Vom Faszinosum Farbe

Zeitgenössische Kunst auf der Peunt

Vom Faszinosum Farbe

Von der Peunt, einer Flur in Weißenstadt/Fichtelgebirge, geht die Kunde, sie habe einst ertragreiche, üppig blühende Wiesen getragen. Seit sieben Jahren ist es Kunst von und für heute, die dort in schönster Blüte steht. Denn Laura Krainz-Leupold, die Gründerin des Kleinen Museums, deutet die frühere florale Fruchtbarkeit um in eine kulturelle: Zeitgenössische Kunst müsse so gezeigt werden, dass sie „vom Besucher eine starke persönliche Anteilnahme“ verlange. Kunst entsteht, wie man weiß, nicht nur auf der Leinwand oder im Brennofen, sondern ganz individuell im Kopf des jeweiligen Betrachters. Dieser solle, lautet Krainz-Leupolds Desiderat, mit den Werken in den Dialog treten, auf dass Kunst und Kultur dem Leben Bedeutung und dem Alltag Orientierungspunkte schenken mögen.

 

Bis zum 22. März bittet die Bilderschau „Faszination Farbe“ auf der Weißenstadter Peunt Besucher zum Zwiegespräch. Zu sehen sind Arbeiten von Joyceline Santos und Regine Schumann. Santos, gebürtige Pariserin des Jahrgangs 1952, zunächst Textildesignerin, von 1984 bis heute freie Illustratorin und 1989ff. Malerin, haben die Farben Klees und Kandinskys, von Matisse und Mark Rothko ebenso beeinflusst wie der Umgang mit dem Licht bei James Turrell. In ihren überwiegend abstrakten Arbeiten spürt Santos Oberflächen, Bewegungen und eben Farben nach.

 

In Goslar geboren ist die in Köln lebende und arbeitende Regine Schumann. Speziell für „Faszination Farbe“ hat sie „colormirror weissenstadt“ geschaffen (2014, Acrylglas, fluoreszierend, 85x 35x8 cm). Der verstorbene Kurator und Kunsthistoriker Jan Hoet sagte über Schumann, sie arbeite „zwischen sichtbarem Licht und innerer Erleuchtung, zwischen sinnlicher Entmaterialisierung des Raums und wie magisch wirkenden, aufgeladenen Farb-Künstlichkeiten“.

 

Copyright Colourmirror © Regine Schumann

Jürgen Gräßer
26.11.2014

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