Ausstellungen

Der Arbeit ein Gesicht geben – Enzo Isaia

Schwarz-Weiß-Porträts der Migration und Industrialisierung im Bayerischen Brauereimuseum

veröffentlicht am 02.01.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Enzo Isaia: Dal Sud, Turin (Porta Palazzo)

Enzo Isaia: Dal Sud, Turin (Porta Palazzo), Foto © Enzo Isaia

In den 1960er-Jahren verließen zahlreiche Menschen aus Süditalien ihre Heimat, um im industrialisierten Norden Italiens Arbeit zu finden. Der junge Fotograf Enzo Isaia, geboren 1941 in Pordenone, dokumentierte diesen gesellschaftlichen Wandel mit seinen ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotografien. Seine Bilder geben der Arbeit ein menschliches Gesicht: Sie erzählen von Hoffnung, Stolz, Sehnsucht und Würde – Beweggründe, die die Migration einer Generation prägten.

Die Sonderausstellung im Bayerischen Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof zeigt eine Auswahl dieser Werke an einem authentischen Ort, wo einst die Sozialräume der Arbeiterinnen und Arbeiter lagen. Diese Atmosphäre verstärkt die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Industrialisierung und Migration, Arbeit und Schicksal. Isaia, der ursprünglich Architektur studierte, wurde als Fotograf bei FIAT, Ferrari und anderen großen italienischen Marken bekannt. Seine klare, direkte Bildsprache bringt den Alltag der damaligen Zeit zeitlos nahe.

Seine Fotografien erzählen Geschichten voller Empathie, ohne dabei pathetisch zu wirken. Sie zeigen, dass hinter jedem Gesicht eine eigene Geschichte steckt, voller Hoffnung, aber auch voller Herausforderungen. Mit seinen Serien hat Isaia einen unvergleichlichen Blick auf das italienische Leben der 1960er Jahre bewahrt, der heute noch berührt.

Die Ausstellung „Der Arbeit ein Gesicht geben“ ist noch bis zum 31. März 2026 im Bayerischen Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof zu sehen. Weitere Informationen findet man unter www.kulmbacher-moenchshof.de.

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