Wenn die Karten mit Strawinsky tanzen
Das Theater Altenburg Gera präsentiert „Jeu de Cartes“ und „Pulcinella“ in einem Ballett-Doppelabend
veröffentlicht am 31.01.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter
Eine Partie Poker gefällig? Nicht in irgendeinem Hinterzimmer, sondern auf der Bühne im Theater Altenburg Gera. Zwei Choreografien zu Musiken des Komponisten Igor Strawinsky stehen auf dem Programm. Der Ballett-Doppelabend präsentiert „Jeu de Cartes“ und „Pulcinella“. Premiere feiert dieser besondere Abend am 6. Februar 2026 in Gera sowie am 31. Mai im Theaterzelt Altenburg. Die Produktion wird auch beim „Internationalen Ballettfestival Gera“, das unter dem Motto „100 Jahre tänzerischer Aufbruch in Gera“ steht, vertreten sein.
Eine Partie Poker liegt „Jeu de Cartes“ als Idee zugrunde, wobei die Karten von Tänzerinnen und Tänzern dargestellt werden. Uraufgeführt wurde das tanzende Kartenspiel 1937 an der Metropolitan Opera in New York, in der Fassung des Starchoreografen George Balanchine. Den endgültigen Durchbruch erlebte Strawinskys Werk allerdings erst Jahre später, mit der Choreografie des südafrikanisch-britischen Balletttänzers John Cranko (1927 bis 1973). Das Thüringer Staatsballett, die Ballettcompagnie des Theaters, bringt Crankos Original-Choreografie, die der Choreograf ursprünglich mit seinem Stuttgarter Ballett 1965 erarbeitet hatte, auf die Bühne. Die Einstudierung übernehmen Reid Anderson und Clemens Fröhlich. Hauptfigur des Spiels ist der hinterlistige Joker, der sich aufgrund seiner Fähigkeit in jede beliebige Karte verwandeln kann, aber nicht immer erfolgreich bleiben muss.
Eine Figur aus der Commedia dell’arte dient „Pulcinella“ als Ausgangspunkt. Strawinsky, damals Hauskomponist des Ballets Russe, verdankte die Idee zu diesem Werk der Begeisterung des Impresarios Sergej Djagilew für die Commedia dell’arte. Die Handlung geht zurück auf eine Handschrift aus Neapel von 1700. Eine der Geschichten erzählt von Pulcinella, seiner Freundin und seinen Freunden. Ein Verwirrspiel um Liebe und Leidenschaft. Ob am Ende die Richtigen zueinander finden? Die Uraufführung des Werkes fand 1920 in der Ausstattung von Pablo Picasso in Paris statt. Für das Theater Altenburg Gera stellt Arshak Ghalumyan (Jahrgang 1985), der zum zweiten Mal mit dem Thüringer Staatsballett arbeitet, eine neugefasste Choreografie inklusive Live-Music-Performances von Damian Ibn Salem und Sami Lab vor. (Libretto und Dramaturgie: Norbert Skowronek).
Der international gefragte, armenische Tanzspezialist ist bekannt für seine Experimentierfreudigkeit sowie sein Gespür für Komposition, was spannende Tanzformate erahnen lässt.
Weitere Informationen zum Stück und zu den Terminen gibt es unter www.theater-altenburg-gera.de.