Wo Mahler klingt, wächst Talent
Die Bamberger Symphoniker laden zur „Mahler Competition“
veröffentlicht am 17.06.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Martin Köhl
Im Jahre 2004 wurde er aus der Taufe gehoben und errang auf Anhieb Weltgeltung: der Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb, jetzt unter englischem Titel als „The Mahler Competition“ firmierend. Schon der erste Preisträger Gustavo Dudamel machte eine steile Karriere und ließ mit der Drittplatzierten Oksana Lyniv eine heute ebenfalls weltweit gefragte Dirigentin hinter sich. 2013 gewann kein Geringerer als Lahav Shani den Wettbewerb, heute Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra und in nämlicher Position designierter Nachfolger bei den Münchner Philharmonikern. Giuseppe Mengoli hieß der letzte Wettbewerbssieger im Jahre 2023.
Alle drei Jahre findet dieser höchst renommierte Wettbewerb statt und ist heuer vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 wieder in Bamberg zu Gast – oder besser: heimisch. In mehreren Runden wird die Gewinnerin respektive der Gewinner dieser Competition ermittelt. Zur Interpretation stehen folgende Werke an: Symphonie Nr. 7 von Gustav Mahler, Symphonie Nr. 92 von Joseph Haydn, 7 frühe Lieder von Alban Berg, Violinkonzert in D von Igor Strawinsky und ein neu komponiertes Werk von Bernd Richard Deutsch als Auftragskomposition der Bamberger Symphoniker.
Die Wettbewerbsrunden im Joseph-Keilberth-Saal der Bamberger Konzerthalle sind öffentlich, so dass sich auch ein größerer Kreis von Musikfreunden ein Bild von dieser außerordentlichen dirigentischen Leistungsdemonstration machen kann. Der Bewerbungsschluss für die „Mahler Competition“ war bereits am 31. Oktober. Die Vorauswahl führte zu einem Teilnehmendenfeld von 24 Kandidatinnen und Kandidaten, deren Namen seit dem 16. Dezember 2025 feststehen. Als Preisgelder winken 30.000, 20.000 und 10.000 € für die ersten drei Plätze.
Die Jury des Wettbewerbs ist mit namhaften Persönlichkeiten aus der weltweiten Musikszene besetzt und steht unter dem Patronat von Marina Mahler, der Enkelin des namensgebenden Komponisten. Sie ist Ehrenmitglied dieser Jury, zu der von Bamberger Seite auch der Chefdirigent des Orchesters, Jakub Hrůša, der Intendant Marcus Rudolf Axt und aus dem Kreis der Musikerschaft die Geigerin Nina Junke gehören. An besonders prominente Namen darf man noch Pablo Heras-Casado nennen, der bereits in Bamberg gastierte und heuer auch in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen dirigiert; zudem John Storgårds, ebenfalls bereits Gastdirigent in Bamberg, außerdem mit Deborah Borda die emeritierte Präsidentin der New Yorker Philharmoniker.
Weitere Informationen zum Wettbewerb findet man unter www.themahlercompetition.com.