Klassiker

Magische Sommernächte, Festivals und ein Dirigierwettbewerb

Die fränkischen Symphonieorchester und anderen Veranstalter symphonischer Konzerte starten in ein facettenreiches Saisonfinale

veröffentlicht am 30.05.2026 | Lesezeit: ca. 9 Min. | von Martin Köhl

Symphonisches Orchester

Symphonisches Orchester, Foto © pixabay.com

Die Bamberger Symphoniker gehen mit dem Ende der Abosaison zugleich in die Aufgaben der Festivals über, anfangend mit Auftritten beim „Kissinger Sommer“. Programmgleich mit dem letzten A-Abo-Konzert am 30. Mai erklingt tags drauf in Bad Kissingen die 7. Symphonie Anton Bruckners, doch statt des 23. Klavierkonzertes (in Bamberg) wird an der Saale Franz Liszts Symphonische Dichtung „Von der Wiege bis zum Grabe“ geboten. Bertrand Chamayou spielt Klavier, Susanna Mälkki dirigiert.

Anschließend geht es zum Würzburger Mozartfest mit Auftritten am 3./4. Juni und einem Mozart/Strawinsky-Programm unter dem Dirigat von Dinis Sousa. Tianwa Yang spielt außerdem das Violinkonzert Beethovens. Ein letztes Konzert wartet in Bamberg auf die Abonnentinnen und Abonnenten der Reihe B am 15. Juni, wenn die Soloflötistin Daniela Koch unter der Leitung des Chefdirigenten das Flötenkonzert von Jindrich Feld interpretiert. Eine Begegnung mit unbekanntem musikalischen Terrain! Außerdem gibt es den 2. Akt aus Leoš Janáčeks Oper „Jenufa“ in einer konzertanten Aufführung zu hören.

Ein weiteres Exemplar der Gattung „Club Symphony“ ist am 18. Juni zu erleben, danach steht der Ausgang des Monats ganz im Zeichen des Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerbs („The Mahler Competition“). Dessen Finalkonzert findet am 3. Juli statt. Nach weiteren Auftritten beim „Kissinger Sommer“ sowie beim Rheingau Musik Festival steht am 18. Juli ein besonderes Ereignis an: das Sonderkonzert zum 99. Geburtstag von Ehrendirigent Herbert Blomstedt.

Das Philharmonische Orchester des Landestheaters Coburg begibt sich anlässlich seines siebten und letzten Sinfoniekonzertes in die Welt der Oper. An drei Abenden vom 9. bis 12. Juli wird Daniel Carter die beiden eher unbekannten Opern „Šárka“ von Leoš Janáček und „Le Villi“ von Giacomo Puccini in konzertanter Form vorstellen. Gleichwohl ist mit einer szenischen Einrichtung im Globe-Theater zu rechnen.

In Erlangen holt sich der gVe das Münchner Kammerorchester ins Haus, oder besser: auf die Erlanger Kulturinsel Wöhrmühle. Dort wird unter der Leitung von Enrico Onofri Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 4, die „Italienische“, aufgeführt. Außerdem auf dem Programm: Mozarts „Kleine Nachtmusik“, Piazzolla Aconcagua und Paganini Variationen über die Caprice a-moll. Martynas Lewickis wird das Akkordeon als Soloinstrument spielen.

Im Stadttheater Fürth gibt es zum Saisonende noch ein Konzert, das man im weitesten Sinne als symphonisch bezeichnen könnte. Am 21. Juni treten die Spitzenmusiker vom Ensemble „Blechschaden“ im Großen Haus auf. Die weltweit bekannte „Spaßfraktion“ der Münchner Philharmoniker zeigt mit jedem ihrer Auftritte, dass jedes Musikgenre, nicht nur die Klassik, zum Vergnügen führen kann, wenn man es nur unkonventionell genug macht.

