Ausstellungen

Bildwelten zwischen Mythos und Moderne

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie zeigt Gert und Uwe Tobias zum Lovis-Corinth-Preis 2026

veröffentlicht am 19.07.2026 | Lesezeit: ca. 3 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Gert & Uwe Tobias im von ihnen gestalteten Museumsfoyer, Ausstellung „Gert & Uwe Tobias. Lovis-Corinth-Preis 2026“, Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Gert & Uwe Tobias im von ihnen gestalteten Museumsfoyer, Ausstellung „Gert & Uwe Tobias. Lovis-Corinth-Preis 2026“, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Foto © KOG/Stefanie Heske

Mit der Ausstellung „Gert und Uwe Tobias. Lovis-Corinth-Preis 2026“ widmet das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg einem der markantesten Künstlerduos der Gegenwart eine umfassende Schau. Das Museum präsentiert großformatige Holzschnitte, Collagen, Zeichnungen und Plastiken der in Rumänien geborenen Brüder, die seit Jahren zu den prägenden Stimmen zeitgenössischer Kunst mit osteuropäischen Wurzeln zählen.

Gert und Uwe Tobias haben einen unverwechselbaren Bildkosmos geschaffen, in dem kunsthistorische Zitate, Volkskunst, Ornamentik und surreal anmutende Figuren ineinandergreifen. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Traumwelt und Erinnerungsraum, zwischen erzählerischer Offenheit und formaler Strenge. Besonders bekannt wurden die Brüder durch ihre monumentalen Farbholzschnitte, mit denen sie die traditionelle Technik radikal erweiterten. Statt klassischer Druckgrafik entwickeln sie großflächige Kompositionen aus einzelnen Elementen, die collageartig zusammengesetzt werden. Dieses Prinzip prägt auch viele ihrer Zeichnungen und Papierarbeiten.

Anregungen finden die Künstler immer wieder in den Mythen und Bildwelten ihrer siebenbürgischen Herkunft, zugleich aber auch in der europäischen Kunstgeschichte. Vertraute Motive kippen bei ihnen ins Rätselhafte, Figuren erscheinen zugleich archaisch und modern. Gerade diese Ambivalenz macht die besondere Wirkung ihrer Arbeiten aus: Sie entziehen sich eindeutigen Erzählungen und erzeugen stattdessen offene Bildräume voller Assoziationen.

Für die Regensburger Ausstellung entwickelten Gert und Uwe Tobias gemeinsam mit Kurator Dr. Sebastian Schmidt ein eigens auf die Räume des Museums abgestimmtes Konzept. Ältere und neuere Arbeiten treten dabei in einen direkten Dialog. Besonderes Gewicht erhält das Museumsfoyer, das die Künstler mit Wandmalereien und einem eigens geschaffenen Einladungsholzschnitt in ein temporäres Gesamtkunstwerk verwandeln. Die Ausstellung versteht sich damit nicht nur als Überblick über das bisherige Schaffen des Duos, sondern auch als räumliche Inszenierung ihrer Bildwelt.

Der Lovis-Corinth-Preis würdigt im Zweijahresrhythmus Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Arbeiten neue Ausdrucksformen zeitgenössischer Kunst entwickeln und zugleich einen biografischen oder inhaltlichen Bezug zum östlichen Europa aufweisen. Mit Gert und Uwe Tobias zeichnet der Preis ein Künstlerduo aus, das Tradition und Gegenwart, Ornament und Erzählung, Grafik und Installation auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. September 2026 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen. Mehr Informationen findet man unter www.kunstforum.net.

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