Kuratiertes Licht
Der Kulturspeicher Würzburg stellt seine Sammlung neu auf
veröffentlicht am 26.03.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.
Johanna Diehl, Souskiou, Cyprus (South), 2009, C-Print (analog), 95 x 122 cm, Foto © Johanna Diehl, Foto: Johanna Diehl
Von der Romantik bis zur Gegenwart beherbergt die Städtische Sammlung des Würzburger Kulturspeichers einen Querschnitt durch die Kunstgeschichte, der so vielfältig ist wie die Lichtverhältnisse, die er benötigt. Während die bisherige Beleuchtung mit klassischen Leuchtstoffröhren funktional war, fehlte es oft an der notwendigen Nuancierung. Seit dem 3. März arbeitet das Museum im Kulturspeicher (MiK) nun an einer umfassenden Modernisierung. Das Ziel ist eine drastische Reduzierung des Energieverbrauchs durch moderne LED-Technik bei gleichzeitiger optischer Aufwertung. Die neue Lichtführung verspricht eine höhere Farbtreue und eine differenziertere Ausleuchtung der Exponate.
Wenn die Räume am 28. März 2026 wieder öffnen, erwartet die Besucher:innen mehr als nur eine neue Ausleuchtung. Das Team hat die Hängung im Bereich der Kunst nach 1945 und der Gegenwartskunst grundlegend überarbeitet und integriert wichtige Neuerwerbungen der letzten Jahre dauerhaft in den Rundgang. Erstmals zu sehen sind Werke von Johanna Diehl, Lilo Emmerling, Monika Huber, Christoph Naumann-Zimmer, Lena Schramm und Gülbin Ünlü.
Zusätzlich reagiert das MiK auf den im Mai in Würzburg stattfindenden Deutschen Katholikentag. Ein spezieller Fokus wird auf die religiöse Kleinplastik des 20. Jahrhunderts gelegt, wobei Arbeiten von Fried Heuler, Fritz Koenig und Otto Sonnleitner in einen neuen Dialog treten. Dass dieses Projekt zwischen Klimaschutz und kuratorischem Anspruch realisiert werden kann, verdankt das Haus der finanziellen Flanke durch die Bayerische Landesstiftung, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen sowie den Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V. Für Kunstbegeisterte bedeutet das: Der März dient der Metamorphose, der April dem neuen Sehen. Man darf gespannt sein, wie die vertrauten Klassiker der Sammlung im neuen Licht tatsächlich wirken.
Weitere Informationen finden Sie unter www.kulturspeicher.de.