Kino, das die Grenzen sprengt
49. Grenzland-Filmtage in Selb und Aš
veröffentlicht am 28.03.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Charlotte Heß
Familiärer Flair, Fokus auf Filme aus dem osteuropäischen Raum und Fokus auf Nachwuchsförderung: Das macht die Grenzland-Filmtage aus, die dieses Jahr zum 49. Mal in Selb und der tschechischen Nachbarstadt Aš stattfinden. Vom 9. bis 12. April 2026 verwandeln sich die beiden Städte in eine Filmhochburg. Der Anspruch, Grenzthemen in Filmen abzubilden, begleitet das Festival seit Beginn und ist titelgebend für die Filmtage.
Insgesamt kann das Publikum über 80 Filme aus 31 Ländern – von Armenien bis Vietnam – entdecken. Einen spektakulären Anfang macht der Dokumentarfilm „Born to Fake“ (Regie: Eric Brehmer & Benjamin Rost), der den Medienskandal der 90er Jahre um den Selfmade-Journalisten und Erfinder von Fake News Michael Born nachzeichnet. Nicht minder faszinierend verspricht die Mockumentary „Paul Jannowski“ (Regie: Björn „Beton“ Warns), eine deutsch-deutsche Grenzgeschichte, zu werden. Die Grenzen zwischen realer Welt und Künstlicher Intelligenz werden in einem Kurzfilmprogramm bei freiem Eintritt in der Festivalkneipe Jungbrunnen behandelt. Ein besonderer grenzüberschreitender Höhepunkt sind zwei Spielfilme mit vietnamesischen Geschichten aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet: „Lonig & Havendel“ (Regie: Claudia Tuyết Scheffel) und „Summer School, 2001“ (Regie: Dužan Duong).
Auch für Kinder ist einiges geboten, unter anderem ein Kurzfilmblock (empfohlen ab 6 Jahren) und der Spielfilm „Ab morgen bin ich mutig“ (FSK 0, empfohlen ab 8 Jahren).
Den traditionellen Abschluss des Festivals bilden der Filmtage-Brunch im JAM, dem Jugend- und Kulturzentrum Selb, und die in diesem Rahmen stattfindende Preisverleihung am 12. April. Dabei gibt es einen neuen Publikumspreis „Verrückte Grenzsteine“, der exklusiv von der Künstlerin Barbara Flügel entworfen und geschaffen wurde. Die jeweiligen Gewinnerinnen und Gewinner in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm und mittellanger Spielfilm werden vom Publikum bestimmt. Darüber hinaus werden noch der Jury-Filmpreis für den besten osteuropäischen Film, der Nachwuchs-Filmpreis und der ZuKi-Filmpreis für den besten Kinderfilm verliehen, der auch von Kindern des Vereins „Zukunft Kinder“ gekürt wird.
Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es unter www.grenzlandfilmtage-selb.de