Visions of Venus
Wallis Bird + SPARK klassischer Take zu weiblicher Musik in der TauberPhilharmonie
veröffentlicht am 09.02.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min.
Wallis Bird und die ECHO-Klassik-Preisträger von SPARK musizieren in der TauberPhilharmonie, Foto © Gregor Hohenberg
Am Samstag, den 21. Februar, verwandelt sich der Konzertsaal der TauberPhilharmoniein einen Ort der musikalischen Emanzipation. Unter dem Titel „Visions of Venus“ treffen zwei Welten aufeinander, die auf den ersten Blick gegensätzlicher nicht sein könnten: Die irische Singer-Songwriter-Naturgewalt Wallis Bird und die ECHO-Klassik-Preisträger von SPARK – der klassischen Band.
Wer definiert das Bild der Frau? Jahrhundertelang war die Antwort in der Kunstgeschichte eindeutig: Es waren meist Männer, die Frauen malten, über sie dichteten und für sie komponierten. Selbst in Meilensteinen der Popgeschichte, wie Aretha Franklins „Natural Woman“ von 1967, wurde die weibliche Selbstfindung oft noch an die Liebe zu einem Mann geknüpft. Zwar verlieh die Stimme der Diva dem Song eine unverkennbare Stärke, doch die Urheberschaft blieb oft in männlicher Hand.
Mit „Visions of Venus“ setzen Wallis Bird und SPARK genau hier an und drehen das Prisma um. Das Programm, das sie für diesen besonderen Abend im Rahmen des Entdecker-Abos zusammengestellt haben, stammt ausnahmslos aus der Feder von Frauen. Es ist eine Reise durch fast 900 Jahre Musikgeschichte, die acht Nationen und drei Kontinente umspannt. Von der mittelalterlichen Mystik einer Hildegard von Bingen bis hin zu den modernen Klängen einer Kate Bush oder den kraftvollen Eigenkompositionen von Wallis Bird selbst – an diesem Abend gehört die Bühne der weiblichen Autonomie.
Die künstlerische Allianz zwischen der in Berlin lebenden Irin aus dem County Meath und der deutschen Formation SPARK ist ein Glücksfall für das Genre Crossover. Kennengelernt haben sie sich 2019 bei einem Staatsempfang des deutschen Bundespräsidenten für seinen irischen Amtskollegen. Aus einer protokollarischen Begegnung wurde schnell eine kreative Vision: Die Verbindung von klassischer Präzision und der rohen, unbändigen Energie des Folk-Rock.
Die Zuschauer erwartet kein gewöhnliches Konzert, sondern ein virtuos arrangiertes Gesamtkunstwerk. Wenn die Blockflöten, Violine, Cello und Klavier von SPARK auf die markante Stimme und die perkussive Gitarre von Wallis Bird treffen, verschmelzen die Grenzen. Italienischer Frühbarock flirtet mit modernen Dancefloor-Beats, und stille, kammermusikalische Poesie wird von knackigen, modernen Grooves abgelöst. Besonders spannend verspricht die Interpretation von Kate Bushs „Babooshka“ zu werden – ein Song über weibliche List und die Prüfung der Treue, der durch die kunstvollen Arrangements von SPARK eine völlig neue Tiefe erfährt.