Szene

Zum tanzen, zum Grölen, zum Innehalten

Unsere Konzertempfehlungen aus Pop, Rap und dem Indiebereich

veröffentlicht am 03.02.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Emma Hasse

Die Band rosmarin spielt am 28. Februar im Kulturzentrum Engelsburg

Die Band rosmarin spielt am 28. Februar im Kulturzentrum Engelsburg, Foto © Paul Strassner

Deutschland nähert sich langsam, aber beständig dem Ende des Winters. Die ersten Krokusse blühen und an besonders hellen Tagen fühlt sich die Sonne schon ein bisschen wärmer an. Die Vorfreude steigt: schon bald wieder barfuß mit Kaltgetränk im Park. Schon bald wieder lange Sommernächte genießen. Wieso sich eigentlich nicht schon mal darauf einstellen mit einem Konzert? Wir haben eine Auswahl an Highlights in der Region zusammengestellt.

Konzerthighlights in Nürnberg

Los geht es am 4. Februar mit dem Konzert von Rémi.fr im Nürnberger Club Stereo. Rémi ist als Kind französischer Eltern in Dresden aufgewachsen und verpackt in leichtherzigen und amüsant verspielten Texten ganz alltägliche Gegebenheiten. Songs wie „BOSSA NOVA BOUNCE“ lassen einen durch die Wohnung hüpfen, bei den Beats ist von Old School bis experimentell alles dabei. Er ist ein Musiker, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und dabei eine beeindruckende Getriebenheit zeigt – bei Rémi geht es immer nur nach vorn.

Ebenfalls im Club Stereo geht es zwei Tage später, am 6. Februar, weiter mit Musik, die sich nicht gerne in Genre zwängen lässt. The Hidden Cameras schaffen seit über 20 Jahren auf intensiv kreative Art und Weise Raum für queere Stimmen. Sowohl musikalisch als auch auf der Bühne bleibt es dabei nie beim Gleichen. Das neue Album BRONTO glänzt mit starken Bassklängen, emotionalen Piano-Elementen und einer Produktion mit Fokus auf Elektronik. Insgesamt ist BRONTO eine Hymne an Nachtclubs als Orte der queeren Emanzipation und Selbstentdeckung.

Die letzte Empfehlung für Nürnberg sprechen wir für das Konzert der Singer-Songwriterin Cara Rose aus. Im Rahmen ihrer siebten Europatournee wird sie auch am 17. Februar im Z-Bau auftreten. Cara Roses Musik geht ohne Umschweife direkt ins Herz, mit einer Stimme, die im Gedächtnis bleibt. Die Songs sind intim, gefühlvoll und jazzig.

Konzerthighlights in Erlangen

Am 6. Februar ist im Erlanger E-Werk astreiner politischer Rap von Waving The Guns angesagt. Wenn die Rostocker Konzerte geben, wird die textliche Spannbreite von bewusst stumpf bis unverkrampft tiefgründig einmal durchdekliniert. Und auch wenn die politische Haltung klar ist: Witz und Entertainment stehen trotzdem im Zentrum ihrer Musik. Einen Seitenhieb kassiert hier eigentlich jeder. Aber kann man ihnen überhaupt böse sein, wenn er in so kunstvollen Texten verpackt ist?

Am 19. März wartet dann dort ein Konzert von Tristan Brusch. Der selbstbezeichnete letzte Troubadour Deutschlands „singt zärtlich und meint es brutal, denkt wie ein radikaldemokratischer Aristokrat auf LSD und findet immer das schönste oder auch wildeste Bild, das ist bei ihm oft ein – und dasselbe.“ Diese Poesie findet sich auch in seiner Musik wieder. In seinen Liedern kommen die Texte und ihre Wortgewalt durch die minimalistische, sorgfältige Produktion zum Strahlen.

Konzerthighlights in Fürth

Wie so oft hat ein Blick in den Kalender der Fürther Kofferfabrik zu einem Geheimtipp geführt. Dieses Mal kam sie in Form der Rap-Formation Ulepuschkinrose, welche am 7. März auftritt. Ulepuschkinrose ist die Kombination aus drei Straßen in Halle, wo die Musiker herkommen. Die selbsternannten „achtsamen Atzen“ haben in den letzten Jahren in der Szene einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kein Wunder: Partysongs und Kapitalismuskritik auf eingängigen Beats passen perfekt in den Zeitgeist. Umso schöner, dass die Musiker nun auch ihren Weg in unsere Region finden.

Konzerthighlights in Bamberg

Zwischen Montags-Schwof und Techno-Nächten am Freitag hält der Bamberger Live Club immer wieder Perlen für Indie-Fans bereit. Am 14. Februar findet das Konzert von Flieder statt. Flieder ist musikalisch inspiriert von Kunstschaffenden wie Sam Fender, Bon Iver und Radiohead. Die verträumten Gitarrenklänge eignen sich perfekt für alle Turteltauben, die am Valentinstag mal etwas anderes als ein Restaurant ausprobieren wollen.

Zwei Tage später, am 16. Februar, macht die schwedische Band Tribe Friday einen Zwischenstopp im Live Club. Tribe Friday verbinden Indie-Rock und Dancehall-Vibes der 2000er mit der post-pandemischen Party-Stimmung der Gen Z. Hier warten Songs voller Selbstironie, die eine oder andere Identitätskrise und jede Menge Charme.

Konzerthighlights in Erfurt

In Erfurt geht es am 26. Februar im Kalif Storch mit der Künstlerin futurebare hoch her. Die Musikerin produziert und schreibt alle ihre Lieder selbst und sorgt auf Konzerten für ausgelassene Stimmung mit Partycharakter. Die Songs haben Ansteckungspotenzial, sind eingängig und kommen mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein daher. Pop, Indie und Rap werden zu einem eigenen Sound gemischt, bei dem Pianoballaden genauso gut funktionieren wie Club-Banger.

„Und seid euch nicht zu schade, peinlich zu tanzen“, bitten uns rosmarin in ihrem Streaming-Profil. Gelegenheit dazu bietet uns die Indie-Funk Band am 28. Februar im Kulturzentrum Engelsburg. Die Musik von rosmarin ist geprägt von warmen Synths und Disko-Atmosphäre. Assoziationen könnte man viele herstellen, aber es ist nicht zu leugnen, dass sie konsequent ihre eigenen Untertöne treffen.

Es bieten sich also wieder viele fantastische Möglichkeiten, das Tanzbein zu schwingen. Jetzt gilt es nur noch: Karten kaufen und Live-Musik genießen!

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