Klassiker

Klangfarben und Kammerklang

Frankens Veranstalter von kleineren Klassikformaten bieten ein ein Frühjahrsprogramm voller Vielfalt

veröffentlicht am 20.01.2026 | Lesezeit: ca. 9 Min.

Am 7. Februar empfängt die TauberPhilharmonie die Blockflötistin Lucie Horsch

Am 7. Februar empfängt die TauberPhilharmonie die Blockflötistin Lucie Horsch, Foto © Dana van Leeuwen

Das Stadttheater Aschaffenburg lädt am 7. Februar den Pianisten Johannes Möller zum Gastspiel auf die Bühne 1 des Stadttheaters. Auf dem Programm stehen Hadyn, Janáček, Debussy und Brahms. Wer sich zwischen Pop und Klassik nicht entscheiden kann, der hat es gut am 27. Februar, wenn das vision string quartet eigene Kompositionen und Arrangements, inspiriert von Folk, Pop, Rock, Latin, Funk und Minimal vorstellt. Am 15. März sind die Stuttgarter Philharmoniker unter dem Dirigat von Andrey Boreyko zu Gast. Gabriela Montero begleitet am Klavier.

Das Theater Ansbach kündigt für den 27. Februar unter dem Titel „An der Schwelle zur Ewigkeit“ das Bennewitz-Quartett an. Das Programm vereint drei Stücke, die in einer Situation großer physischer oder psychischer Schwierigkeiten komponiert wurden: Bedřich Smetanas Streichquartett Nr. 2, Benjamin Brittens Streichquartett Nr. 3 und Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett f-Moll op. 80. Anfang März präsentiert Paul Sturm dann ein neues Chopin-Programm in der Karlshalle. Am 19. März ist das Ensemble Classique zu Gast, welches den amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein im Onoldiasaal ehrt.

Der Musikverein Bamberg hat am 23. Februar einen der wohl herausragendsten musikalischen Talente seiner Generation zu Gast. Der 15-jährige Pianist Justus Friedrich Eichhorn begeistert mit musikalischer Kreativität und brillanter Technik. Im Mittelpunkt des Abends stehen Werke von Beethoven, Liszt und Debussy. Fans der Blasinstrumente kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Reinhold Friedrich (Trompete), Christian Segmehl (Saxophon) und Eriko Takezawa (Klavier) sind am 24. März mit einem vielseitigen Programm zu Gast.

Die Kulturfreunde Bayreuth setzen ihre Saison mit einem facettenreichen Programm fort. Am 4. Februar gastiert das Jewish Chamber Orchestra Munich im Zentrum mit dem farbigen Klezmer-Singspiel Mendele Lohengrin“ unter der Leitung von Daniel Grossmann. Im Haus Wahnfried gestalten Daniel Ochoa (Bariton) und Konstantin Lukinov (Klavier) am 8. Februar einen Liederabend mit ausgewählten Stücken von Cornelius, Levi, Wolf und Brahms. Im Zentrum interpretieren am 25. Februar das renommierte Klavierduo Tal & Groethuysen ein faszinierendes Programm von Schönberg über Debussy bis zu Wagner-Bezügen. Am 8. März lädt das Duo Corinna Scheurle (Mezzosopran) und Akemi Murakami (Klavier) im Wahnfried zu Liedern von Korngold, Liszt, Tschaikowsky und Wolf. Der kammermusikalische Reigen geht am 11. März im Zentrum mit dem Elaia Quartett und Nasti am Klavier weiter: Giuseppe Martuccis Quintett und César Francks emotionales Quintett f-Moll versprechen einen Abend von lyrischer Tiefe und orchestraler Kammermusik.

Der Verein e.V. Coburg bittet am 23. Februar zur „REEDvolution“ in das Foyer der HUK-COBURG. Das Sonus Quintett, das erste Reed Quintett Deutschlands, präsentiert mit seiner außergewöhnlichen Besetzung – Klarinette, Bassklarinette, Saxophon, Oboe und Fagott – eine eigene Version von L. van Beethovens „Mondscheinsonate“ sowie G. Gershwins „An American in Paris“.

