Chris Tall wandelt auf neuen Pfaden
„Keep laughin“: Ein Comedian präsentiert seine Stärken
veröffentlicht am 21.03.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Andreas Bär
Wenn Chris Tall seine Fans bittet, dann kommen die im Regelfall auch. Der 35-jährige Hamburger hat sich in der Comedy-Szene längst in die Belle Etage gespielt. Mit seinem neuen Programm „Keep laughin“ war der Hamburger im Congresscentrum in Suhl zu Gast – vor selbstverständlich ausverkauftem Haus.
Was soll man sagen? Tall ist erwachsen geworden. Und doch behält er das Kind im Manne bei. Eine, mitunter ziemlich skurille und doch allen Flachwitzen zum Trotz in Teilen sehr tiefgängige, Storyline zieht sich wie ein roter Faden durch die über zweistündige Show. Angefangen von einem Schrankenwärter, der ihm später als Hotline-Mitarbeiter der Telekom und als Mc Drive-Bestellannehmer erneut über den Weg läuft, über Sängerin Kerstin Ott (mit der ihm immer wieder unheimliche Ähnlichkeit unterstellt wird) bis hin zu Bruder Marco (der als Opener auf Talls Programm einstimmt) und seinem hörgeschädigten Opa. Im Fokus bei dem Stand Up-Comedian steht seit jeher die Interaktion mit dem Publikum. Das vollbringt er in höchster Qualität. Immer wieder pickt er sich vereinzelt Leute aus den ersten Reihen oder auch inmitten seiner Fans heraus, um auch immer wieder in den Dialog mit diesen zu gehen. Ebenfalls Standard, dass er sich zumeist junge Fans für ein Selfie auf die Bühne holt: Lustigkeitsfaktor dabei meist sehr hoch. Ob Social Media und die lauernden Gefahren, ob psychische Krankheiten, ob allgemeine Entwicklungen der Menschheit: Tall lässt sich nicht zweimal bitten, das anzusprechen. Bei all dem kommt der Kindskopf in ihm immer wieder durch. Das Kinderlied „Hallo, hallo, schön, dass du da bist“ von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen zieht sich ebenfalls durch die Show wie ein Gummiband. Und das Publikum nimmt den Ball dankend auf und intorniert immer wieder: Herrlich.
Unter dem Strich darf man festhalten, dass Chris Tall längst angekommen ist in der Riege der großen Comedians. Sein Storytelling ist schlichtweg großartig. Da verzeihen die Gäste auch den oder anderen Flachwitz mit einem Bart länger als sein Nachname kurz. Er kommt während seiner 2026er-Tournee auch einige Male ins Frankenland. Am 17. April gastiert er in Bamberg und am 25. April in Aschaffenburg. Für die Shows in Nürnberg und Würzburg sind aktuell keine Karten mehr verfügbar.