Vorhang auf!

Bewegte Briefwechsel, neue Handschriften

Die Tanzproduktion "Briefe an ..." von Dominique Dumais kommt am Mainfranken Theater zur Uraufführung

veröffentlicht am 13.01.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter

Das neue Tanzprogramm für das Kleine Haus widmet sich der Kunst des Briefeschreibens

Das neue Tanzprogramm für das Kleine Haus widmet sich der Kunst des Briefeschreibens, Foto © Mainfranken Theater Würzburg

Eine ganz besondere Tanzproduktion steht am Mainfranken Theater Würzburg als Uraufführung ab dem 31. Januar 2026 im Kleinen Haus auf dem Programm. Unter dem Titel „Briefe an …“ betrachten Dominique Dumais und ihr Team verschiedene Texte, die sie aufgrund ganz unterschiedlicher Aspekte interessant finden. Das könnten, so die Ballettchefin des Theaters, unter anderem der Inhalt sein oder die Art, wie ein Text geschrieben ist, aber auch die Handschrift sowie die im Geschriebenen deutlich werdenden Emotionen. „Briefe sind“, ergänzt sie, „in der Regel ein Ausdruck von Persönlichkeit. Sie spiegeln Menschlichkeit wider. Für mich ist es wichtig, mich mit jedem Detail des Stils und der Sprache sowie den Gefühlen eines jeden Briefes vertraut zu machen, fast so, als würde ich hinter die Worte selbst blicken.“ Sprache und Poesie hätten sie bei ihrer Arbeit schon immer inspiriert.

Eine große Rolle habe dabei besonders auch der Inhalt, ergänzt sie, etwa ob es sich um einen Liebesbrief oder eine Abo-Kündigung handle. Das alles in tänzerische Bewegungen und Choreografie-Muster zu übersetzen, sei die große Herausforderung. Ansatzpunkte könnten etwa die Zeichensetzung als Rhythmus-Idee, die Schwungform der Buchstaben in der Handschrift als Gestaltungselemente für Bewegungen oder auch die Wahl der Wörter selbst sowie die Melodie der Sprache als Gesamtheit sein. Spannend findet Dumais auch die Überlegung, wie sich nationale Prägungen, im Ensemble kommen acht Nationalitäten zusammen, in der Art oder dem „Charakter“ der jeweiligen Handschrift zeigen könnten.

Die Brieftexte, so die Choreografin, beeinflussen auch die Musik, Metrik und Rhythmus im Schreibstil und „Tonfall“ etwa, aber auch, ob kurze Sätze oder raumnehmende lange Ausführungen prägend seien. All das könnten neben anderem Impulse für Pianist Rainer Böhm sowie dessen Spiel sein. Die, für die Choreografie ausgewählten, ganz unterschiedlichen Briefe werden eingelesen und als Teil des Sounddesigns zu hören sein. „Böhm wird live am Flügel spielen.“, beschreibt Dumais die musikalische Idee. „Neben einer Auswahl seiner Klavierkompositionen, wird er zudem auch in vereinbarten Abschnitten mit live Improvisation auf die Szenen und die Bewegungen der Tänzer:innen eingehen, mit ihnen in Dialog treten.“ Die Musik beeinflusse, so die Ballettchefin, nicht nur die Stimmung und Atmosphäre, die durch Bewegung in dem Brief zum Ausdruck gebracht werden soll, sondern trage auch zum theatralischen Erlebnis des gesamten Projekts bei.

Die Uraufführung von „Briefe an …“ findet am 31. Januar 2026 im Mainfranken Theater Würzburg statt. Weitere Informationen findet man unter www.mainfrankentheater.de.

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