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Heimat ohne falsche Idylle

Gedenkausstellung in Kirchenlamitz würdigt Anton Richter

veröffentlicht am 09.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Anton Richter: Reiter

Anton Richter: Reiter, Foto © Fam. Richter

Heimat kann Geborgenheit bedeuten – und zur Verklärung verführen. Anton Richter interessierte sich für Ersteres, ohne dem Zweiten zu erliegen. Zum 125. Geburtstag des Künstlers zeigt der Förderverein Wilsbergensis in Kirchenlamitz die Gedenkausstellung „Heimat ohne Pathos“. Landschaften, Tiere und Menschen erzählen darin von Richters genauer und sensibler Beobachtung seiner fränkischen Heimat.

Richter begann als Autodidakt und bildete sich zunächst über Fernkurse weiter. Ein Stipendium der Albrecht-Dürer-Stiftung führte ihn 1938 an die Akademie der Bildenden Künste München, wo er von 1939 bis 1941 bei Adolf Schinnerer studierte. Als Sanitätssoldat auf dem Balkan zeichnete er auch während des Zweiten Weltkriegs weiter. Nach 1945 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und arbeitete dort als freischaffender Künstler.

Sein Lebensweg verbindet ihn mit jener „Verschollenen Generation“, deren künstlerische Entwicklung durch Nationalsozialismus und Krieg unterbrochen wurde. Richter aber fand zu einer eigenen Bildsprache. Farbe wurde für ihn zum zentralen Ausdrucksmittel: Warme und kühle Töne treffen aufeinander, pastose Pinselzüge auf transparente Partien, offene Konturen verleihen Menschen und Tieren Bewegung. Stilistisch wird sein Werk dem späten Impressionismus mit expressiven Tendenzen zugerechnet – eine Einordnung, die Richter selbst ablehnte.

Seine Arbeiten waren regelmäßig im Münchner Haus der Kunst vertreten. 1958 erhielt Richter den Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg, zudem wurde er mit der Jean-Paul-Medaille geehrt. Neben Gemälden und Zeichnungen schuf er Wandmalereien; als Hauptwerk gilt ein 14 Meter breites Fresko in der Klinik Herzoghöhe in Bayreuth.

„125 Jahre Anton Richter – Heimat ohne Pathos“ ist vom 9. Oktober bis 13. November im Goldner Löwe in Kirchenlamitz zu sehen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.wilsbergensis.de.

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