Bei den Hofer Symphonikern steht am 19. Juni das elfte und vorletzte Symphoniekonzert der Saison auf dem Programm, und das unter der angenehmen Überschrift „In Freundschaft“. Chefdirigent Martijn Dendievel wird die 10. Symphonie Dmitrij Schostakowitschs dirigieren, Andrei Ionita hat sich die Interpretation des überaus interessanten Violoncellokonzertes von Mieczysław Weinberg vorgenommen. Ebenfalls im Festsaal der Freiheitshalle Hof findet das letzte Saisonkonzert statt, das unter dem jahreszeitlich naheliegenden Titel „Sommernachtstraum“ steht. Das geht natürlich nicht ohne das namensgleiche Werk Felix Mendelssohn-Bartholdys. Vom selben Komponisten stammen auch die anderen Werke des Abends, der abermals von Martijn Dendievel geleitet wird: zunächst das 2. Klavierkonzert d-moll mit Alexander Melnikov als Pianisten, dann die sogenannte Reformations-Symphonie, ebenfalls in d-moll.

Hörtnagel-Konzerte Nürnberg kommt bereits Ende Mai am Saisonende an. Am 30. Mai hört man im großen Saal der Meistersingerhalle auf weibliche Namen, und zwar auf die Pianistin Alice Sara Ott und die Dirigentin Joana Mallwitz, die „ihr“ gastierendes Konzerthausorchester Berlin durch Gustav Mahlers klangliches Gebirge der 5. Symphonie leitet. Ott interpretiert einen Klassiker: Beethovens 3. Klavierkonzert c-moll. Zwei starke Musikerinnen, das kann was werden! Auf den Beginn der neuen Saison weisen wir jetzt schon hin: Am 3. Oktober wird es eine Begegnung mit dem Ausnahmepianisten Krystian Zimerman geben.

NürnbergMusik hat in symphonischer Hinsicht bereits Saisonende verzeichnet, aber die Vorfreude auf die neue Saison wurde schon geweckt durch die Ankündigung des Tonkünstler Orchesters und dessen Programm „Symphonic Alps reloaded“.

Die Nürnberger Symphoniker sind im Juni ganz auf Sommer und Serenaden eingestellt. Am 10. Juni lautet das Motto im Nürnberger Serenadenhof „A Night on Broadway“ und es geht natürlich in die Welt der Musicals. Drei Tage später lautet die Devise am selben Ort „Fiesta y Fantasia“, und am 16. Juni präsentiert das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik Nürnberg in einem Gastkonzert unter der Leitung von Guido Johannes Rumstadt eigenwillige Konzerte für Tuba und Kontrabass als Soloinstrumente. Eine „Symphonische Sommernacht“ auf dem Weg von Nürnberg nach Wien ist am 19. Juni angesagt, zwei Tage später geht es dann tatsächlich in die Donaumetropole zu einem Auftritt im berühmten Goldenen Saal des Musikvereins.

Eine „Nacht in Buenos Aires“ wartet am 24. Juni auf die Tango-Fans, dann führt die Reise am 9. Juli mit Chefdirigent Jonathan Darlington nach Neumarkt zum Konzert mit der Internationalen Meistersinger Akademie und deren Laureaten. Das Gastkonzert des Landesjugendjazzorchesters Bayern am 12. Juli bietet eine willkommene stilistische Abwechslung, kaum weniger das Serenadenkonzert am 25. Juli mit dem Titel „Haydn X Beatles“. Zwischendurch wird der zeitgleich stattfindenden Fußball-WM gefrönt, mit mehrfach stattfindenden Kinder-Open-Air-Konzerten. Definitives Saisonfinale ist am 8. August mit dem Klassik Open Air 2026 im Luitpolthain, das Pacho Flores (Trompete) als Solisten vorsieht und unter der Leitung Jonathan Darlingtons steht.

Die Philharmonischen Konzerte des Staatstheaters Nürnberg enden am 18./19. Juni mit einem titanischen Werk, der 9. Symphonie Gustav Mahlers. Diese zwiespältige musikalische Lebensbilanz wird von Joana Mallwitz, der Ehrendirigentin des Orchesters, inszeniert. Sie führt damit ihre Reihe der Sinfonien Gustav Mahlers weiter. Zuvor, am 7. Juni, findet noch das letzte „Dreiklang“-Konzert in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche statt, das von Jan Croonenbroeck geleitet wird.

