur die besten werden alt

Ein Guter Tag Zum Sterben? Mitnichten. Beim James Blast Orchester (aus Zensurgründen kurz J.B.O.) darf doppelt gefeiert werden: Mit „Nur Die Besten Werden Alt“ präsentieren die vier Comedy-Rocker aus Erlangen ihr 10. Studioalbum und feiern gleichzeitig ihr 25jähriges Bandjubiläum. Seit 1989 blödeln sich Vito, Hannes, Ralph und Wolfram durch die internationale Musiklandschaft, kombinieren eigene Titel mit ausgewählten Coverversionen Marke „Glenn Leipzig: Mudder“ oder „I Don´t Like Metal“. Die Melange aus Blödsinn und Rock´n Roll, Metal und weiteren Stilen hat die Band, deren Fans sich Rosa Armee Fraktion nennen, weit über Franken hinaus bekannt gemacht. Was lag also näher, als sich im Interview mit den Gitarristen Hannes und Vito C dem rosa Phänomen zu widmen.


25jähriges Bandjubiläum und mit „Nur Die Besten Werden Alt“ das zehnte Album der Karriere. Welche Aktivitäten runden das Bandjubiläum, des anfänglich teilweise als Prolo-Krachmacher titulierten Quartetts ab?

Hannes: Nach der Festivalsaison geht es im Herbst auf Tour durch Deutschland/Österreich/Schweiz und am 28.12. gibt es ein Jahresabschlusskonzert in unserer fränkischen Heimat.

 

 

Die aktuelle Besetzung ist ja nun auch schon seit einigen Jahren unverändert zusammen, was motiviert Euch maßgeblich, um mit J.B.O. auch zukünftig weiterzumachen?

Hannes: Der Spaß an der Sache, am live Spielen sowieso, aber auch im Studio können wir absolut machen, was wir wollen.

 

 

Es ist sicher nicht immer leicht bei einer neuen Albumproduktion auf den Punkt hin kreativ und witzig zu sein. Über welchen Zeitraum hinweg entstanden die 19 neuen Songs und steht Euch mittlerweile dafür so eine Art Schreiberpool zur Verfügung, oder entsteht die Musik und die Texte ausschließlich innerhalb des Quartetts? Wie lange habt ihr an „Nur Die Besten Sterben Alt“ gearbeitet?

Hannes: Nein, bis auf die Musik der Coversongs machen wir alles selbst, dauert bei so einem Album von ersten Ideen bis zum Presswerk meist ein gutes halbes Jahr.

 

 

Wieviele Künstler müsst ihr in der Regel anschreiben, um die Erlaubnis für ein Comedy-Cover zu bekommen, gibt es auch Kollegen, die das rigoros ablehnen?

Vito C.: Das ist völlig verschieden. Abgesehen davon schreiben wir ja nicht die Künstler, sondern die Verlage an. Ich vermute, in den wenigsten Fällen wird der Künstler überhaupt was davon mitbekommen.

 

 

Mit Christoph Beyerlein verbindet Euch eine langjährige Freundschaft, als Produzent ist er seit Jahren fest mit J.B.O. verbunden, gilt da bei Euch nach wie vor das Motto ´never change a winning team?

Hannes: Christoph ist fast ein fünftes Bandmitglied und gehört einfach dazu! Er ist zwar tontechnisch superprofessionell, kann aber mit uns herrlich bescheuert sein.

 

 

Die CD erscheint bei AFM Records via SoulFood, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Label und gab es auch im Laufe der erfolgreichen Bandgeschichte Interesse von Major-Labels an der Band?

Hannes: Wir waren ja von 1997 bis 2005 bei Lawine, einem Majorlabel auf BMG/Sony usw.
Der Tonträgermarkt hat sich seitdem aber stark verändert. AFM ist ja Soulfood und die kennen wir sehr gut aus unseren Jahren mit dem eigenen Label Megapress.

 

 

Wenn ihr die Käufer bzw. die Konzertbesucher analysiert, hat sich das J.B.O.-Publikum gewandelt, sind es heute eher Comedy-Fans oder Metal-Anhänger?

Hannes: Das J.B.O.-Publikum war und ist schon immer sehr gemischt, auch vom Alter her, sogar beide Geschlechter sind anzutreffen.

 

 

Wie wichtig ist in social network-Zeiten ein direkter Kontakt darüber zu den Fans? Macht ein Video wie zur Single „Schule Aus!“ noch Sinn, wo läuft so etwas abseits der eigenen Webseite und von You Tube?

Hannes: Nein, eher nur da!

 

 

Eine Zeitlang habt ihr mal so eine Art J.B.O. Zeitung mit allerlei Klamauk rund um die Band herausgebracht, erscheint diese noch oder war das nur ein zeitweiliges Promotiontool?

Hannes: Das war in den 90er Jahren und wurde inzwischen von vielen anderen Acts auch gemacht. Es war einfach eine andere Art Presseinfo, die unsere Plattenfirma damals gemacht hat.

 

 

Was dürfen die Fans auf der kommenden Herbsttournee von den Shows erwarten, spielt z.B. der Bühnenaufbau oder die Dekoration eine besondere Rolle bei den Auftritten?

Hannes: Das wird hier noch nicht verraten, was Neues gibt’s aber sicher.

 

 

Der Erfolg von J.B.O. beschränkt sich vorwiegend auf Deutschland, Österreich und die Schweiz, gab oder gibt es Pläne, auch in anderen Ländern Fuß zu fassen?

Hannes: Wir spielen durchaus immer mal wieder einzelne Shows im nicht-deutschsprachigen Ausland, aber da wir auf Deutsch singen und blödeln, bleibt das eher die Ausnahme.

 

 

Was hat sich die Band für die kommenden Jahre vorgenommen?

Hannes: Nächstes Jahr fangen die zweiten 25 Jahre an, ein Drittel ham wir also schon hinter uns…

 

Copyright Foto: © Pressefoto J.B.O.

 

Frank Keil
30.09.2014

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