Max Reger und böhmisches Musikantentum

Max-Reger-Tage in dessen Geburtsstadt Weiden

Max Reger und böhmisches Musikantentum

Dieses Motto liegt nahe, und das im zwiefachen Sinne: „Geborene Musikanten – Max Reger und die tschechische Musik“ sind die 17. Weidener Max-Reger-Tage überschrieben, und wer das Naheliegende nicht sofort beim Blick auf die Landkarte erkennt, dem bleibt immer noch der Blick auf das kompositorische Schaffen des Spätestromantikers und seine Affinitäten zur Musiktradition des Nachbarlandes. Das oberpfälzische Musikfestival findet heuer vom 13. September bis 4. Oktober an verschiedenen Orten statt, wobei die Max-Reger-Halle und das Rathaus in Weiden bevorzugte Auftrittsorte der eingeladenen Ensembles sind.

 

Den Auftakt macht jedoch ein Vortrag Wolfgang Ratherts zum oben genannten Motto, dem sich das Eröffnungskonzert mit dem Oxalys-Ensemble anschließt. Natürlich stehen Werke Max Regers und eines der tschechischen Nationalkomponisten auf dem Programm, in diesem Fall Antonín Dvorák und die Streichsextette. Das wird auch bei den folgenden Konzerten so sein, und am Ende fehlt kein prominenter Name aus der jüngeren Musikgeschichte des Nachbarlandes.

 

Der Veranstaltungsreigen setzt sich mit einem Meisterkurs für Klavier- und Kammermusik fort, dessen Leiter Markus Becker sich dann selbst für ein Klavierrezital an die Tasten setzt, und am 17. September gastiert das Zemlinsky-Quartett mit Janácek und Reger. Eine Mehrfachbegabung scheint Kolja Lessing zu sein, denn sie bietet am 20. September eine sonntägliche Matinée als „Hommage à Max Reger“ an, in der sie nicht nur Violine und Klavier solo spielt, sondern auch noch die Moderation übernimmt. Diverse Ausflüge führen nach Bayreuth zur Firma Steingraeber (Rezital für zwei Klaviere), nach Marienbad (Konzert im Chopin-Haus) und nach Waidhaus, wo in der dortigen Ökumenischen Autobahnkapelle (!) Kammermusik für Violoncello und Kontrabass erklingen wird.

 

Dass auch etwas für den Nachwuchs getan werden muss, versteht sich von selbst, und so musizieren die Weidener Schüler am 27. September zur Sonntagsmatinée. Kein Reger ohne Orgel: Hanns-Friedrich Kaiser spielt am Lieblingsinstrument des Komponisten Werke von Josef Labor, Petr Eben und natürlich Max Reger (2. Oktober, Kirche St. Michael). Zwei Tage zuvor hat sich das Orbis Klaviertrio um die Namen gebende Gattung gekümmert und Werke von Bohuslav Martinu, Reger, Josef Suk und Vituzslava Kaprálová dargeboten. Das Festival klingt aus mit einem Konzert des Klavierduos Rinko Hama und Ruben Meliksetian, das Dvorák und Smetana neben Regerschen Werken ins Programm nehmen wird (am 4. Oktober in der Max-Reger-Halle).

 

Copyright Fotos:

Chorkonzert mit Reger-Orgel, © privat

Markus Becker, © Roland Schmidt

Martin Köhl
28.07.2015

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