KRAWALL in Erlangen
Das ARENA Festival feiert den Aufschrei der Kunst
veröffentlicht am 06.06.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min.
Das studentisch organisierte ARENA Festival lädt vom 11. bis 14. Juni in seiner 36. Ausgabe dazu ein, Theater, Tanz und Performance völlig neu zu denken. Unter dem diesjährigen, ebenso lautstarken wie provokanten Motto „KRAWALL“ wird die gesamte Stadt zum Schauplatz für künstlerische Rebellion. Seit 1991 beweist das ARENA Festival, dass zeitgenössische Kunst keine starren Institutionen braucht. Es ist eine Plattform für interdisziplinäre und experimentelle Produktionen, die sich oft an unkonventionellen Orten im öffentlichen Raum entfalten. In diesem Jahr geht es jedoch um mehr als nur um Ästhetik: „KRAWALL“ steht für eine künstlerische Haltung, die Konventionen herausfordert, das Unschöne feiert und den Aufschrei gegen das Gewohnte wagt.
Das Programm verspricht, intensiv und ungemütlich zu werden – im besten Sinne. Das FLINTA*-Kollektiv fetzen dekonstruiert in seiner gleichnamigen Performance das klassische Wrestling und schreibt diesen männlich codierten Sport queerfeministisch um. Hier treffen choreografierte Kämpfe auf Live-Video und fordern das Publikum zum Widerstand auf. Ganz andere Töne schlägt Eng Kai Er in „Solo Badminton“ an: Zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ entsteht eine intime Performance über eine On-Off-Beziehung, die Gefühlen dreist und laut ihren Platz einräumt. Mit „Agathe“ präsentiert ein weiteres Ensemble eine packende Mischung aus Fiktion und Dokumentation über das Patriarchat, frei nach Gabriele Reuters Roman „Aus guter Familie“. Laut und nahbar wird hier ein Aufschrei inszeniert, der das Publikum direkt mit harten Fakten konfrontiert.
Für eine Prise „Camp“ und scharfen Humor sorgt die Dragshow „Gay or Nay“. Das Kollektiv Flaminhotbussys nutzt ein Dating-Format, um toxische Männlichkeit und Kolonialismus satirisch zu zerlegen. In diesem Jahr unterstützt ARENA erneut die Realisierung eines neuen Projekts. In der Koproduktion „Beat my Meat”, die während des Festivals Premiere feiert, werden Tanz, Sprache und Videoinstallation in einer Lecture-Performance interdisziplinär zusammengebracht. Das Stück stellt brennende Fragen zu Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit. Außerdem ist erneut ein Gastspiel im Rahmen der Partnerschaft mit dem PLÁCEK Festival aus Brno, Tschechien, geplant. Ergänzt wird das dichte Programm durch Workshops, Kunstausstellungen und innovative Gesprächsformate, die den direkten Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum fördern.
Alle Informationen zu den Spielorten und dem Programm gibt es unter www.arena-festival.de.