Ruckediguh…Die Grafik dazu

Das Kunsthaus Meyenburg widmet sich den Märchen in der Kunst

Ruckediguh…Die Grafik dazu

 Mit einem märchenhaften Ausstellungsprojekt vom 19. Januar – 7. April 2019 eröffnet das Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg das Ausstellungsjahr 2019. In Kooperation mit dem Theater Nordhausen begleitet die Ausstellung „Ruckediguh…Die Grafik dazu“ die französische Oper „Cendrillon (Aschenbrödel)“ von Jules Massenet, die am 25. Januar 2019 in Nordhausen Premiere feiert.

Die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. in Kassel stellt für diese Ausstellung umfangreiche Leihgaben zur Verfügung, die zum einen das Leben und Wirken der Brüder Grimm anhand von originalen Familienporträts und biographischen Zeugnissen zeigen und zum anderen die Überlieferungs- und Illustrationsgeschichte der Märchen thematisieren. Denn die “Kinder- und Hausmärchen” der Brüder Grimm verdanken ihren überragenden Erfolg nicht zuletzt der immer wieder neugestalteten Verbindung von Text und Bild. Erschien die erste Ausgabe 1812/15 noch völlig ohne schmückendes Beiwerk, wurde bereits die zweite Auflage 1819/22 mit zwei Illustrationen von Ludwig Emil Grimm versehen. Im Ausland aufgelegte Ausgaben gaben dann entscheidende weitere Anregungen zur Illustrierung der Märchen. Angeregt durch den Erfolg einer englischen Ausgabe gaben die Brüder Grimm 1825 eine mit sieben Illustrationen ihres Bruders Ludwig Emil versehene sog. „Kleine Ausgabe heraus, standen aber einer Illustrierung ihrer Märchen eher kritisch gegenüber. In den folgenden Jahrzehnten wandten sich zahlreiche Künstler verstärkt dem Märchenthema zu, u.a. Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882), Moritz von Schwind (1804-1871) oder Carl Offterdinger (1829-1889). Herausragende Impulse erhielt die Märchenillustration im letzten Drittel des 19. Jh. vor allem durch den englischen Künstler Walter Crane (1845-1915), einen frühen Vertreter des Jugendstils, sowie später durch Arthur Rackham (1867-1939).

In der Nordhäuser Ausstellung werden ausgewählte Märchen in ihrer Überlieferungs-, Illustrations- und Wirkungsgeschichte beleuchtet und mittels historischer Dokumente – wie Erstausgaben, wertvollen illustrierten Ausgaben und originalen Grafiken und Zeichnungen sowie auch durch dreidimensionale Installationen – dargestellt. Im Zentrum der Ausstellung steht das Märchen von „Aschenputtel“ in seiner europäischen Tradition zwischen Italien, Frankreich und Deutschland, insbesondere die französische Feenmärchentradition. Auch die weltweite Wirkungsgeschichte bis nach Asien wird thematisiert.

Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Programm mit verschiedenen Vorträgen zur europäischen Märchentradition, Führungen sowie die Reihe „Ruckediguh…Die Lesung dazu“. Auch die Nordhäuser Museumsnacht am 6. April steht unter dem Motto „Märchenhaftes Kunsthaus“.

 

Fotocredits:

Illustration „Aschenbrödel“, Foto © Brüder Grimm Gesellschaft e.V.

Radierung Brüder Grimm, Foto © Brüder Grimm Gesellschaft e.V.


04.02.2019

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