Mamas Gun - „DIG!“ (Légère Rec)
Ein Album, das grinst, groovt und dich einfach mitnimmt
veröffentlicht am 16.07.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min.
„DIG!“ ist kein Album, das höflich anklopft. Es steht eher schon im Türrahmen, hat die Jacke halb ausgezogen, grinst dich an und sagt: „Du hast doch nichts vor, oder?“ Und noch bevor du antworten kannst, läuft der erste Beat. Mamas Gun klingen nicht nach akademisch strapaziertem Funk, sondern wie seine Ziehväter mit learning by doing-Attitüde. Nicht als Museumsstück, sondern als lebendiges Wesen mit glänzenden Schuhen, leichtem Übermut und der Angewohnheit, nie stillzustehen. Alles an diesem Album bewegt sich – aber nie hektisch. Eher so, als würde die Musik permanent im Takt lächeln. Der Bass ist dabei kein Begleiter, sondern ein freundlicher Unruhestifter: Er schiebt, zieht, zwinkert dir zu und behauptet nebenbei, er hätte das alles gar nicht geplant. Die Drums sitzen dahinter wie jemand, der genau weiß, wann er zu spät kommt, um perfekt früh zu sein. Und die Gitarren? Die funkeln nicht – sie kichern. Kurze Figuren, kleine Haken, ein bisschen Schalk in jedem Ton. An jeder Note eine kleine Hängematte.
Diese Songs haben keine Angst vor guter Laune, sind jeder einzelne eine Ode ans Cruisen. Dabei kippen sie nie in Plakat-Optimismus. Stattdessen steckt in jeder Ecke ein kleiner Knick, eine spontane Wendung, ein harmonischer Seitenblick. Genau das macht den Funk hier so lebendig – nichts wirkt geschniegelt, alles wirkt geatmet. Höchst organisch und entspannt mitreißend. Auch der Gesang trägt dieses Augenzwinkern. Warm, präsent, manchmal fast so, als würde er dir direkt ins Ohr erzählen, dass der Ernst der Lage gerade Pause hat. Und du glaubst es sofort. „DIG!“ ist Funk, der nicht beeindrucken will, sondern mit dir ins Gespräch kommt. Einer, der dich nicht auf die Tanzfläche zerrt, sondern dir einfach den Stuhl wegnimmt, bis du freiwillig aufstehst. Und irgendwann merkst du: Du nickst nicht mehr nur mit dem Kopf – du bist längst Teil des Rhythmus. Ganz gleich, ob auf der Couch zu Hause oder auf dem Dancefloor im Club um die Ecke. Jamiroquai war gestern. Dig it!
Noch ein kleiner Tipp am Rande: Mamas Gun ist am 25. September live in der Franz Mehlhose in Erfurt zu erleben.