Szene

Und ewig grüßt der größte Kelly

Michael Patrick Kelly verwandelt die Brose-Arena Bamberg in einen Raum voller Musik, Geschichten und leiser Botschaften

veröffentlicht am 12.05.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Andreas Bär

Michael Patrick Kelly rockt die Brose-Arena in Bamberg

Michael Patrick Kelly rockt die Brose-Arena in Bamberg, Foto © Andreas Bär

Michael Patrick Kelly hat sich seinen Namen als vielleicht flexibelster Entertainer der Republik längst erarbeitet. Der amerikanisch-irische Sänger ist Garant für volle Hallen. Das hat er auch jetzt wieder eindrucksvoll bewiesen.

In der Bamberger Brose-Arena spielte das 48-jährige Multitalent eine von insgesamt zehn vollends ausverkauften Shows in Deutschland. Den Sold-Out-Award seines Veranstalters PRK DreamHaus heimste er schon vor dem Beginn der Kurz-Tournee ein. Und in Bamberg stellte er einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, weshalb ihm seine Fans von überall her folgen: Fast drei Stunden lang unterhielt er die Halle. Mal rockig, mal bedächtig – mal funky, mal soulig. Und zwischendurch immer wieder: den mahnenden und erinnernden Zeigefinger hebend, ohne dabei belehrend wirken zu wollen. Er setzt auf die Grundintelligenz seines Publikums. Ein Wesenszug, der den einst mit seiner ganzen Familie als Straßenmusiker bekannt gewordenen Superstar auszeichnet.

Immer wieder geht seine Show in die Tiefe: ob bei einer Schweigeminute für die Opfer der weltweiten Kriege, mit der er „Symphony of Peace“ einleitete, bei der eine aus Waffen eingeschmolzene Glocke vom Hallendach auf die Bühne abgesenkt wird, oder bei Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater. In der monumental langen Show nimmt er die Gäste immer wieder mit, plaudert aus dem Leben, plaudert mit dem Publikum, nimmt sich Zeit für Selfies und für besondere Momente: Eine Umarmung mit einem am Down-Syndrom leidenden Gast nimmt Kelly gerne zum Anlass, an den Down-Syndrom-Tag am 21. März zu erinnern – großer Sport im großen Kreis!

Musikalisch gibt es eh wenig auszusetzen: Eine technisch überragend agierende fünfköpfige Band assistiert ihm in wohltuender Zurückhaltung mit umso größerer Präzision. Ihren Moment haben die Bandmitglieder bei einer Akustik-Session inmitten des Publikums. Ansonsten gilt: Ob uralte Stücke oder solche aus dem neuen Traces-Album, Kelly hat sein Konzept immer weiter perfektioniert und verliert sich trotz aller Längen nicht in einem reinen Konzept-Konzert, nimmt seine Fans auf eine lange Reise mit, die noch längst kein Ende gefunden zu haben scheint.

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