Stars in der Bamberger Konzerthalle
Die Bamberger Symphoniker feiern ihren 80. Geburtstag mit einer hochkarätigen Gala
veröffentlicht am 08.03.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Elke Walter
Die Bamberger Symphoniker feiern 2026 ihr achtzigjähriges Jubiläum. Seit seiner Gründung 1946 gehört das Orchester zu den herausragenden Klangkörpern Deutschlands und genießt über die Stadtgrenzen hinaus international großes Renommee. Die aktuelle Spielzeit 2025/26 steht für das Orchester unter dem Motto „Spielfreude“. Mit einer großen Jubiläumsgala wollen die Bamberger Musiker:innen am 18. März 2026 in der Konzerthalle Bamberg ihren Geburtstag feiern, gleichzeitig auch das 10-jährige Jubiläum Hrůšas als ihren Chefdirigenten würdigen.
Die Wurzeln der Bamberger Symphoniker reichen bis nach Prag zurück
Der musikalische Weg begann um 1783 in Prag, als dort das deutsche Ständetheater seine Türen öffnete. Musiker wie etwa Carl Maria von Weber, Richard Wagner, Gustav Mahler oder auch Richard Strauss hatten das Orchester dort geleitet. Nach der Annexion des Sudetenlandes 1938 und der Schließung des Theaters, spielte das Orchester als Deutsches Philharmonisches Orchester 1940 bis 1945 in Prag. Im Zuge von Flucht und Vertreibung fand ein Großteil der Prager Musiker 1946 in Bamberg eine neue Heimat. Sie gründeten das Bamberger Tonkünstlerorchester, das im Juli 1946 in Bamberger Symphoniker umbenannt wurde. 2003 wurde das Orchester zur „Bayerischen Staatsphilharmonie“ ernannt. Seit 1993 sind die Musiker:innen in der Bamberger Konzerthalle beheimatet. In der Musikwelt genießen sie eine Ausnahmestellung, einerseits fest verwurzelt in ihrer oberfränkischen Heimatstadt Bamberg, andererseits als Kulturbotschafter Bayerns weltweit auf Tournee. Als Intendant prägt Marcus Rudolf Axt seit 2013 den Weg des Orchesters.
Ein weltweit gefragter Klangkörper
National wie international werden die Bamberger Symphoniker zu renommierten Festivals eingeladen und empfangen gerne auch bekannte internationale Stars als Gäste. Zahlreiche Auszeichnungen zieren die erfolgreiche Geschichte der Bamberger, unter anderem 2022 und 2023 auch im Rahmen des International Classical Musical Award (ICMA). Der Preis gilt als bedeutende Auszeichnung in der klassischen Musik und wird seit 2011 für besondere Leistungen vergeben. Eine Jury internationaler Musikkritiker:innen wählt beachtenswerte Aufnahmen sowie herausragende Kunstschaffende, aber auch Newcomer aus. Dass die aktuelle Preisverleihung gleichzeitig als Jubiläumskonzert zum 80-jährigen Bestehen stattfinden soll, ist eine besondere Anerkennung. Die Bamberger Symphoniker fungieren dabei als gastgebendes Orchester.
Galakonzert mit den Preisträger:innen des ICMA
Ende Dezember 2025 hatten sich die Mitglieder der diesjährigen Jury für die Gewinner:innen ausgesprochen, veröffentlicht wurden die Namen erst Mitte Januar 2026. Als Gäste dürfen die Bamberger Symphoniker und ihr Chefdirigent Jakub Hrůša einige der Ausgezeichneten empfangen.
Dazu gehört etwa der US-amerikanische Pianist und Dirigent Stephen Kovacevich (Jahrgang 1940), der mit dem „Lifetime Achievement Award“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.
Der Bratschist Nils Mönkemeyer erhält für die Erstaufnahme des Bratschenkonzertes von Béla Bartók den Preis in der Kategorie „Premiere Recordings“.
Als Entdeckung des Jahres erhält die junge deutsche Geigerin mit ungarisch-ägyptischen Wurzeln, Mariam Abouzahra (Jahrgang 2008), den Preis in der Kategorie „Discovery Award“.
Mit dem „ICMA Classeek Award“ wird der US-amerikanischen Pianist Anthony Ratinov, im Rahmen der „Young Artist Platform Classeek“ ausgezeichnet.
Die Künstler:innen des Abends werden Auszüge aus den Alben präsentieren, für die sie ausgezeichnet wurden. Das genaue Programm steht noch nicht fest, wird aber in Kürze auf der Website der Bamberger Symphoniker bekannt gegeben werden.
Gastgeber unter den Ausgezeichneten
Zur großen Freude der Gastgeber werden auch sie selbst zum Kreis der Auserwählten gehören. Die Bamberger Symphoniker erhalten bei ihrer Jubiläumsgala gleich zwei Auszeichnungen. Zum einen erhalten sie den „Special Achievement Award“, mit dem die Jury die Bamberger als eines der weltweiten führenden Top-Orchester sowie ihre Arbeit als Musikbotschafter in aller Welt anerkennt, zum anderen erhalten sie in der Kategorie „Performance & Dokumentaries“ einen Preis für das Video mit Anton Bruckners neunter Sinfonie, unter der Leitung von Herbert Blomstedt (Jahrgang 1927), Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker. Die Aufzeichnung erfolgte 2024 zum 97. Geburtstag des Dirigenten in der Stiftskirche von St. Florian, wo Bruckner auch seine letzte Ruhestätte hat.
Chefdirigent ist Künstler des Jahres
Jakub Hrůša, der in diesem Jahr sein Zehnjähriges als Chef der Bamberger Symphoniker feiern darf, wird in der Kategorie „Artist of the Year“ ausgezeichnet.
Das Publikum darf sich auf eine herausragende Konzertgala mit Stars und Entdeckungen zum Jubiläum des Bamberger Orchesters freuen.
Weitere Informationen gibt es unter www.bamberger-symphoniker.de oder www.icma-info.com.