Der gVe in Erlangen bietet im Rahmen der musikalisch-literarischen Reihe „Klingt gut!“ am 5. Februar einen Zusatztermin von „Schostakowitsch im Lärm der Zeit“ im Markgrafentheater Erlangen an. Kammermusik von Dmitri Schostakowitsch trifft auf Lesungen aus Julian Barnes’ gleichnamigem Roman. Am 25. Februar erlaubt das E-MEX Ensemble in der Heinrich-Lades-Halle einen musikalischen Streifzug durch die Spektralmusik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Am Stadttheater Fürth gastiert am 20. Februar das preisgekrönte und international bekannte Notos Quartett. Aufgeführt wird das Klavierquartett g-Moll von Brahms und mit der Verstärkung von Dominik Wagner am Kontrabass Schuberts Forellen-Quintett. Ende März, am 26. des Monats, findet dann ein weiteres Konzert der beliebten Passagen-Abo-Reihe statt: Sprezzatura 22 präsentieren Lieder um Lieben und Leben im Kulturforum Fürth.

Die Gunzenhäuser Konzertreihe präsentiert am 1. März ein Konzert des andalusischen Klarinettisten Pablo Barragán und seinem Klavierpartner Nuron Mukumi. Auf dem Programm stehen Werke von R. Schumann, C. M. von Weber, J. Brahms u.a.

Die Neumarkter Konzertfreunde bieten am 25. Februar unter dem Titel „Geniestreiche“ klassische Meisterwerke in Streichquartett‑Besetzung: Das vielfach prämierte Barbican Quartet spielt Haydns lebhaftes C‑Dur‑Quartett, Szymanowskis kraftvolle zweite Quartett, Rebecca Clarkes ausdrucksstarke Two Movements und Mendelssohns frühes a‑Moll‑Quartett. Am 16. März wird dann zum pianistischen Streifzug durch zwei große Préludes‑Zyklen geladen: Pianistin Nathalia Milstein interpretiert Debussys zweite Buch‑Folge der 12 Préludes und Chopins 24 Préludes op. 28.

Die Hörtnagel Konzerte Nürnberg laden am 23. Februar zum 5. Meisterkonzert in die Meistersingerhalle. Präsentiert wird der derzeitige Überflieger der Pianistenszene: Igor Levit. Er bringt ein wenig Klavier-Himalaya mit: Schuberts letzte, gewaltige B-Dur-Sonate D 960. Und als sei das nicht schon Gipfelbesteigung genug, packt er noch Schumanns geheimnisvolle Nachtstücke und Chopins himmelstürmende dritte Klaviersonate dazu.

Das ensemble KONTRASTE bittet am 1. März unter dem Motto „humanInature“ in die Tafelhalle Nürnberg. Philip Glass, Sergej Rachmaninoff und Arvo Pärt begegnen hier großformatigen Luftbildfotografien von Tom Hegen – ein Abend, der Musik und Naturwahrnehmung eindrucksvoll verschränkt. Am 8. März wird dann zu einem erfrischenden Format geladen: dem Dichtercafé. Virginia Woolfs Meisterwerk „Orlando“ (Adeline Schebesch liest) trifft auf kraftvolle und facettenreiche Musik für Percussion solo, von und mit Ania Wojtas. Nicht minder faszinierend geht es am 29. März mit dem großen Abschlusskonzert der Saison unter dem gleichnamigen Titel „Upon Weightless Wings“ weiter. Unter der Leitung von Johannes Braun erklingt eine erfrischend vielseitige Kammerorchester-Folge mit John Adams' energiegeladener Chamber Symphony, der beflügelnden Titelkomposition der jungen Britin Grace-Evangeline Mason und Nikolai Kapustins vitalem Crossover-Jazz-Klang in seiner Chamber Symphony.