Das Festkonzert am 3. Juli zum 75. Musikfest ION wird in der Sebalduskirche stattfinden und die Aufführung des „Stabat Mater“ von Antonín Dvořák vorsehen. GMD Roland Böer dirigiert dieses eindrucksvolle Werk, in dem so viel persönliches Erleben des Komponisten enthalten ist. Ebenfalls unter dem Dirigat des Chefdirigenten findet das traditionsreiche Klassik Open Air im Luitpoldhain statt, in dem die Philharmoniker bekannte Melodien und Entdeckungen aus dem Opern- und Konzertrepertoire darbieten werden.

Das Philharmonische Orchester Regensburg ist am 25./29. Juni im Neuhaussaal beim letzten Philharmonischen Konzert der Saison angelangt. Ludwig van Beethovens „Eroica“ steht auf dem Programm, doch mehr Neugier wird wohl die Uraufführung der dritten Sinfonie Hans Winterbergs erregen, eines Zemlinsky-Schülers, der Theresienstadt überlebt hatte. Es dirigiert GMD Stefan Veselka.

Beim Theater der Stadt Schweinfurt steht in musikalischer Hinsicht noch eine Theaterfahrt zum Meininger „Freischütz“ (am 28. Juni) auf dem Programm sowie eine „Geistvolle Chormusik“ mit den Regensburger Domspatzen unter der Überschrift „Einklang“.

Die TauberPhilharmonie in Weikersheim schließt die symphonische Saison am 9. Juli mit dem Gastkonzert der Deutschen Streicherphilharmonie. Das jüngste Spitzenorchester Deutschlands unter Wolfgang Hentrichs Leitung wird sich dem unterhaltsamen Thema „Divertimento“ widmen.

Das Philharmonische Orchester Würzburg tritt am 25./26. Juni zu seinem 6. Sinfoniekonzert an. Im großen Saal der Musikhochschule wird zunächst Friedrich Kuhlaus Ouvertüre zum Schauspiel „Elverhø“ erklingen, dann folgt das selten zu hörende Flötenkonzert Carl Nielsens, interpretiert von Katalin Kramarics. Mark Rohde dirigiert abschließend die zweite Sinfonie D-Dur von Jean Sibelius. Das Konzert ist also den großen Sinfonikern Nordeuropas gewidmet. Unter den „Konzertevents“ sind die Nachtmusik im Hofgarten am 19. Juni (im Rahmen des Mozartfestes), die „Sparda-Bank Classic Night“ am 24. Juli (im Rahmen des Hafensommers) sowie das Konzert unter dem Motto „Ohren auf!“ in der Theaterfabrik Blaue Halle am 29. Juli zu nennen.

Die Würth Philharmoniker beginnen den Juni mit einem Konzert, das unter dem Motto „Harmonie und Leidenschaft“ steht und eine interessante Kombination von Violine und Bassbariton als Solobesetzungen anbietet. Wolfgang Amadeus Mozarts 5. Violinkonzert A-Dur steht am 7. Juni ebenso auf dem Programm wie das „Concierto de Aranjuez“ von Joaquín Rodrigo in der Besetzung für Singstimme, Violine und Orchester. Außerdem Ausschnitte aus Bühnenwerken von Mozart, Rossini, Rachmaninow u.a. Martin Panteleev dirigiert, Veronika Eberle (Violine) und Sir Bryn Terfel (Bassbariton) sind die Interpreten von hohem Renommée.

Sommerlich wird‘s im großen Saal des Carmen Würth Forum am 20. Juni, wenn Claudio Vandelli „Musicals in Concert“ dirigiert. Für sommerlichen Gesang sorgen Nazide Aylin und Drew Sarich. Am darauffolgenden Tag gastiert ein Ensemble der Würth Philharmoniker im Würth Haus in Rohrschach mit „Sommertönen am See“. Dieses Konzert ist zugleich ein Beitrag zur internationalen „Fête de la musique“ (World Music Day) 2026. Schon jetzt weisen wir darauf hin, dass am 26. September die Saisoneröffnung für 2026/27 mit dem Violoncellisten Pablo Ferrández unter dem Dirigat David Afkhams stattfindet.

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