Mozartmäßig schön
Das Würzburger Mozartfest 2026 kündigt ein hochkarätiges Programm mit über 90 Veranstaltungen an
veröffentlicht am 18.05.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min. | von Martin Köhl
Eine Nautilusmuschel als Sinnbild für Balance, Schönheit und Beständigkeit ist ein überraschendes Symbol für ein Musikfestival. In Würzburg hat man genau dieses faszinierende Meisterwerk der Natur dafür auserkoren, dem diesjährigen Mozartfest als Keyvisual zu dienen. Das wie immer sehr reichhaltige Programm wird sich vom 29. Mai bis 29. Juni 2026 erstrecken und nicht weniger als über 90 Veranstaltungen umfassen. Das Motto des Klassikfestivals lautet heuer „Beschworene Schönheit: Idol Mozart“ und beleuchtet, wie Mozart in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rezipiert wurde.
Am 29. Mai gastiert das Mozarteumorchester Salzburg im Kaisersaal der Residenz, einen Tag später gibt es einen ganzen „Mozarttag“ mit Darbietungen verschiedener Ensembles in der Innenstadt. Es folgen am 31. Mai ein „Festival der ARD-Preisträger“, eine weitere Kinoveranstaltung namens „Maria by Callas“ und ein abendlicher Auftritt des Berliner Solistenquartetts. Bruckner im Dom ist in Würzburg ein Muss im Programm, wie immer von den Bamberger Symphonikern gestaltet und diesmal um Franz Liszts Sinfonische Dichtung Nr. 13 erweitert.
Mit „Bolero“ geht's am 2. Juni im Central Kino im Bürgerbräu weiter. Am Abend desselben Tages kommt mit Pierre-Laurent Aimard einer der angesagtesten Pianisten weltweit in den Kaisersaal. Anderntags gibt's eine Hofgala mit Diner und ein weiteres Konzert mit den Bamberger Symphonikern, die neben Mozartwerken auch das „Basler Konzert“ Igor Strawinskys spielen werden. Solistin ist Artiste étoile Tianwa Yang (Violine), Dinis Sousa dirigiert. Das Konzert wird am Folgetag wiederholt.
Beethovens Violinsonaten erklingen in der Spielstätte Mozartareal am 6. und 7. Juni, interpretiert abermals von Tianwa Yang und begleitet von Nicholas Rimmer. Die London Mozart Players gastieren am 9. Juni im Kaisersaal mit Werken von Dowland, Finzi und Mozart. William Youn spielt das 13. Klavierkonzert Mozarts, Jonathan Bloxham dirigiert. Am selben Tag geht es in den Golfclub Würzburg unter dem Motto „Mozart am Grün“.
Auf Gut Wöllried wartet das vision string quartet am 10. Juni mit Werken Mozarts, Griegs und Schostakowitschs auf. Wer sich eher für die London Mozart Players mit Nils Mönkemeyer erwärmen kann, hat die Qual der Wahl, denn das Konzert in der Residenz findet gleichzeitig statt. Am nächsten Tag locken Les Brunettes zu a capella ins Bürgerspital. Am 12. Juni muss man sich entscheiden zwischen Mozarts Oper „Clemenza di Tito“ (Wiederholung am Folgetag), einer Serenade in Himmelspforten und Slixs, einem Vokal-Sextett mit waghalsiger Mischung aus Pop, Jazz, Klassik und Weltmusik.
Der 14. Juni, ein reichhaltiger Sonntag, lockt zunächst in die Messe im Kiliansdom, dann zum Trio Orelon in den Fürstensaal und zur „Art of Sonata“ in den Weißen Saal der Residenz. Das Abschlusskonzert des MozartLabors findet am 16. Juni im Kaisersaal statt. Der nächste Tag bietet „Musik zur Mittagszeit“ in der Sepultur St. Kilian, den Auftritt des Tim Kliphuis Trios im Residenzweinkeller und das Konzert des B'Rock Orchestra mit Olga Pashchenko und Alexander Melnikov.
Unter dem Titel „Nichts ist heilig“ verspricht der 18. Juni zunächst eine unterhaltsam-humoristische Lecture-Performance über die großen Säulenheiligen der deutschen Musikgeschichte. Leicht versetzt, aber leider weitgehend parallel, bietet das Tim Kliphuis Trio Folk und Jazz im Residenzweinkeller an. Noch einmal eine halbe Stunde später beginnt „The Trinity Sinfonia“ mit Fabian Müller. Eine schwierige Entscheidung! Die ist leichter am 19. Juni, wo es „nur“ eine Nachtmusik im Hofgarten zu genießen gibt.
Der Pianist Severin von Eckardstein kommt am 20. Juni für einen Klaviernachmittag zum Mozartareal, gefolgt von den Musiciennes du Concert des Nations“ unter der Leitung von Jordi Savall, die Konzerte von Antonio Vivaldi präsentieren. Alfia Bakieva spielt die Sologeige, Iris Freiberger übernimmt die Rezitation. Am nächsten Vormittag kommen die Kleinsten mit dem „Barbier von Sevilla“ auf ihre ersten Opernkosten. Gleichzeitig lockt Arsenii Moon mit Werken von Mozart, Brahms, Debussy, Chopin und Schubert in das Burkardushaus.
Am 23. Juni kann man eine szenisch-musikalische Reise in Lyrik und Leben Mascha Kalékos im „Shalom Europa“ erleben. Gleichzeitig konzertieren die Festival Strings Lucerne im Kaisersaal mit Salieri, Mozart und Britten. Karl-Heinz Schütz übernimmt die Flötenpartie, Anneleen Lenaerts spielt die Harfe, und Daniel Dodds nimmt nicht nur die Violine in die Hand, sondern auch die Leitung des Konzertes. Originell verspricht der Auftritt des Ukulele Orchestra of Great Britain am 24. Juni auf Gut Wöllried zu werden. Abends spielen abermals die Luzerner Musiker, diesmal mit Leia Zhu (Violine), Sylvia Zucker (Viola) und abermals Daniel Dodds.
„Sounds of Hollywood“ locken am 25. Juni in die Residenz, parallel dazu geht es „moartzmäßig.schön“ im Generatorenhaus der Bürgerbräu zu. Yang, Widmann and friends laden am 26. Juni in den Kaisersaal ein, tags drauf geht es schon in den Endspurt des Mozartfestes mit der Residenz-Gala, mit dem Fibonacci Quartet und der „Jupiternacht“, die diesmal in der Blauen Halle Songs und Schlager aus Berliner Operetten- und Schlagerprogrammen der 20er Jahre ankündigt.
Das vollständige Programm und Infos zum Festival gibt es unter www.mozartfest.de.