Ausstellungen

72 Augenblicke

Zwei Pressefotografen, 36 Jahre Stadtgeschichte – eine visuelle Bilanz

veröffentlicht am 10.04.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Mauerspecht, Berlin, 1989

Mauerspecht, Berlin, 1989, Foto © Stefan Hippel

Es sind Bilder, die man gesehen hat – und doch nicht vergessen konnte. Bilder von Umbrüchen, von Festen, von leisen Momenten jenseits der großen Schlagzeilen. Mit der Ausstellung „72 Augenblicke“ ziehen Günter Distler und Stefan Hippel eine ebenso persönliche wie öffentliche Bilanz ihres fotografischen Lebenswerks.

Seit 1989 arbeiteten beide als Bildjournalisten für den Verlag Nürnberger Presse. Der Fall der Mauer markierte den Beginn ihrer Laufbahn – ein historischer Auftakt für 36 Jahre täglicher Chronistenarbeit. Vier Oberbürgermeister, 18 Christkinder, mehr als drei Jahrzehnte Bardentreffen, Triumphe und Tragödien des 1. FC Nürnberg: Ihre Kameras waren stets dabei. Was blieb, sind tausende Aufnahmen – verdichtete Zeitgeschichte.

Für die Ausstellung haben Distler und Hippel jeweils 36 Fotografien ausgewählt. 72 Augenblicke, die exemplarisch für eine Epoche stehen, in der sich nicht nur die Stadt, sondern auch der Journalismus grundlegend wandelte. Gedruckte Zeitung, Onlineportal, Social Media – die Distributionswege änderten sich, der Anspruch blieb: Präsenz zeigen, Haltung bewahren, den entscheidenden Moment erkennen.

Beide Fotografen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten „Pressefoto Bayern“. Doch jenseits aller Preise erzählen ihre Bilder vor allem von Nähe: zur Stadt, zu ihren Menschen, zu den flüchtigen Sekunden, in denen Geschichte sichtbar wird.

Die Ausstellung ist kein nostalgischer Rückblick. Sie ist eine konzentrierte Reise durch 36 Jahre Nürnberg – im Doppelblick zweier Fotografen, die das visuelle Gedächtnis einer Region mitgeprägt haben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Mai 2026 im Fembo-Haus Nürnberg zu sehen. Weitere Informationen findet man unter www.die-fotoszene.de/.

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