Klassiker

Vielfalt mit Überraschungsmomenten

Die kleineren Klassikformate fränkischer Veranstalter bestechen mit hohem Niveau und großer Vielfalt

veröffentlicht am 28.03.2026 | Lesezeit: ca. 8 Min. | von Elke Walter

Das Elliot Quartett spielt am 10. Mai ein Jubiläumskonzert in Uffenheim

Das Elliot Quartett spielt am 10. Mai ein Jubiläumskonzert in Uffenheim, Foto © Kaupo Kikkas

Nicht nur die großen Veranstalter können mit spannenden Konzerten punkten. Auch kleinere Klassikformate fränkischer Veranstalter versprechen einen Musikgenuss auf hohem Niveau. Große Namen finden sich da, aber auch unbekannte Entdeckungen, vielleicht sogar Stars von morgen.

Das Stadttheater Aschaffenburg lädt im Rahmen seiner Orchesterkonzerte in das Schloss Johannisburg ein. Am 17. Mai spielt das Collegium Musicum Aschaffenburg mit dem Klarinettisten Nicolai Pfeffer Werke von Wolfgang Amadeus Mozart oder auch Gustav Mahler. Die Leitung hat Thomas Jung.

Am 19. Mai folgt in der Stadthalle am Schloss ein Abend mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, unter der Leitung von Sébastien Rouland. Einen Orgelsound der Extraklasse lässt der international gefragte Organist Christian Schmitt erwarten. Zu hören sind Werke von Benjamin Britten, Samuel Barber, Anton Dvořák oder auch Francis Poulenc.

Die Konzertreihe am Theater Ansbach lädt am 20. April zu einer musikalischen Lesung mit der Schauspielerin Katja Riemann, der Geigerin Franziska Hölscher sowie der Pianistin Marianna Shirinyan ein. Texte von Roger Willemsen treffen auf Musik von Camille Saint-Saëns. Am 7. Mai folgt dann ein Konzert mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen. Auf dem Programm stehen Werke von Franz Schubert oder auch Ludwig van Beethoven, etwa die Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, die „Eroica“. Beide Konzerte finden im Onoldiasaal statt.

Ein einzigartiges und eher seltenes Konzerterlebnis bietet der Musikverein Bamberg e. V. unter dem Titel „Prégardien Vater & Sohn“ an. Julian Prégardien und sein Vater Christoph sowie der Pianist Michael Gees sind am 18. Mai zu Gast in der Konzerthalle Bamberg.

Auf dem Programm der Kulturfreunde Bayreuth steht am 17. April im Friedrichsforum, unter der Leitung von Jonathan Stockhammer, ein Konzert des Bundesjugendorchesters sowie des Bundesjazzorchesters. Es singt Malika Tirolien. Unter anderem gibt es die Uraufführung von Libor Šimas neustem Werk „Sledgehammer reloaded“.

Beim Verein e. V. Coburg wird am 20. April ein Konzert mit der Pianistin Elisabeth Brauss veranstaltet. Der Abend unter dem Titel „Soirée parisienne“ findet im Foyer der HUK Coburg statt.

Wenn Jo Barnikel (Klavier), Norbert Nagel (Klarinetten und Saxophone) und Fanny Kammerlander (Violoncello) angekündigt sind, darf das Publikum immer besondere Konzertformate erwarten. Alle drei sind fest in der Klassik verwurzelt, lassen sich dabei durch musikalische Grenzen nicht einengen. „Verschwiegene Lieder“ ist das Programm überschrieben. Im Dehnberger Hoftheater ist das Trio am 19. April zum ersten Mal zu Gast.

Der Theater- und Kulturring der Stadt Dinkelsbühl lädt am 19. April zu einem Familienkonzert unter dem Motto „Klangdetektive – Von Mythen, Sagen und Legenden“ ein. Es spielt das Clarke-Duo im Rahmen der Konzertförderung des Deutschen Musikrates. Zu hören ist Musik, unter anderem von Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel oder auch Sergej Prokofjew.

