Metall, Stein und Holz
Die Einzelausstellung „unfinished spaces, volume II“ des Bildhauers Dierk Berthel im Kunstraum Kesselhaus in Bamberg
veröffentlicht am 01.03.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min.
Der Kunstverein Bamberg e. V. zeigt im Kunstraum Kesselhaus ab dem 14. März bis zum 26. April die Einzelausstellung „unfinished spaces, volume II“ des Bildhauers Dierk Berthel. Die Ausstellung setzt eine künstlerische Erkundung fort, die Berthel 2020 im Kloster Wechterswinkel begann, und rückt Skulptur als offenen, raumverändernden Prozess in den Mittelpunkt. Die Vernissage findet am 13. März ab 19 Uhr statt.
Dierk Berthel lebt und arbeitet im Landkreis Bad Kissingen und realisiert seit vielen Jahren Projekte im Bereich Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau. Neben seiner freien künstlerischen Praxis war er Dozent für Steinskulptur an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Dresden und hat seit fünf Jahren einen Lehrauftrag an der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim i. d. Rhön.
Berthels bildhauerische Arbeit basiert auf einem breiten Materialspektrum, insbesondere Metall, Stein und Holz. Während sein früheres Werk von einer massiven, blockhaften Formensprache geprägt war, zeigen die aktuellen Arbeiten eine zunehmende Auflösung der Skulptur in den Raum. Architektonische Elemente wie Stützen, Träger oder Durchgänge werden zu zentralen Bestandteilen seiner Werke. Die Skulpturen stehen nicht isoliert auf einem Sockel, sondern greifen aktiv in den Ausstellungsraum ein und erzeugen neue räumliche Situationen.
Der Leitgedanke, dass Skulptur nicht Objekt, sondern Eingriff in den Raum ist, bestimmt die Präsentation im Kunstraum Kesselhaus maßgeblich. Unterschiedliche Materialien treten in einen spannungsreichen Dialog: Stein begegnet Metall, weiches Holz trifft auf glatten Stein, hitzeverformter Stahl auf behauenes oder abgeflammtes Holz. Diese Kontraste erzeugen eine fragile Balance zwischen Stabilität und Offenheit, Schwere und Leichtigkeit.
Die Ausstellung erlaubt eine Nachverfolgung der künstlerischen Entwicklung der letzten Jahre: von monumentalen Setzungen hin zu leichten, spielerischen Konstruktionen, die den Raum nicht dominieren, sondern strukturieren und erweitern. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Arbeiten aus wechselnden Perspektiven zu erfahren und die Veränderung des Raumes durch Skulptur unmittelbar nachzuvollziehen.
Ein besonderer Akzent liegt auf dem Begegnungscharakter der Ausstellung. Neben Führungen und einem Künstlergespräch bildet die Finissage am 26. April 2026 einen interdisziplinären Höhepunkt. In der Klangperformance „Geräuschdieb trifft den Master of Glass“ erschaffen Dierk Berthel und Johannes Schreiber (alias Jan Polacek) eine vielschichtige akustische Skulptur. Mit Stage-Piano, Synthesizer, Rhodes, E-Bass, induktionsgesteuerter Gitarre, Trompete, Live-Sampling und experimentellem Spielzeug-Equipment entsteht ein vibrierendes Klanguniversum zwischen leisem Flirren und eruptiver Verdichtung – eine symphonische Klanglandschaft, geformt mit dem feinen Gespür zweier „Bildhauer des Tons“.
Weitere Informationen finden Sie unter www.dierk-berthel.de und www.kunstverein-bamberg.de.