Die Sache mit dem Glück (5+)

Aktuelle Inszenierung aus dem Chorprojekt „Starke Stimmen“

Die Sache mit dem Glück (5+)

Was 1980 als loser Zusammenschluß von StudentInnen und SchülerInnen begann, kann nun auf eine über 30 jährige Geschichte zurückblicken und sich damit als eines der dienstältesten freien Kindertheater in Deutschland bezeichnen, das Nürnberger Theater Mummpitz. Von „Fridolin Fichte“, der ersten Produktion im Jahre 1981 bis zu dem diesjährigen Chorprojekt „Starke Stimmen“ war es ein langer Weg, der mit insgesamt 59 Produktionen „gepflastert“ ist, dabei unter anderen solche Klassiker wie „Don Quijote“ (1987), „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ (1995) und „Pinocchio“ (2005) adaptierte und mit unzähligen Kulturpreisen bedacht wurde. Und immer noch zeigen die Besucherzahlen und die Einladungen zu Gastspielen und internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals, dass Mummpitz nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. Und auch der vor 14 Jahren stattgefundene Umzug in den Kachelbau und die damit verbundene Etablierung einer festen Spielstätte half eher, die eigene Position im Nürnberger Kulturleben zu festigen. Besonders erstaunlich und damit erwähnenswert die ursprüngliche Besetzung auch heute noch in nahezu unveränderter Form zusammenwirkt.

 

„Starke Stimmen“ heisst das gemeinsame Chorprojekt von Theater Mummpitz und dem Montessori Zentrum Nürnberg, die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfindet. Die aktuelle Inszenierung „Die Sache mit dem Glück“ soll weniger dem klassischen Einüben und Wiedergeben von Liedern gewidmet sein, als vielmehr die spielerische Theaterarbeit an der szenischen Präsentation von Liedern im Chor auf einer professionellen Theaterbühne ermöglichen. Dies war im Übrigen bei allen bisherigen gemeinsamen Projekten der beiden Institutionen so gewollt.

 

In „Die Sache mit dem Glück“ geht es dabei weder um eine Zur-Schau-Stellung, die typisch ist für Casting-Shows, noch um das bloße Einstudieren von Solonummern. Vielmehr bietet das Projekt den mehr als 40 beteiligten Schülern einen geschützten Rahmen für den szenischen Chorgesang. Die musikalischen Leiterinnen Adelheid Spengler und Petra Auerochs studieren die Kinder- und Volkslieder rund ums Glück mit den Kindern ein, und Sabine Zieser vom Theater Mummpitz bringt als Regisseurin Bewegung in die Sache und verbindet die Lieder mit einem roten Handlungsfaden. Darüber hinaus stellt das Theater seine Bühne und Technik zur Verfügung, damit die Kinder der 3. und 4. Klassen des Montessori Zentrums Nürnberg auch in einem würdigen Rahmen auftreten können.

 

Copyright Foto: © Theater Mummpitz

Ludwig Märthesheimer
01.04.2015

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