Ausstellungen

Auf der Suche nach Einheit: Miriam Vlamings malerische Verwebungen

Die Neue Leipziger Schule im Dialog von Mensch, Natur und Erinnerung

veröffentlicht am 23.01.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Miriam Vlaming, „Beyond Eden“, 2024, 120 x 100 cm, Eitempera auf Leinwand

Miriam Vlaming, „Beyond Eden“, 2024, 120 x 100 cm, Eitempera auf Leinwand, Foto © Miriam Vlaming

In einer Zeit, in der Tempo und Gegensätze den Alltag diktieren, lotet Miriam Vlaming in ihrer Malerei jene Momente aus, in denen das Vielseitige zum Ganzheitlichen verschmilzt. Ihr Blick ist forschend und zutiefst menschlich – stets getrieben vom Wunsch, die verborgenen Fäden des Daseins freizulegen. Leben erscheint ihr als ein untrennbares Ganzes, in dem jedes Element das andere berührt.

Vlaming zählt zu den prägenden Vertreterinnen der Neuen Leipziger Schule. Als Meisterschülerin von Arno Rink und durch ihr Studium bei Neo Rauch verbindet sie Tradition und Gegenwart; ihre Arbeiten sind in renommierten Sammlungen und Museen vertreten. Die großformatigen Gemälde vereinen vermeintliche Gegensätze: Mensch und Natur, Gegenwart und Vergangenheit, Licht und Farbe werden durchlässig und vielschichtig verarbeitet.

​Das Ursprüngliche zeigt sich schon in der Materialwahl – reines Pigment und Eitempera. Die Schichten legen sich wie Erinnerungen übereinander, jede Spur bleibt erhalten. So entstehen Bildwelten, die zwischen Transparenz und Tiefe oszillieren. Vlamings Philosophie des Zusammenwirkens offenbart sich in atmosphärischen Oberflächen, die zur Reflexion über das Miteinander einladen.

Ihre Ausstellung „Shifting Molecules“ im Kronacher Kunstverein eröffnet ab 18. Januar 2026 unter dem Motto: Alles ist im Wandel – und doch verbunden. Vlamings Werke erzählen fort und fort, ruhen in sich und lassen Raum für eigene Deutungen. Wer die Vernissage besucht, blickt in eine Welt, die nicht belehrt, sondern berührt.

Die Ausstellung mit Werken Miriam Vlamings ist vom 18. Januar bis zum 22. Februar 2026 im Kunstverein Kronach zu sehen. Weitere Informationen findet man unter www.kunstverein-kronach.de.

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