Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung.
Sechs Jahrzehnte gelebte Rothenburger Geschichte
Rothenburg feiert 60 Jahre Historiengewölbe mit Staatsverlies
veröffentlicht am 15.09.2026 | Lesezeit: ca. 4 Min.
Seit 60 Jahren bewahrt das Historiengewölbe mit Staatsverlies die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“. Was 1961 als Idee aus dem Verein begann und 1966 eröffnet wurde, hat sich zu einem festen Bestandteil der Rothenburger Museumslandschaft entwickelt und wird heute mit dem neuen Erlebnisformat „Rothenburg. Anno 1631“ konsequent weitergedacht. Im Historiengewölbe unter dem Rathaus begegnen Besucherinnen und Besucher originalen Waffen, Uniformen, Fahnen und historischen Exponaten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Direkt darunter befinden sich die mittelalterlichen Gefängniszellen des Staatsverlieses. Dieser Ort ist eng mit der Geschichte der ehemaligen Reichsstadt verbunden: Hier soll der legendäre Rothenburger Bürgermeister Heinrich Toppler im Jahr 1408 ums Leben gekommen sein.
Das Museum wird seit sechs Jahrzehnten ehrenamtlich durch den Verein Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ getragen. Generationen von Festspielern haben die Vision des Gründers Ernst Unbehauen seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Leben gefüllt, Exponate gesammelt, restauriert und die Ausstellung kontinuierlich erweitert – wie etwa durch die Einbeziehung der Verliese im Jahr 1986. Damit entstand ein Ort, der nicht nur die Geschichte des Meistertrunks erzählt, sondern die Situation Rothenburgs im Dreißigjährigen Krieg anschaulich vermittelt, und das dann ganze Jahr über. Mit dem Projekt „Rothenburg. Anno 1631“ wurde das Historiengewölbe 2025 um ein innovatives Vermittlungsangebot ergänzt. Bei interaktiven Führungen begegnen Besucherinnen und Besucher historischen Persönlichkeiten und erleben das Jahr 1631 in sieben inszenierten Szenen unmittelbar im Museum. Das Projekt stammt aus der Feder von Mitgliedern und wurde vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat im Förderprogramm „Heimat.Engagiert“ ausgezeichnet und gefördert. Damit verbindet der Verein die Bewahrung seiner Geschichte mit zeitgemäßer Museumsvermittlung.
„Das Historiengewölbe ist seit 60 Jahren das Gedächtnis unseres Vereins“, erklärt Museumsdirektor Hans Haitchi. „Mit dem lebendigen Museum schlagen wir die Brücke zwischen Tradition und moderner Geschichtsvermittlung. Unser Ziel ist es, Historie nicht nur auszustellen, sondern erlebbar zu machen.“ Vereinsvorsitzender Martin Wegele ergänzt: „Wir sind unglaublich stolz auf das, was hier über 60 Jahre hinweg mit so viel Einsatz aufgebaut wurde. Das Historiengewölbe ist ein echtes Herzstück unseres Vereins – und wir freuen uns darauf, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam mit allen Aktiven und Unterstützern weiterzuschreiben.“ Auch in Zukunft wird es eine wichtige Aufgabe des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ sein, das Historiengewölbe mit Staatsverlies als lebendigen Ort der Kultur- und Geschichtspflege zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Das 60-jährige Bestehen wird ab Mitte September gebührend gefeiert. Mit einem Empfang im Foyer des Kaisersaals begeht der Verein am Samstag, 12. September, ab 13.45 Uhr das Jubiläum. An vier weiteren Herbst-Samstagen erhalten Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sowohl das traditionsreiche Museum als auch das neue Erlebnisformat kennenzulernen. Außerdem kann das Museum täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr besucht werden.
Das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“ zählt zu den traditionsreichsten historischen Darstellungen Süddeutschlands. Mit über 900 aktiven Mitgliedern bringt
der Verein seit mehr als 140 Jahren die Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs rund um die Legende des Meistertrunks auf die Bühne – getragen von ehrenamtlichem Engagement und großer historischer Leidenschaft.
Weitere Informationen finden Sie unter www.meistertrunk.de.