Hochämter der Musik
Die Balthasar-Neumann-Musiktage laden im Herbst zu festlichen Konzerten in der Basilika Gößweinstein ein
veröffentlicht am 04.10.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Martin Meyer
Neben der vom „Frankenlied“ als Pilgerziel besungenen Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gehört auch die Basilika zu Gößweinstein zu den Gestirnen des barocken Kirchenbaus in Franken. Diese Kirche wird schon seit 2017 am zweiten Wochenende im Oktober zum Konzertsaal für namhafte Musiker:innen und Ensembles. Das Kuratorium zur Förderung von Kunst und Kultur im Forchheimer Land e. V. hat mit Pater Ludwig Mazur OFM, dem Basilika-Organisten Georg Schäffner sowie weiteren Trägern und Sponsoren auch heuer ein attraktives Programm zusammengestellt.
Den Anfang bestreitet am 8. Oktober das Trompeten-Ensemble der Bamberger Symphoniker. Die Bläserinnen und Bläser nehmen uns mit auf eine Reise durch das prachtvolle Reich der virtuosen Barockmusik. Am 9. Oktober tritt in Gößweinstein das Quartett Quatuor Cambini aus Paris auf und spielt auf Instrumenten mit Darmsaiten Streichquartette von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart sowie dem früh verstorbenen französischen Komponisten Hyacinthe Jadin. Tags darauf gastieren die Regensburger Domspatzen in der Kirche und spannen dabei einen musikalischen Bogen vom Mittelalter bis in unsere Zeit. Den Abschluss bildet am 11. Oktober ein Festgottesdienst mit Chor und Orchester der Basilika Gößweinstein. Es erklingt Mozarts Missa Brevis in C-Dur, auch „Spatzenmesse“ genannt. Dieser Name stammt übrigens nicht von Mozart.
Die Bamberger Symphoniker sowie die Regensburger Domspatzen bedürfen keiner näheren Vorstellung. Das Quatuor Cambini (der Name erinnert uns an den Komponisten Giuseppe Maria Cambini) spielt unter der Leitung des Primarius Julien Chauvin als eines von nur wenigen Streichquartetten ausschließlich auf historischen Instrumenten und hat sich so in der historischen Aufführungspraxis einen Namen gemacht. Sein Repertoire reicht von der Wiener Klassik bis hin zu weniger bekannten französischen Komponist:innen des späten 19. Jahrhunderts. Chor und Orchester der Basilika sind die Träger der örtlichen Musikpflege und somit als Leuchtturm der Musik in der Region geschätzt.
Kehren wir nun nochmals zum „Frankenlied“ zurück: Sein Schöpfer Joseph Victor von Scheffel durfte, vermutlich weil Protestant, bekanntlich die Wallfahrerinnen und Wahlfahrer nicht begleiten. Sicherlich wallte er heute auch zu den Balthasar-Neumann-Musiktagen.
Alle Konzerte beginnen um 19 Uhr, der Gottesdienst um 10.30 Uhr. Tickets sind online erhältlich oder in Forchheim in der Buchhandlung 's blaue Stäffala in der Wiesentstraße und der VHS-Geschäftsstelle in der Hornschuchallee 20. Auch im Wallfahrtsmuseum Gößweinstein können Karten erworben werden.