Ausstellungen

Im Schwebezustand

Lukas Pürmayr erkundet das Ungefähre in der kunst galerie fürth

veröffentlicht am 02.10.2026 | Lesezeit: ca. 2 Min. | von Ludwig Märthesheimer

Lukas Pürmayr: Ohne Titel, Jahr 2024 Analoge Mittelformat-Fotografie Print hinter Glas, Maße variabel

Lukas Pürmayr: Ohne Titel, Jahr 2024 Analoge Mittelformat-Fotografie Print hinter Glas, Maße variabel, Foto © Lukas Pürmayr

Was ist wirklich, was nur scheinbar? Und wie verändert sich ein Ort, sobald eine Kamera auf ihn gerichtet wird? Lukas Pürmayr interessiert sich weniger für das eindeutige Motiv als für jene Momente, in denen Wahrnehmung unsicher wird. Seine Ausstellung „Solange du bleibst“ in der kunst galerie fürth bewegt sich in diesem Zwischenreich – zwischen konkreter Beobachtung und möglicher Erzählung, zwischen Sichtbarem und Ungreifbarem.

Der 1994 in Reutte in Tirol geborene Künstler arbeitet mit analoger und digitaler Fotografie, bezieht aber auch Film, Text und Kooperationen in sein Werk ein. Seine Bilder geben keine eindeutigen Antworten. Sie eröffnen vielmehr Freiräume für die Betrachtenden und kreisen um Fragen nach Identität und sozialen Gefügen. Pürmayrs Blick ist dabei ebenso analytisch wie poetisch.

In Fürth begegnet man nächtlichen Szenen und schleierhaften Situationen, die zwischen fotografischer Abstraktion und konkreter Geschichte changieren. Menschen fehlen häufig, ihre Anwesenheit bleibt dennoch spürbar. Ein unwirtlicher Urlaubsort in der Nebensaison wird in einer Gemeinschaftsarbeit mit Pürmayrs beiden Schwestern mit fiktiven Tagebucheinträgen verknüpft. Eine Stop-Motion-Arbeit entzieht sich ebenfalls eindeutiger Lesbarkeit. Und über allem wacht eine Schleiereule: Ihr raumhohes Bild wird zur überragenden Gestalt der Ausstellung, Beobachterin und Wegweiserin zugleich.

Pürmayr studierte zunächst Soziologie und Philosophie in Graz, anschließend Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. 2022 schloss er dort als Meisterschüler von Heike Baranowsky ab. Heute arbeitet er in Nürnberg und Wien.

„Solange du bleibst“ ist noch bis 8. November in der kunst galerie fürth zu sehen. Weitere Informationen unter www.kunstgalerie.fuerth.de.

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