Ausstellungen

Zwischen Mensch und Fabelwesen

Antike Fabelwesen treffen auf die Kunst von Adelbert Heil

veröffentlicht am 23.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Bronzearbeit

Bronzearbeit, Foto © Adelbert Heil

Halb Mensch, halb Tier, geflügelt, rätselhaft und manchmal unheimlich: Mischwesen bevölkern die Fantasie der Menschen seit Jahrtausenden. Sphinx, Greif und Harpyie kennen wir vor allem aus der griechischen Mythologie. Ihre Ursprünge aber reichen weit nach Osten. Die Ausstellung „Mischwesen“ im Universitätsmuseum für Islamische Kunst Bamberg verfolgt ihre Spuren bis ins antike Zentralasien und bringt historische Objekte mit Arbeiten des zeitgenössischen Künstlers Adelbert Heil zusammen.

Die fantastischen Kreaturen vereinen Eigenschaften und Kräfte verschiedener Lebewesen. Gerade daraus beziehen sie ihre besondere Wirkung: Sie können Beschützer oder Bedrohung sein, rätselhaft erscheinen oder übernatürliche Fähigkeiten verkörpern. Über Jahrhunderte wanderten ihre Vorstellungen zwischen Kulturen, wurden tradiert, verändert und immer wieder neu erfunden. Im iranischen Raum entstanden beispielsweise Hasenvögel oder eigentümliche Verbindungen aus Tier und Gegenstand.

Die von Verena Daiber und Adelbert Heil kuratierte Ausstellung belässt es jedoch nicht beim historischen Rückblick. Heils Arbeiten treten unmittelbar mit den alten Darstellungen in Dialog. Besonders anschaulich wird das in der Gegenüberstellung seiner Bronze „Jeder trägt seine Eltern“ von 2007 mit einer Harpyie auf einem iranischen Bronzelöffel des 12. oder 13. Jahrhunderts. Zwei weit voneinander entfernte Welten offenbaren plötzlich überraschende Verbindungen.

Dabei verschiebt Heil den Blick schließlich auf ein ganz anderes Mischwesen: den Menschen. Seine Kreaturen erzählen vom Individuum und zugleich von Gemeinschaft. Denn auch der Mensch verbindet sich mit anderen, tauscht Gedanken aus und verändert sich im Dialog. So wird aus der Reise zu Sphinx, Greif und Harpyie eine Ausstellung über eine sehr gegenwärtige Frage: Was entsteht, wenn Verschiedenes zusammenkommt?

„Mischwesen“ ist vom 18. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027 im Universitätsmuseum für Islamische Kunst Bamberg – The Bumiller Collection zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.uni-bamberg.de.

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