Am 1. Februar präsentiert NürnbergMusik in der Meistersingerhalle Loriots humorvolle Kurzfassung von Wagners „Ring des Nibelungen“. Mit Jan Josef Liefers als Erzähler und der Staatskapelle Weimar entsteht ein unterhaltsamer Opernabend, der das Monumentalwerk in konzentrierter Form erlebbar macht. Andere Töne schlägt am 27. März „Samy Deluxe & Mikis Takeover! Ensemble“ an: Rap trifft Kammermusik, Textkraft trifft feine Arrangements – ein Crossover-Konzert, das frische Energie verspricht.

Am 1. Februar lädt das Theater Regensburg unter dem Titel „Spiegelbilder“ zu seinem 4. Kammerkonzert – ein Abend mit Johannes Brahms’ vitalem Klaviertrio op. 87 und Dmitri Schostakowitschs expressivem Streichquartett Nr. 8. Ganz im Zeichen französischer Klangkunst steht am 1. März das Hauskonzert „Á la Française": Andrei Ciobanu und Raluca Rad entfalten in Sonaten für Violine und Klavier ihre impressionistischen Farben und fein abgestimmte Dialoge.

Bei den Schüttbau Meisterkonzerten kündigt sich am 8. Februar das Florian Götz & Grundmann Quartett an: Schuberts berühmter Liedzyklus „Winterreise“ erklingt in einer ungewöhnlichen Bearbeitung für Bariton, Englischhorn und Streichtrio. Am 14. März präsentiert das Uwaga Quartet dann mit „Bach to the Roots“ einen klanglich sprudelnden Kammerabend. Die vier Musiker verbinden Johann Sebastian Bachs musikalische Wurzeln mit Einflüssen aus Jazz, Pop und Balkan‑Musik.

Ans Theater der Stadt Schweinfurt kehrt am 14. Februar das inzwischen international gefeierte Programm „mothers. lovers. revolutionists. – Komponistinnen im Portrait“ zurück. Marta Wryk (Mezzosopran) und Sina Kloke (Klavier) stellen mit ihrem Projekt Komponistinnen ins Zentrum, die trotz zahlreicher Hürden ihre Kunst verwirklichten. Am 25. Februar präsentiert das Concertgebouw Kammerorchester gemeinsam mit Violinist Niek Baar Werke von Mendelssohn Bartholdy, Chausson und Bazzini.

Mit „Nah dran“ am 7. Februar öffnet die TauberPhilharmonie in Weikersheim einen außergewöhnlichen Blick auf Alte Musik: Die Blockflötistin Lucie Horsch und der Lautenist Thomas Dunford loten in diesem Duoformat die Klangwelten der Renaissance und des Barock aus. Am 13. Februar rückt Schuberts großer Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ ins Zentrum. Bariton Konstantin Krimmel und Pianist Ammiel Bushakevitz entfalten den emotionalen Kosmos von Wanderlust, Liebe, Verlust und Sehnsucht. Wallis Bird + SPARK sind am 21. Februar als Crossover-Projekt zu Gast. Sie präsentieren Werke von Dichterinnen und Komponistinnen – fast 900 Jahre, acht Nationen und drei Kontinente umspannt das Programm.

Bei den Konzerten auf Schloss Weißenbrunn geht es am 14. Februar mit einem Konzertabend unter dem Titel „Chiaroscuro“ weiter. Die Accademia degli Stravaganti entführt in die Klangwelt der Renaissance: In der Erstaufführung des „Libro primo di madrigali“ von Giovanni Girolamo Kapsperger erklingen fünfstimmige Madrigale mit Basso continuo. Ganz anders, aber nicht weniger intensiv, klingt am 14. März „Der Erlkönig“: Bassbariton Hanno Müller Brachmann und Pianist Jan Schultsz präsentieren Schubert und Carl Löwe auf dem historischen Fortepiano.

Die Meisterkonzerte Würzburg laden am 5. März zu einem Konzertabend der besonderen Art: Das mit dem ECHO Rising Star ausgezeichnete Quatuor Agate präsentiert das Programm „Outlaws“ im Großen Saal der Hochschule für Musik. Von Gesualdo über Smyth und Aliabiev bis zu Shostakovich’ Streichquartett Nr. 8 und Beethovens Op. 59 Nr. 3 entfaltet sich eine vier Jahrhunderte umspannende Klangreise der Nonkonformität.

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