Ausstellungen

Druckreif! - Albrecht Dürers Erfolgsgeschichten

Eine Ausstellungskooperation des Museum Otto Schäfer und Museum Georg Schäfer Schweinfurt

veröffentlicht am 23.02.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Albrecht Dürer, Rhinocerus, 1515

Albrecht Dürer, Rhinocerus, 1515, Foto © Otto Schäfer Stiftung der Stadt Schweinfurt, Foto: SKF-Fotokreis

Der über Jahrhunderte andauernde, länderübergreifende Ruhm des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer gründet in besonderem Maße auf seinem druckgraphischen Werk. Kupferstiche und Holzschnitte machten Dürer bereits zu Lebzeiten europaweit bekannt und begründeten seinen Rang als einer der ersten Künstler der Neuzeit mit internationaler Strahlkraft. Zu diesen Schlüsselwerken zählen die drei sogenannten Meisterstiche „Melancholia I“, „Ritter, Tod und Teufel“ sowie „Der heilige Hieronymus im Gehäus“ ebenso wie die weltberühmten Bildfolgen zur Apokalypse, zum Leben Christi oder zur Marienvita. In ihnen verbinden sich technische Virtuosität, intellektuelle Tiefe und ein neuartiges künstlerisches Selbstverständnis.

Der Fokus der Ausstellung „DRUCKREIF“ liegt jedoch nicht allein auf diesen kanonischen Höhepunkten, sondern auf dem gesamten druckgraphischen Schaffen Dürers. Die Sammlung Otto Schäfer in Schweinfurt verfügt über einen nahezu vollständigen Bestand dieser Arbeiten und ermöglicht damit einen umfassenden Blick auf Dürers graphisches Œuvre. Nach Werkgruppen geordnet, entfaltet die Schau ein Panorama von frühen Experimenten bis zu den reifen Hauptwerken und macht zugleich die enorme thematische und formale Bandbreite sichtbar.

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung Dürer als strategisch denkenden Künstler und Unternehmer. Seine Drucke waren nicht nur Kunstwerke, sondern auch bewusst eingesetzte Medien der Selbstvermarktung. Durch Monogramme, kontrollierte Auflagen und den gezielten Vertrieb seiner Blätter etablierte Dürer ein modernes Künstlerimage und schuf die Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg und nachhaltige Bekanntheit. Die Ausstellung zeigt, wie eng bei Dürer künstlerischer Anspruch, ökonomisches Kalkül und mediale Verbreitung miteinander verbunden waren.

Diese Erfolgsgeschichte endet nicht mit Dürers Tod im Jahr 1528. Besonders im 19. Jahrhundert wurde er zu einer nationalen Leitfigur erhoben, sein Werk zum Maßstab künstlerischer Qualität und moralischer Integrität erklärt. Um diese Rezeptionsgeschichte sichtbar zu machen, werden den Arbeiten Dürers Werke aus der Sammlung Georg Schäfer gegenübergestellt. Gemälde und Zeichnungen von Künstlern wie Joseph von Führich, Julius Schnorr von Carolsfeld, Adolph von Menzel oder Lovis Corinth belegen die intensive Auseinandersetzung mit Dürer zwischen Romantik, Historismus und beginnender Moderne.

Die Ausstellung „DRUCKREIF“ ist vom 1. März bis zum 7. Juni 2026 im Museum Georg Schäfer zu sehen. Mehr Informationen unter www.museumgeorgschaefer.de.

Schlagworte:

Ähnliche Artikel: