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Entdeckungsreise durch Europa

Das Europäisch-Bayerische Kindertheaterfestival „panoptikum“ lädt zu Europas und Bayerns überraschendsten Theatererlebnissen ein

veröffentlicht am 25.01.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Hannah Manson

Das Uppercut Cance Theater bringt mit ihrem Stück „Benched“ Akrobatik nach Nürnberg

Das Uppercut Cance Theater bringt mit ihrem Stück „Benched“ Akrobatik nach Nürnberg, Foto © Salih Ustundag

Die weiten Welten des Theaters warten! Das Europäisch-Bayerische Kindertheaterfestival „panoptikum“ lädt die jüngsten Theaterbegeisterten auf eine spannende Entdeckungsreise durch ganz Europa ein – und das bereits seit dem Jahr 2000. Alle zwei Jahre verwandelt sich ganz Nürnberg in einen lebendigen Treffpunkt und eine Bühne für fantasievolles, unterhaltsames und träumerisches Theater für junges Publikum.

„panoptikum“ ist eine Veranstaltung des Theater Mummpitz Nürnberg und wurde mit dem EFFE-Label als eines von „Europe’s finest festivals“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung spiegelt sich auch in der sorgfältigen Auswahl herausragender Inszenierungen wider, die die Innovationskraft und Vielfalt des Theaters zeigen. Von klassischen Märchen bis zu aktuellen Themen, von poetischer Zauberei bis zu kritischen Reflexionen – mal lustig, mal nachdenklich, auf der Bühne oder mitten im urbanen Raum – eröffnet das Festival ein buntes Panorama europäischer Theaterkunst.

Im Jahr 2026 präsentieren zehn sorgfältig ausgewählte Stücke aus acht Ländern, darunter Frankreich, Belgien, die Niederlande, Italien, Dänemark, Luxemburg, Österreich und Schweden, ein Programm voller Entdeckungen, das Horizonte erweitert und neue Perspektiven eröffnet.

Tanz, Zirkus und Musik für junges Publikum

Die Nürnberger Kindertheater arbeiten eng zusammen: Das Theater Salz + Pfeffer und das theater pfütze zeigen die eigenen Inszenierungen „Heinrich der Fünfte“ (8+) und „Kartoffelsuppe“ (6+), sind aber auch Spielstätte für die eingeladenen Gasttheater. Im Theater Rootslöffel kann man „Die große Wolf-Show“ (4+) erleben. Und in der Tafelhalle ist mit „Zauberzeichen“ (5+) von Katinka Springinsfeld, alias Kathrin Blüchert von Thalias Compagnons, eine weitere Nürnberger Künstlerin vertreten. Neben diesen Theaterorten öffnen sich für das Festival auch die Spielorte Künstlerhaus, Kulturwerkstatt Auf AEG und die 3. Etage des Staatstheaters Nürnberg.

Eröffnet wird das Festival am 3. Februar 2026 im Theater Mummpitz. Die Eröffnung bestreitet die französische Compagnie FLOP mit „Cheminements“, einem ungewöhnlichen und meisterhaften Spiel mit Schatten, das das Publikum verzaubert. Begleitet wird die Eröffnung von einer kleinen Ausstellung im Foyer des Theaters Mummpitz, die erste Einblicke in die Fantasiewelten des Festivals bietet.

Auch die Welt des Tanztheaters wartet darauf, erkundet zu werden. Auf dem Programm stehen unter anderem „Little Swan Lake“ (4+) der Claire Parson Company aus Schweden, eine tänzerisch-komödiantische Inszenierung, und „Ginger“ (4+) vom belgischen Nevskis Prospekt, ein energiegeladenes Stück mit Anspielungen auf Fred Astaire und Ginger Rogers. Die berührende Akrobatik des Uppercut Dance Theater aus Dänemark ist in „Benched“ (10+) zu erleben, und die französische Compagnie Arcosm erzählt in „18’34“ (9+) von Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern.

Aus Bayern kommen ebenfalls innovative Tanzinszenierungen für junges Publikum: „Fliegende Wörter“ (6+) von Ceren Oran und Moving Borders aus München verbindet Musik, Tanz und Sprache. Spielwerk Ansbach zeigt die intensive Soloperformance „Entglitten“ (6+). Eine Kombination aus Tanz, Bewegung und Schauspiel bietet „Gute Wut“ (4+) von der Schauburg München.

Zwischen zeitgenössischem Zirkus, Tanz und Objektmanipulation bewegt sich die italienische Compagnie Quattrox4 Circo ETS mit „Gretel“ (6+), ein komisches und tragisches Stück voller akrobatischer Kunstfertigkeit. „Sawdust Symphony“ (8+) von Auranova, einem internationalen Künstlerinnen- und Künstlerkollektiv aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden, verbindet Akrobatik und Heimwerken zu einer ungewöhnlichen Performance.

Musikalische Abenteuer erwarten das Publikum bei „Der Bleiche Baron“ (8+), einer musikalischen Fabel von Kopergietery aus Belgien, und bei „Minuit“ (8+) von Rotondes aus Luxemburg, einem illustrierten Konzert frei nach Italo Calvinos „Der geteilte Visconte“. Zauberhaftes Figurentheater zeigt die französische Compagnie Des Fourmis dans la Lanterne mit „Nos petits penchants“ (7+).

Große Themen für kleine Zuschauerinnen und Zuschauer

Gleich zwei bayerische Produktionen für junges Publikum waren bei den diesjährigen Mülheimer Theatertagen nominiert, beide sind nun bei „panoptikum“ zu erleben: „Freddie und die ganze Katastrophe“ (6+) vom Theater Mummpitz erzählt mutig von Trennung in der Familie, während „Pembo“ (10+) vom Jungen Theater Ingolstadt die Suche nach Zugehörigkeit zwischen türkischem und deutschem Leben thematisiert. Auch das Zusammenfinden verschiedener Kulturen steht bei „Der Tag, an dem Said zu uns kam“ (6+) vom Jungen Theater Augsburg im Mittelpunkt, und das Landestheater Schwaben behandelt mit „Wutschweiger“ (9+) das Thema Kinderarmut.

Und auch rund um die Theaterproduktionen gibt es einiges zu erleben. Ein breitgefächertes Rahmenprogramm lädt mit Ausstellungen, Workshops, Fachtreffen, Diskussionsrunden und natürlich mit Feiern und Tanz zu vielseitigen Entdeckungen ein und bleibt ein fester Bestandteil des Festivals.

Das Europäisch-Bayerische Kindertheaterfestival „panoptikum“ findet vom 3. bis 8. Februar 2026 in Nürnberg statt. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.festival-panoptikum.de.

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