Hinter den Dingen
Renate Gehrcke im Kunstraum der Stadtkirche Schwabach
veröffentlicht am 09.05.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer
Die Malerei von Renate Gehrcke zielt nicht auf das Sichtbare. Sie tastet nach dem, was sich entzieht. Unter dem Titel „Hinter den Dingen“ zeigt die international renommierte Künstlerin vom 9. Mai bis 7. Juni 2026 im Kunstraum der Stadtkirche Schwabach großformatige Leinwände und Installationen, die zwischen Figur und Abstraktion oszillieren.
Gehrcke, bekannt für ihre monumentalen Zeichnungen zu Tanz und Bewegung, überträgt die Dynamik des Körpers in farbintensive Bildräume. Leuchtende Flächen und rhythmische Setzungen verdichten sich zu Kompositionen, die nicht Gegenstände abbilden, sondern Zustände erfahrbar machen. Bewegung erscheint hier nicht als äußeres Ereignis, sondern als innere Energie – als ein Pulsieren, das die Bildfläche durchzieht.
Die historische Stadtkirche wird dabei zum Resonanzraum. Zwischen sakraler Architektur und zeitgenössischer Malerei entsteht ein Spannungsverhältnis, das den Blick schärft. Die Werke wirken weder rein abstrakt noch narrativ gebunden. Sie öffnen vielmehr einen Raum der Konzentration, in dem sich das Verborgene andeutet: das Unsichtbare hinter der Oberfläche, die Stille hinter der Geste.
Ausgebildet an den Akademien in Stuttgart und München, führten Gehrckes künstlerische Wege früh ins internationale Umfeld – mit Ausstellungen unter anderem im Haus der Kunst München, im Museu de Arte Contemporânea São Paulo oder im Pariser Rathaus des 16. Arrondissements. Arbeitsstipendien in Brasilien, Rumänien und Frankreich erweiterten ihr Œuvre um interkulturelle Perspektiven. 1990 wurde sie mit dem Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.„
„Hinter den Dingen“ ist eine Einladung zum genauen Hinsehen – und zum Innehalten.
Die Ausstellung ist vom 9. Mai bis 7. Juni 2026 (täglich von 9 bis 18 Uhr) im Kunstraum der Stadtkirche Schwabach zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.kuenstlerbund-schwabach.de.