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Neuer Ort, altbewährte Qualität

Die Polnische Filmwoche ehrt Andrzej Wajda im Filmhaus Kino Nürnberg

veröffentlicht am 04.04.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Charlotte Heß

Briefe aus der Wilcza

Briefe aus der Wilcza, Foto © FajnyFilmVerein

Ein breites Spektrum an aktuellen polnischen Produktionen erwartet Interessierte bei der 21. Polnischen Filmwoche vom 16. bis 22. April 2026 in Nürnberg. Am neuen Austragungsort Filmhaus Kino wird eine spannende Mischung aus filmischen Dramen, politischen Themen, Szenen aus dem Alltag und Dokumentarfilmen zu sehen sein.

Den Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe bilden drei Filme des polnischen Film- und Theaterregisseurs Andrzej Wajda und verdeutlichen so die kreativen Verbindungen zwischen Polen und Deutschland. Wajda ist einer der renommiertesten polnischen Regisseure, der für sein Lebenswerk unter anderem mit einem Oscar, dem Goldenen Löwen, dem Goldenen Bären und der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Mit diesem Fokus werden sowohl sein zehnjähriger Todestag als auch sein 100. Geburtstag geehrt. Alle drei Filme greifen historische Ereignisse auf.

„Das gelobte Land“, der als bester polnischer Film aller Zeiten gilt, spielt in der Industriestadt Łódź zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte vom Aufkommen eines brutalen Kapitalismus, von einem rücksichtslosen Kampf um die Vorherrschaft auf einem entstehenden Markt, von Ausbeutung und von wachsender sozialer Ungleichheit.

„Pilatus und andere“ basiert auf Michail Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“. Er thematisiert die Arbeiterstreiks in Danzig, Gdynia, Stettin und Elbląg im Dezember 1970, die von der Polizei blutig niedergeschlagen wurden. „Danton“ ist Adaption des Theaterstücks „Die Sache Danton“ von Stanisława Przybyszewska und beschreibt die Verhängung des Kriegsrechts 1981 als Reaktion auf die Aktivitäten der Gewerkschaft „Solidarność“.

Aber auch neue Filme haben ihren Weg ins Programm gefunden: So wird unter anderem Kasia Adamiks „Winter im Zeichen der Krähe“ gezeigt, der die Machtübernahme des Militärrats der Nationalen Rettung (WRON) 1981 thematisiert. Im Dokumentarfilm „Briefe aus Wilzca“ zeichnet Ajrun Talwar ein intimes und einfühlsames filmisches Porträt der Anwohner:innen im Warschauer Stadtzentrum. Tradierte Muster werden in Dominika Montean-Pánkóws Film „Kreuzung“ verhandelt, in dem die schöne Fassade eines wohlhabenden und angesehenen Arztes durch einen von ihm verursachten Unfall zerstört wird.

Als besonderes Highlight wird die polnische Kult-Animationsserie „Reksio“ in einer völlig neuen Version gezeigt, begleitet von Live-Musik des Trios Polski Piach. Reksio gehört in Polen zu den bekanntesten Figuren der Kinderanimation und porträtiert den Hund als warmherzigen, neugierigen und humorvollen Helden.

Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es unter www.polnische-filmwoche.de

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