Starchoreografen am Landestheater Eisenach
Tanzproduktion „Next Wave“ spiegelt fließende Übergänge im Ballett
veröffentlicht am 14.02.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter
Tanz und seine Bewegungssprache unterliegen einem ständigen Wandel. Sie greifen gesellschaftliche und stilistische Impulse auf. Mit der Eigenproduktion „Next Wave“ geht das Landestheater Eisenach auf den fließenden Übergang zwischen gegenwärtigen Tanz-Ästhetiken und altbewährter Balletttradition ein. Choreografische Handschriften können, selbst bei derselben Vorlage, ganz unterschiedlich ausfallen, dynamisch mitreißend oder auch mit ganz neuen, innovativen Stilkonzepten. Für den Ballettabend „Next Wave“ stellen Lucinda Childs, Ana Isabel Casquilho, Robert Battle und Jorge Pères Martìnez, vier Choreograf:innen aus unterschiedlichen Ländern, Arbeiten vor, die am 21. Februar 2026 als Gesamtkonzept zur Uraufführung kommen.
Individuelle künstlerische Hintergründe und Erfahrungen spiegeln sich in den jeweiligen Choreografien wider. Die Ballettcompagnie des Theaters ist bekannt für ihr hohes technisches Niveau und setzt sie um. Der Abend spannt einen Bogen von amerikanischem Modern Dance bis zur fluiden, Grenzen austestenden Formsprache des europäischen zeitgenössischen Tanzes. Künstlerischer Austausch und Weiterentwicklungen halten die Ballettlandschaft in einem steten Fluss der Veränderung.
Zur Musik des US-amerikanischen Komponisten John Adams hat Lucinda Childs ihre Choreografie unter dem Titel „Chairman Dances“, kreiert. Zugrunde liegt das gleichnamige Orchesterwerk, übersetzt „Der Vorsitzende tanzt“, aus dem Jahr 1985, Untertitel „Foxtrott für Orchester“. Begonnen hatte sie ihre Karriere in den frühen 1960er Jahren als Mitglied des Judson Dance Theaters in Manhattan. Sie gilt als Grande Dame des postmodernen Tanzes.
Der vergängliche, flüchtige Moment des Hier und Jetzt steht in Ana Isabel Casquilhos (Jahrgang 1993) Choreografie „Ephemerus“, zur Musik von David Nigro. Der Titel bezieht sich auf das altgriechische Adjektiv „ephemeros“, das auf Deutsch „vergänglich“ bedeutet. Die Portugiesin studierte am National Ballet Conservatory in Lissabon sowie an der Codarts Rotterdam.
„The Hunt“ überschreibt Robert Battle (Jahrgang 1972, Florida) seinen Beitrag, der sich mit der Begeisterung beim Jagen auseinandersetzt. Musikalisch orientiert er sich an der Musik von Jungle Jazz, dem Perkussions-Ensemble Les Tambours du Bronx oder auch Black Bull.
Den Abend beschließt Jorge Pérez Martìnez, seit 2025/26 Ballettdirektor und Choreograf am Landestheater Eisenach, mit seinem „Concerto For 2“, zu Ezio Bossos Konzert für Violie Nr. 1, mit dem Titel „Esoconcerto“.
Weitere Details zur Uraufführung und zu den einzelenen Terminen findet man unter www.landestheater-eisenach.de.