Mit einer Uraufführung auf zu neuen Ufern
Das Mainfranken Theater eröffnet die Spielzeit mit Leonhard Franks „Von drei Millionen Drei“
veröffentlicht am 10.10.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Elke Walter
Das Mainfranken Theater startet gleich mit einer Uraufführung in die neue Schauspielsaison. Am 10. Oktober, Beginn 19.30 Uhr (Einführung 19 Uhr), steht im Kleinen Haus die Neufassung „Von drei Millionen Drei“, nach den Würzburg-Romanen von Leonhard Frank (1882–1961), auf dem Programm. Ingo Putz, der neue Schauspieldirektor des Theaters, hat die Bühnenfassung erstellt und übernimmt auch die Regie.
Vor dem Hintergrund der großen Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre machen sich drei Männer, ein Schreiber, ein Schneider und ein Fabrikarbeiter auf, ihre Stadt zu verlassen und anderswo nach Arbeit zu suchen. Die drei kennen sich von Kindheit an, träumten davon, aus der engen Kleinbürgerlichkeit ihrer Heimat auszubrechen. Dennoch blieben sie zunächst im festgefahrenen Leben, gegen das sie lange rebelliert hatten, hängen. Nun treibt sie, arbeitslos geworden, die Armut aus der Stadt. Durch einen Glücksfall kommen sie zu etwas Geld und können per Schiff nach Übersee fahren. Als sich dort die Verhältnisse auch zum Schlechten verändern, kehren sie doch wieder zurück. Die Drei sind einfache, grundanständige Typen, naiv, hin und wieder ein wenig schlitzohrig vielleicht. Sie versuchen, mit ihren Mitteln die Mechanismen des Kapitalismus zu entlarven, ohne ihnen aber entkommen zu können. Gleichzeitig erhalten sie sich ihre Menschlichkeit, halten zusammen.
Drei Antihelden, die Frank episodenhaft durch die Geschichte und verschiedene Länder treibt, mit ihnen Hammelchen, ein kleiner Hund, der ihnen zugelaufen war. „Frank“, so der Regisseur, „beschreibt Urängste und Urbedürfnisse des Menschen, Macht und Ohnmacht, Bezüge, die weit über Text und Zeit hinausweisen. Das können die Menschen auch heute nachvollziehen, ohne dass wir irgendwelche Brücken konstruieren müssen.“ Neben dem gleichnamigen Roman, den der Würzburger 1932 als ersten Arbeitslosenroman veröffentlicht hatte, so Putz, sollen rückblickartig immer wieder Bilder aus den anderen Würzburg-Büchern, etwa „Die Räuberbande“ oder auch dem „Ochsenfurter Männerquartett“, auftauchen.
Leonhard Frank galt in seiner Zeit als eine der bedeutendsten Stimmen gegen Krieg und ungerechte Verhältnisse. Trotz der düsteren Lebensumstände sowie der damit verbundenen Aussichtslosigkeit seiner Figuren erzählt der Autor die Geschichten auf eine sehr poetische und durchaus humorvolle Weise. Diese Sprache, aber auch den Humor in der Inszenierung sinnlich erfahrbar zu machen, betont der Regisseur, sei Aufgabe des Theaters.
Informationen zum Stück gibt es unter www.mainfrankentheater.de.