Bach und Böhmen
Die 38. Aschaffenburger Bachtage spiegeln das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln
veröffentlicht am 01.07.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter
Einen Abstecher nach Böhmen unternehmen die 38. Aschaffenburger Bachtage vom 11. Juli bis 2. August 2026. Im Blick haben die Veranstalter, neben der Musik Johann Sebastian Bachs, auch die seiner böhmischen Zeitgenossen. Der Austausch zwischen dem musikalischen Böhmen und Mitteldeutschland sei, so in der Ankündigung zu lesen, vermutlich recht rege gewesen. Ob Bach selbst Kontakt zu seinen böhmischen Musikerkollegen gehabt hatte, bleibt ungeklärt.
Die Konzertprogramme versuchen, musikalische Verbindungen einerseits aufzuzeigen, aber auch mit Musik aus Böhmen, Thüringen und Sachsen nachbarschaftliche Parallelen oder auch Kontraste nachzuspüren. Unterschiedliche Orte in und um Aschaffenburg stehen für die Konzerte sowie das Rahmenprogramm zur Verfügung.
Die Bachtage beginnen am 11. Juli mit einer Orgelfahrt zunächst nach Wiesbaden, in die Lutherkirche sowie die Marktkirche. Zu hören gibt es dort zwei Walcker-Orgeln, die eine aus dem Jahr 1911, die zweite von 1863.
Weiter geht es in die Basilika St. Valentin, nach Kiedrich. Dort steht die älteste noch bespielbare gotische Orgel aus der Zeit um 1500. Die Leitung haben Peter Schäfer und Burkhard Fleckenstein.
Das Eröffnungskonzert findet dann am 18. Juli, 20 Uhr, in der Stiftsbasilika Aschenburg statt. Gunther Rost ist an der Orgel unter dem Titel „Bach und Böhmen“ zu hören. Am selben Tag, 15 Uhr, gibt es für Kinder einen Workshop in der Städtischen Musikschule, zum Thema Orgelbau. Die Leitung hat Ute Rost. Der Eintritt ist hier frei.
Ein Vortrag im Stadttheater Aschaffenburg, 22. Juli, 20 Uhr, beleuchtet das Festivalmotto „Bach und Böhmen“. Dr. Christine Blanken vom Bacharchiv Leipzig widmet sich diesem Thema.
In der Kreuzkapelle Großostheim kommen am 26. Juli, 18 Uhr, die Ahnen Bachs zum Erklingen. Julius Lorscheider spielt am Cembalo sowie an einer historischen Orgel von J. G. Hugo (1749).
Bachs Suiten für Violoncello stehen am 30. Juli, 20 Uhr, im Festsaal, Park Schönbusch, auf dem Programm. Es spielt Maria Zaitseva, 1. Preisträgerin ARD-Musikwettbewerb 2024.
Am 2. August, 20 Uhr, enden die Bachtage in der Wallfahrtskirche Schmerlenbach. Henrik Wiese (Flöte) und Peter Kofler (Cembalo) gestalten diesen Abend mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johann Philipp Kirnberger und Georg Anton Benda.
Veranstaltet werden die Bachtage von der Bachgesellschaft Aschaffenburg, die das Festival, das jährlich im Juli stattfindet, 1985 gegründet hatte. Zum Konzept gehören Konzerte, Vorträge und Exkursionen.
Weitere Informationen gibt es unter www.aschaffenburger-bachtage.de.