Ausstellungen

Zwischen Aufbruch und Verlust

Die Kunstvilla Nürnberg widmet Constantin von Mitschke-Collande eine große Retrospektive

veröffentlicht am 27.02.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Constantin von Mitschke-Collande, Hektors Abschied, 1954, Sammlung Kunstvilla

Constantin von Mitschke-Collande, Hektors Abschied, 1954, Sammlung Kunstvilla, Foto © Stadt Nürnberg/Kunstvilla, Foto: Annette Kradisch

Anlässlich des 70. Todestages von Constantin von Mitschke-Collande zeigt die Kunstvilla Nürnberg unter dem Titel „Ein Künstlerleben zwischen Dresden und Nürnberg“ eine umfassende Retrospektive eines Künstlers, dessen Leben und Werk von tiefgreifenden Brüchen geprägt waren. Die Ausstellung zeichnet ein Künstlerleben nach, das sich zwischen diesen beiden Städten bewegte und die dramatischen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.

Mitschke-Collande studierte ab 1907 in Dresden unter anderem bei Robert Sterl und Oskar Zwintscher. Studien- und Begegnungsreisen nach Rom, Florenz und Paris, wo er Maurice Denis und Fernand Léger kennenlernte, hinterließen nachhaltige Spuren in seinem Werk. Nach dem Ersten Weltkrieg war er gemeinsam mit Otto Dix Mitbegründer der gesellschaftskritischen „Dresdner Sezession Gruppe 1919“, an die sich eine expressionistische Werkphase anschloss.

Eine einschneidende Zäsur bedeutete die nationalsozialistische Kulturpolitik. 1937 wurde ein Gemälde in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, weitere Werke wurden beschlagnahmt oder zerstört. Die Bombardierung Dresdens führte schließlich zur Vernichtung seines Ateliers und zum Verlust eines Großteils seines Œuvres. Nach Krieg und Vertreibung fand der Künstler mit seiner zweiten Frau, der Künstlerin Hilde von Collande, in Nürnberg eine neue Heimat, wo er bis zu seinem Tod 1956 lebte und arbeitete.

Die Ausstellung vereint Werke aus dem Bestand der Kunstvilla, aus der Sammlung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg sowie aus Firmen- und Privatsammlungen und würdigt ein Werk, das zu Unrecht lange aus dem Blick geraten war.

„Constantin von Mitschke-Collande. Ein Künstlerleben zwischen Dresden und Nürnberg“ ist vom 28. Februar bis zum 28. Juni 2026 in der Kunstvilla im KunstKulturQuartier in Nürnberg zu sehen. Weitere Informationen unter www.kunstvilla.org.

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