Klassiker

Wagner und E.T.A. Hoffmann im Dialog

Das Festival „Zeit für Neue Musik" in Bayreuth spiegelt Impulse zeitgenössischer Werke

veröffentlicht am 06.04.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter

Das Gebäude der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne in der Außenansicht

Das Gebäude der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne in der Außenansicht, Foto © Steingraeber & Söhne

Gleich zwei Jubiläen rückt das 39. Festival „Zeit für Neue Musik“ (ZfNM) in Bayreuth vom 17. bis 20. April in den Blick: das 150-jährige Bestehen der Richard-Wagner-Festspiele sowie den 250. Geburtstag des Schriftstellers E. T. A. Hoffmann. Bei der Hommage an den Schriftsteller verbinden die beiden Festivalleiter Maximilian Ponader und Marko Zdralek am 19. April Auszüge aus dem ersten Krimi der Literaturgeschichte Hoffmanns, „Das Fräulein von Scuderi“, mit improvisierten Klavierklängen (Kunstmuseum Bayreuth, 18.30 Uhr).

Im Zentrum des Festivals steht am Tag zuvor, dem 18. April, erneut die dreiteilige Klaviernacht im Kammermusiksaal der Steingraeber-Klavierwelt. Fans dieses Formats dürfen sich auf vielfältige Klavierimpressionen freuen. Los geht es um 19.30 Uhr mit Deborah Rawlings. Die Pianistin aus Münster spielt Werke von neuseeländischen und amerikanischen Komponisten, etwa John Psathas, George Crumb oder auch Morton Feldman. Um 21 Uhr geht es mit der Pianistin Marlies Debacker aus Köln weiter. Sie interpretiert unter anderem Werke von Mark Andre, Jonathan Harvey sowie Marco Momi, auszugsweise auch unter Einsatz von Elektronik. Zum Abschluss des dreiteiligen Abends spielt und erläutert Karl-Wieland Kurz aus Darmstadt ab 22.30 Uhr seine Komposition „k´a´y u book sak ik“ („Es erlischt der Wohlgeruch des reinen Hauchs“). Sein Werk für scordiertes, also bewusst im Vorfeld umgestimmtes Klavier, eröffnet ganz neue Klangräume.

Unter dem Motto „Orgel Plus“ endet die „Zeit für Neue Musik“ am 20. April in der Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit, Beginn 19.30 Uhr. Gewidmet ist das Konzert Zsolt Gárdonyi zum 80. Geburtstag. Lehrende und Studierende der Hochschule für evangelische Kirchenmusik sowie Schülerinnen und Schüler der Städtischen Musikschule Bayreuth spielen neben Werken des ungarisch-deutschen Komponisten und Organisten weitere Stücke von Samuel Barber, Dorothea Hofmann und Franz X. Schachtner.

Sechs Auftragskompositionen zum Jubiläum „150 Jahre Bayreuther Festspiele“, alle geschrieben für den Steingraeber Transducer-Flügel bieten bereits am 17. März einen Vorgeschmack auf das Festival „Zeit für Neue Musik“. Samira Spiegel, Ernst Breidenbach und Lisa Wellisch spielen Uraufführungen, unter anderem von Dorothea Hofmann, Maximilian Ponader, Joachim F. W. Schneider sowie Ines Lütge (Haus Wahnfried / Richard-Wagner-Museum, 19.30 Uhr).

Weitere Informationen zum Festival gibt es unter www.zfnm.de oder auch www.steingraeber.de

Die Konzerte im Überblick

Überall Wahnfried! Historisches Panoptikum zum Jubiläum „150 Jahre Bayreuther Festspiele“
Samira Spiegel, Ernst Breidenbach und Lisa Wellisch (Klavier)
Freitag, 17. April 2026, 19.30 Uhr
Villa Wahnfried (Richard-Wagner-Museum), Bayreuth


Die lange Klaviernacht – Teil I
Deborah Rawlings (Klavier)
Samstag, 18. April 2026, 19.30 Uhr
Steingraeber & Söhne (Kammermusiksaal), Bayreuth


Die lange Klaviernacht – Teil II
Marlies Debacker (Klavier)
Samstag, 18. April 2026, 21 Uhr
Steingraeber & Söhne (Kammermusiksaal), Bayreuth


Die lange Klaviernacht – Teil III
Karl-Wieland Kurz (Klavier/Moderation)
Samstag, 18. April 2026, 22.30 Uhr
Steingraeber & Söhne (Kammermusiksaal), Bayreuth


Das Fräulein von Scuderi: Musikalische Lesung zum 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann
Maximilian Ponader (Sprecher) und Marko Zdralek (Klavierimprovisation)
Sonntag, 19. April 2026, 18.30 Uhr
Kunstmuseum Bayreuth, Bayreuth


Orgel Plus: Abschlusskonzert zum 80. Geburtstag von Zsolt Gárdonyi
Lehrende und Studierende der HfEK sowie Schüler der Städtischen Musikschule Bayreuth
Montag, 20. April 2026, 19 Uhr
Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit, Bayreuth

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