Vorhang auf!

Zwischen Sturm, Sissi und Sprache

Gastspiele, die das Frankenland im Frühjahr begeistern

veröffentlicht am 01.04.2026 | Lesezeit: ca. 5 Min.

„Sissi – so nah wie nie“

„Sissi – so nah wie nie“, Foto © Austrian Classic Philharmony

„Im Auge des Sturms“

Musical-Premiere im Kulturforum Fürth

Ein Sturm tobt nicht nur draußen, sondern auch in den Herzen: In „Im Auge des Sturms“ suchen Jugendliche in einer Kirche Schutz vor einem unbekannten Unwetter. Abschottung, Konflikte, Sehnsucht und Identität prallen aufeinander, während Gefühle und Fragen an die Oberfläche drängen.

Die Uraufführung des Musicals, eine Koproduktion des Kulturforum Fürth mit dem Förderverein Queeres Musiktheater e. V., lässt Figuren und Publikum im Spannungsfeld von Innen- und Außenwelt aufeinandertreffen: Wie navigiert man persönliche Probleme im Chaos? Wie entsteht Gemeinschaft, wenn alles um einen stürzt? Mit Musik von Nic Schilling und Regie von Nele Neugebauer wird diese Produktion zu einem dichten Wechselspiel aus Gefühl, Wucht und Poesie.

Premiere ist am 1. Mai im Kulturforum Fürth, weitere Termine: 2./3./8./9. Mai.


„Anschluss“

Premiere im KunstKulturQuartier Nürnberg

Mitten im Nirgendwo, wo keine Züge mehr fahren und Gleise längst verschwunden sind, treffen vier verloren‑vertraute Seelen aufeinander: Hella kämpft gegen das Unvermeidliche, Franzi flieht in den Alkohol, Sascha ringt mit der Liebe und Charlie hat resigniert – überzeugt, dass Wildschweine die besseren Menschen sind.

In „Anschluss“ von Jaroslav Rudiš öffnet ein scheinbar banaler Bahnhof ohne Bahn doch ungeahnte Räume für absurden Witz, scharfsinnige Sprache und überraschende Menschlichkeit. Das Stück spielt mit Erwartung und Realität, lädt ein, zu lachen, zu staunen und mitzudenken, wenn Ordnung, Sinn und Zufall kollidieren.

Die Inszenierung von Theater4 feiert am 10. April 2026 im Künstlerhaus des KunstKulturQuartier Nürnberg Premiere und läuft bis zum 14. April.


„Sissi – so nah wie nie“

Kaiserinnentheater im Theater der Stadt Schweinfurt

Elisabeth von Österreich – als „Sissi“ unzählige Male verklärt – wird hier überraschend echt, verletzlich und lebendig. Ein ungewöhnliches Musical, das jenseits von Postkartenromantik tief in die Seele der Kaiserin blickt: Sehnsüchte, Träume, Zweifel und Ängste werden spürbar, wenn sich Sissi, Kaiser Franz Joseph und ihr späterer Mörder Luigi Lucheni in einem Zwischenreich nach dem Tod begegnen und ihr Leben auf ungewöhnliche Weise reflektieren.

Die Inszenierung spielt mit Gegensätzen – Hofkultur und innerer Freiheit, Pflicht und persönlicher Suche – und schafft durch Lichtprojektionen und eigens eingespielte Orchestermusik eindringliche Räume für Beziehungs‑ und Gefühlswelten.

Am 18. und 19. April 2026 wird das Musical, präsentiert von a.gon München, im Theater im Gemeindehaus Schweinfurt aufgeführt.


„Die Bajadere“

Musiktheater im Stadttheater Amberg

Eine Operette voller Schwung, samt süffigen Walzern und exotischer Leichtigkeit: „Die Bajadere“ erzählt von der mondänen Sängerin Odette und dem indischen Prinzen Radjami, der sich unsterblich in sie verliebt und sie mit einer Wette umwirbt – bis sich hinter Spiel und Fassade echte Gefühle regen. Die Geschichte lotet Liebe, Eitelkeit und Verwandlung aus, während Kálmáns Klangwelt zwischen intimen Balladen und mitreißenden Melodien flirrt.

Uraufgeführt 1921 von Emmerich Kálmán mit Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald, gehört dieses selten gespielte Werk zu den charmantesten Operetten des frühen 20. Jahrhunderts.

Am 12. April 2026 um 19.30 Uhr erklingt „Die Bajadere“ im Stadttheater Amberg.


„Boy in a White Room“

Sprechtheater im Stadttheater Aschaffenburg

Ein weißer Raum – ohne Türen, ohne Fenster, ohne Vergangenheit: „Boy in a White Room“ bringt die dystopische Erzählung von Karl Olsberg auf die Bühne.

Manuel erwacht ohne Erinnerung in einem sterilen Raum, allein verbunden mit der Stimme einer KI namens Alice, die ihm Zugang zur Welt verschafft und zugleich Fragen nach Identität, Realität und Kontrolle aufwirft. Seine Suche nach Wahrheit, Sinn und Selbst führt durch virtuelle Ebenen und innere Irrwege – und stellt existenzielle Fragen, die weit über die Bühne hinaus klingen.

Die Bearbeitung für die Bühne von Stephanie Rolser verbindet packende Spannung mit philosophischem Tiefgang, wenn Wirklichkeit und Illusion sich ununterscheidbar nahekommen.

Am 16. und 17. April 2026 wird das Stück im Stadttheater Aschaffenburg aufgeführt.


„Meisterklasse Maria Callas“

Zeitlose Passion im Stadttheater Fürth

Die Operndiva Maria Callas – Legende, Rätsel, Stimme einer Ära – steht im Zentrum von Terrence McNallys Theaterjuwel über den Höhepunkt und die Schatten eines Lebens voller Kunst.

New York, 1971: An der Juilliard School gibt Callas ihre einzige Meisterklasse. Schülerinnen und Schüler drängen sich im Saal, doch was sie erleben, ist weit mehr als Technik: Härte und Verletzbarkeit, Größe und Zerbrechlichkeit treffen aufeinander. Callas kehrt in Erinnerung, gewinnt Kontur – nicht nur als Diva, sondern als Mensch zwischen Triumphen und persönlicher Ohnmacht.

Die Inszenierung folgt dem berühmten Original des Wiener Volkstheaters und rückt das Ringen um Kunst und Identität ins Zentrum.

Am 12. und 13. Mai 2026 im Stadttheater Fürth zu sehen.


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