Der gVe, der gemeinnützige Theater- und Konzertverein Erlangen, lädt am 25. und 27. April zu einem Konzert für Familien in das Markgrafentheater Erlangen ein. Auf dem Programm steht „Peter und der Wolf“.

Unter dem Motto „Barocke Pracht – diese waren Pomp und Freude“ präsentiert die Reihe KunstKlang am 3. Mai in der Feuchtwanger Johanniskirche Wesendonck-Lieder. Zu Gast sind der Countertenor Andreas Scholl und die Cembalistin Tamar Halperin.

Am Stadttheater Fürth tritt am 17. Mai das Quartett Salon Salut mit seinem neuen Programm „heimat“ auf. Das Konzept der vier Musikerinnen überrascht mit einem unerwarteten Parforceritt zwischen Vivaldi, Vokalakrobatik, Tango und Tatort sowie Rap und Rachmaninow. Klassik trifft hier auf Entertainment und Comedy.

Die Gunzenhäuser Konzertreihe präsentiert am 26. April in der Stadthalle einen Abend mit dem Apollon Musagète Streichquartett. Zu hören sind unter anderem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart oder auch Anton Dvořák.

Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg gibt es am 15. April ein Solorezital mit Klavierwerken von Beethoven, Chopin, Debussy und Respighi. Es spielt der in Jerusalem geborene Pianist Ariel Lanyi (Jahrgang 1997).

Die Neumarkter Konzertfreunde laden am 26. April zu einem Konzert mit dem Azahar Ensemble ein. Das spanische Bläserquintett, in der Besetzung Querflöte, Fagott, Horn, Oboe und Klarinette, präsentiert im Neumarkter Reitstadel Werke aus der „Katalanischen Schatzkammer“.

Der Verein pro Musica aus Neustadt an der Aisch ist am 26. April am „Puls der Zeit“. Das Percussion Ensemble der Hochschule für Musik Würzburg lässt „Rhythmus erleben“. Das Konzert findet in der NeuStadtHalle statt.

Im Rahmen der NürnbergMusik trifft am 17. April Klassik auf Breakdance. „Breakin‘ Morzart“ heißt das außergewöhnliche und sehr erfolgreich performte Programm. Zu sehen ist es im Opernhaus Nürnberg.

Das ensemble KONTRASTE ist am 10. Mai beim Dichtercafé in der Tafelhalle Nürnberg mit dem Programm „Hope is the Thing With Feathers“ zu Gast. Texte von Emily Dickinson und Louise Glück treffen auf Musik aus Amerika, der Heimat der beiden Schriftstellerinnen.

Die Freunde der Kammermusik e. V. in Uffenheim sind in der Region bekannt für die hohe Qualität ihres Konzertangebotes. Am 10. Mai, dem 25. Geburtstag des kleinen Konzertvereins, wird gefeiert. Das Jubiläumskonzert spielt das 2014 gegründete Elliot Quartett, das zu den vielversprechendsten Streichquartetten der neuen Generation zählt. Das international besetzte Ensemble ist Preisträger renommierter Wettbewerbe. Auf dem Geburtstagskonzert stehen Quartette von Franz Schubert sowie das Reiterquartett op. 74/3 von Joseph Haydn. Das Konzert findet im Musikpavillon, Konrad-Adenauer-Straße 23, statt.

Die Hörtnagel Konzerte Nürnberg warten mit großen Namen auf. Am 16. April etwa mit einem Klavierabend mit Grigory Sokolov – für viele Musikbegeisterte ist er der Großmeister. Sokolov präsentiert Beethovens Klaviersonate Nr. 4 und die späten Sechs Bagatellen. Zum Abschluss gibt es Franz Schuberts letzte und zugleich monumentale B-Dur Sonate.

