Literarisch unterwegs bei der Frankenlese
Fünf Literaturschaffende lesen unter dem Motto „Sprache schafft Wirklichkeit“ an verschiedenen Orten
veröffentlicht am 01.03.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Martin Meyer
Auch 2026 versieht das Kultur-Zentrum KUNO mit seiner umtriebigen Sparte Literatur wieder seinen „Literarischen Stadtteildienst“ – raus aus den Elfenbeintürmen, nahe bei den Menschen. Dank seiner Mitveranstalterin, der Diakonie Bayern nebst ihrer Körperschaft „Diakoneo“, werden vom 9. bis 26. März 2026 auch Bürgertreffs in der Nordstadt zu kulturellen Leuchttürmen.
Verbindendes Motto der 14. Frankenlese ist „Sprache schafft Wirklichkeit“. Das ist ein Satz des Sprachphilosophen Ludwig Wittgenstein. Wittgenstein ist schwere Kost, hier jedoch wird „Sprache schafft Wirklichkeit“ geerdet – und aus fränkischer Sicht gespiegelt.
Den Anfang macht der vielseitige fränkische Autor Helmut Haberkamm, am 9. März um 15.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Maxfeld. Begleitet von Heinrich Hartl am Klavier, stellt er uns anhand seines Romans „Der Baron im Blauen Haus“ das bewegte Leben Johann Kalbs vor, der es vom bescheidenen fränkischen Bauernsohn aus Hüttendorf zum General im amerikanischen Revolutionskrieg brachte.
Am 11. März um 16 Uhr präsentiert uns Elena Nahen in der Stadtbibliothek Maxfeld mit „Ameisen“ anhand eines jungen Mannes in einer psychiatrischen Klinik tiefe Blicke hinter das bloß scheinbar geordnete Koordinatensystem des Studiums der Psychologie.
Lyrisch wird es in der dritten Lesung am 12. März um 14 Uhr im Stadtteiltreff SIGENA am Nordbahnhof. Dort wird uns der rund um Nürnberg wirkende Literaturwissenschaftler und Autor Siegfried Straßner mit seinem aktuellen Gedichtband „Leem aus Leem“ konfrontieren – und mit der Erkenntnis, dass wir aus Lehm geboren sind, mit all dem Lehm leben und mit dem Tod wieder zu Lehm werden.
Die Autorin Gesa Will, im Norden geboren, doch in Franken heimisch geworden, lädt uns unter dem Motto „Was bleibt“ (mit einem Blick auf ihre Großmutter) dazu ein, innezuhalten und auf das zu schauen, was uns geprägt hat. Am 20. März um 14.30 Uhr im Café Martin des Caritas-Stifts St. Martin.
Den Schlusspunkt setzt Stephanie Mehnert im Café Zeitlos des Stadtteilzentrums KUNO. Dort zeigt sie uns am 26. März um 14 Uhr mit ausgewählter Prosa und Lyrik auf ihrer Feder „Wege der Einsamkeit“ – und führt uns damit eine Epidemie vor, die auch wegen der Omnipräsenz der sozialen Medien bedrohlich um sich greift.
Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen.
Weitere Informationen zur Frankenlese findet man unter www.kultur-nord.org/.