Klassiker

Dadada Dam auf der Büchse

Die Bamberger Symphoniker widmen ihr neues Programm Ludwig van Beethoven

veröffentlicht am 26.07.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Martin Köhl

Jakub Hrůša, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker

Jakub Hrůša, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, Foto © Andreas Herzau

Deutlicher geht's nicht: Wenn auf einer Büchse mit Beethoven-Konterfei „Dadada Dam“ steht, dann weiß man sofort, dass damit der Anfang von dessen fünfter Symphonie nachgeahmt werden soll. Das passt nächstes Jahr allenthalben, denn 2027 jährt sich der 200. Todestag des Komponisten. So haben auch die Bamberger Symphoniker ihre kommende Saison dem großen Tonsetzer gewidmet und demonstrieren das gleich auf dem Cover des kürzlich erschienenen Programmbuchs: Beethoven ist da zu sehen, freilich fast unkenntlich gemacht durch eine ins Abstrakte gehende Verwischung seines Kopfes.

Alle Neune lautet die Devise, und das heißt natürlich, dass am Silvesterabend wieder mal die Neunte das symphonische Jahr beschließen wird. Ansonsten werden Beethovens Symphonien nicht nur den Keilberthsaal bevölkern, sondern auch dorthin exportiert, wo der Meister einst selbst wirkte, also z.B. nach Prag und Wien oder ins Rheinland. Inklusive des Bamberger Klangs, versteht sich, der ja immer noch von böhmischen Erinnerungen imprägniert ist.

Jakub Hrůša, der Chefdirigent, war für die Pressekonferenz zur Programmvorstellung extra aus der Weltstadt London an die Regnitz gekommen, was seine große Bindung an „sein“ Bamberger Orchester unterstreicht. Die ist spürbar auch von einer heftigen Prise Dankbarkeit geprägt. Er verhehlte kaum einen Rest patriotischen Stolzes auf seine mährische Heimat und den dort geborenen Komponisten Leoš Janáček, dessen Oper „Jenufa“ er als konzertante und szenische Aufführung auf die Bühne bringen wird.

Auch die Affinität zu den Symphonien Bohuslav Martinůs trägt seit Jahren Früchte, sichtbar in den Programmen der Bamberger Symphoniker, und führte jetzt zu einer Einspielung von höchstem Renommee: Die Deutsche Grammophon hat alle sechs Symphonien mit dem Bamberger Orchester aufgenommen! Die CD-Box ist ab sofort erhältlich.

Der Intendant Marcus R. Axt vermerkte mit gewisser Genugtuung, dass die Abonnentenzahlen mittlerweile über den präpandemischen Zeiten lägen und man auch außerhalb auf viele ausverkaufte Säle träfe. Der große Erfolg im Ausland führe zu verlässlichen Engagements.

Bezüglich der finanziellen Situation zeigte er sich dankbar nicht nur gegenüber dem Hauptzuschussgeber, dem Freistaat Bayern, der die Existenz des Orchesters garantiere, sondern auch gegenüber den zahlreichen Förderern und Mäzenen, mit deren großzügiger Unterstützung besondere Projekte realisiert werden könnten.

Mehr Informationen zum neuen Programm werden in Kürze auf der Webseite der Bamberger Symphoniker unter www.bamberger-symphoniker.de bekannt gegeben.

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