Szene

Women of Blues: Die Rother Bluestage 2026

Die 33. Festivalausgabe setzt auf starke Stimmen, internationale Gäste und ein neues literarisch-musikalisches Format

veröffentlicht am 14.03.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Andreas Bär

Judith Hill kommt am 25. März mit Band in Roth vorbei

Judith Hill kommt am 25. März mit Band in Roth vorbei, Foto © Ginger Sole Photography

Und schon ist es wieder so weit: Das Kulturjahr hat noch nicht richtig begonnen, da wartet auf die Fans der erste echte Leckerbissen im mittelfränkischen Raum. In der Zeit vom 21. bis zum 29. März 2026 rufen die Rother Bluestage. Und die haben es in ihrer 33. Auflage in sich, warten zudem mit einem ganz neuen und spannenden Format auf.

Ein Spieljahr voller starker Stimmen

Im Fokus stehen in der Kulturfabrik in diesem Spieljahr die Damen. Dort, wo seit mittlerweile 20 Jahren mit Monika Ammerer-Düll und Silke Rieger zwei Regisseurinnen an den entscheidenden Schaltpulten sitzen, wird 2026 auch auf der Bühne das starke Geschlecht eine dominierende Rolle einnehmen. Zahllose Künstlerinnen prägten den Blues durch starke Stimmen und ihre Musik vermittelt sowohl Kraft als auch Verletzlichkeit. Es liegt also nahe, die Sicht- und Hörbarkeit dieser Frauen zu fördern.

Doch auch die Tradition des Blues als Basis aller Rock- und Popmusik und auch dessen viele Spielarten bleiben Thema des familiären Festivals, das Jahr für Jahr Blues-Fans aus allen Windrichtungen nach Roth verschlägt. Den Brückenschlag in die Vergangenheit vollziehen die Verantwortlichen schon zum Auftakt am 21. März. Mit ihrem beeindruckenden Gitarrenspiel und ihrem mit tiefer Bluesseele getränkten Gesang war Joanna Connor bereits vor 30 Jahren als Headlinerin der 3. Rother Bluestage zu Gast. Lang ist es her, viel hat sich seitdem getan. Doch eines ist gleich geblieben: die Liebe der Akteure und der Fans zu der noch immer meist hausgemachten und intensiven Musik. Das zeigen auch Ministry of Rhythm, die im Anschluss an die Dauerbrennerin im Foyer der Kulturfabrik den Nachschlag präsentieren.

Es geht Schlag auf Schlag weiter: Am 22. März gastiert die aufstrebende und trotz ihrer jungen Jahre bereits medial gefeierte texanische New-Age-Bluesrockerin Ally Venable bei den Bluestagen. Das heimliche Highlight des Festivals wartet am 25. März auf die Gäste. Judith Hill kommt! Die einst durch ihre Backgroundgesänge bei Michael Jackson und Prince bekannt gewordene Komponistin weiß immer wieder aufs Neue zu überzeugen. In ihrem 2024er-Album „Letters from a big widow“, einem Werk der Vergangenheitsbewältigung, weiß sie mit zahlreichen Gitarrensoli zu gefallen: Dabei hat sie das Instrument erst jüngst für sich entdeckt. Freuen dürfen sich die Fans heimischer Granden am 24. März. Gegründet 1978 und seitdem unverwüstlich ist die Dampflok des Rhythm & Blues zurück auf den Gleisen. Frisch renoviert mit einer veränderten Gala-Besetzung mit drei Bläsern, dem wieder aktiven Ausnahmegitarristen Roli Müller und einem komplett neuen Programm nimmt die NC Brown Blues Band wieder Fahrt auf.

Neue Formate und besondere Gäste

Ein besonderes Live-Erlebnis verspricht die siebenköpfige Essener Band Botticelli Baby, die am 26. März eine aufregende Mischung aus mitreißendem Groove und urbanen Klängen in der Kulturfabrik präsentieren wird. Die am 27. März gastierende Laura Cox gilt als Zugpferd einer Generation neuer Rock-Gitarristinnen und Gitarristen und zeigt, dass man zwar im Netz bekannt werden kann, bei Livekonzerten aber abliefern muss. Und das ist ihr gelungen, wie sie seit inzwischen drei Alben und unzähligen Gigs immer wieder unter Beweis stellt. Parallel gibt es ein Wiedersehen mit Ellie Benn im Schwanensaal.

Das norwegisch-britische Gitarrenwunderkind Krissy Matthews ist am 28. März in der Kulturfabrik zu Gast und hat mit „Women of Blues“ ein Aufgebot an Musikerinnen mit dabei, das sich „von“ schreibt: Kim Jennett, Dani Wilde, Sienna Root, Stina Stenerud und Marlia Rae! Mit diesem Reigen folgt Krissy der Intention der Festivalmacherinnen, die Bluestage in diesem Jahr nochmal ganz den Frauen zu verschreiben. Im Schwanensaal präsentiert sich am selben Abend Jake LaBotz.

Auch das große Finale ist dem weiblichen Geschlecht vorbehalten. Zum Abschluss des Festivals ist am 29. März die Personifikation von Poesie & Widerstand zu Gast: In ihrer gleichnamigen Tour macht Sarah Lesch, eine der wichtigsten Stimmen der neuen deutschen Liedermacherszene, mit ihrem 2024er Album in Roth Station und zeigt eindrucksvoll, dass sich der Status einer Liedermacherin auch mit poppigen, punkigen und bluesigen Klängen hervorragend vereinen lässt.

Parallel zu den Veranstaltungen in der Kulturfabrik werden traditionell auch andere Spielstätten beehrt. So dürfen sich die Gäste auf Konzerte im Schwanensaal, im Glashaus und natürlich auch im Foyer der Kulturfabrik freuen.

Sie vermissen noch immer die Neuigkeit der Rother Bluestage? Die steht am 21. März im Glashaus auf der Agenda. Das ist selbst für die Bluestage-Planerinnen Neuland: Mit dem Buch „Geheimsprache des Blues: Die wahre Bedeutung der Songtexte“ hat der aus Chicago stammende Wahl-Bamberger Bob Cremer ein 700-seitiges Werk vorgelegt, für dessen Inhalt er jahrelang recherchiert hat. Das Publikum erwartet bei dieser musikalischen Lesung mit Blues-Gitarrist Wolfgang Kalb zum Festivalauftakt im Glashaus einen spannenden Abend voller stimmungsvoller Musik.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es unter www.bluestage.de.

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