Das Theater Regensburg lädt am 19. April zum 2. Hauskonzert: Chansons und Lieder von und mit dem Passauer Opernsänger Petter Tilch und Frank Wittich (Kontrabass) stehen auf dem Programm. Am 26. des Monats geht es dann weiter mit einem Kammerkonzert unter dem Titel „Sommerfrische“ – im Mittelpunkt stehen Werke von Reicha, Klughardt, Taffanel und Barber. Im Mai, am 31., ist ein weiteres Hauskonzert angedacht. Debussy, Moyse, Ibert, Sor, de Falla, Barrios & Tedesco werden zu hören sein.

Bei den Schüttbau Konzerten im unterfränkischen Hofheim/Rügheim geht es am 10. Mai um „Aufbruch und Vollendung“. So ist das Meisterkonzert mit dem Ensemble il capriccio überschrieben. Das Streichsextett spielt unter anderem Werke von Johannes Brahms und Franz Schubert.

Das Theater der Stadt Schweinfurt verwandelt das Theater im Gemeindehaus am 22. April in einen magischen Konzertsaal. Der amerikanische Pianist Ben Kim spielt Werke von Arnold Schönberg, Frédéric Chopin und Robert Schumann.

Am 1. Mai betritt der russische Klaviervirtuose Arcadi Volodos die Bühne der TauberPhilharmonie Weikersheim und präsentiert einen Abend voller pianistischen Feuerwerks. Mit seiner phänomenalen Technik und seinem einzigartigen Sinn für Klangfarben entfaltet Volodos ein Programm, das die ganze Breite seines Könnens zeigt: von verträumten Adagios über die filigranen Mazurken und klanggewaltige Polonaise-Fantaisie von Frédéric Chopin bis hin zur genresprengenden Klaviersonate in B-Dur von Franz Schubert.

Nach drei erfolgreich gelaufenen Konzerten endet die aktuelle Saison der Meisterkonzerte Würzburg am 4. Mai mit einem Abend, der das „Kunstlied im Dialog“ erleben lässt. Ausgehend von den zeitlosen Themen aus Schumanns „Eichendorff-Liederkreis“ begeben sich Julian Prégardien, einer der renommiertesten Liedinterpreten seiner Generation, und die Pianistin Anna Gebhardt im Konzertsaal der Musikhochschule, Hofstallstraße, auf eine poetische Reise. Das Publikum ist eingeladen, den Abend mitzugestalten. Wünsche und Anregungen können vorab an „wunsch@liedstadt.de“ gesendet werden. Ein besonderes Konzerterlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Tipp der Redaktion

Pianotime bei Steingraeber

Die alteingesessene Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne in Bayreuth hat kürzlich ihr neues Veranstaltungsprogramm bekanntgemacht: Zwölf musikalische Monate stehen auf dem Programm; wir werfen einen Blick auf den April und Mai.

Am 11. April wird zur Matinée „Vergessene Stimmen: Jüdische Komponistinnen“ geladen. Die Pianistin Joanna Sochacka widmet das Konzert Frauen, deren Musik lange überhört wurde. Im Zentrum steht die junge Komponistin Josima Feldschuh, deren poetische Klavierminiaturen ein berührendes Zeugnis eines viel zu früh ausgelöschten Talents sind.

Das 39. Festival „Zeit für Neue Musik in Bayreuth“ ist mit der Klaviernacht am 18. April zu Gast. Drei Konzerte an einem Abend! Deborah Rawlings, Marlies Debacker und Karl-Wieland Kurz stellen ein hochkarätiges Programm auf die Beine.

Am 7. Mai sind die jungen Meisterpianist:innen der Hochschule für Musik Nürnberg aus der Klasse von Prof. Bernhard Endres zu Besuch in Bayreuth, bevor am 12. Mai das Johann Sebastian Bach-Trio Kantaten, Suiten, Sarabanden, Choräle und Choralspiele vorstellt.

Am 23. Mai ist dann die Opernsängerin Anja Silja zu Gast gemeinsam mit Richard van Schoor im Kammermusiksaal. Sie präsentieren Melodramen von Anton Arenski und stehen anschließenden Künstlergespräch zur Verfügung.

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